Wassersprudler Test: Die Sieger im Stiftung Warentest

Spritzige Sache

Wassersprudler Test: Die Sieger im Stiftung Warentest

Gegen Durst hilft am besten kaltes klares Wasser – für manche aber bitte mit Kohlensäure! Stiftung Warentest hat deshalb sieben Wassersprudler getestet. Vier schnitten mit “gut” ab.

Im Sommer wie Winter stillt sprudelndes Wasser unseren Durst und erfrischt uns. Wer keine Lust oder Kraft hat, dafür schwere Wasserkästen zu schleppen, macht sein Sprudel mit einem Wassersprudler einfach selbst. Aber wie ist die Qualität des selbstgesprudelten Wassers und lohnt sich die Investition wirklich? Das hat Stiftung Warentest in ihrem Wassersprudler Test 2019 untersucht.

So hat Stiftung Warentest die Wassersprudler getestet

Stiftung Warentest hat sieben Wassersprudler auf Herz und Nieren geprüft. Besondere Prüfkriterien waren dabei die Qualität des Aufsprudelns (50 %),
die Handhabung (30 %), die Sicherheit (10 %) und Gesundheit & Umwelt (10 %). Die Wassersprudler wurden alle im Februar 2019 gekauft.

Die Testergebnisse im Überblick

Im Wassersprudler Test 2019 schnitten vier der sieben getesteten Wassersprudler mit “gut” ab. Zwei erzielten ein “befriedigend” und einer der Sprudler erzielte nur ein “ausreichend”. Insgesamt waren die Ergebnisse bei allen Wassersprudlern ausgerechnet in dem Bereich eher bescheiden, der ihnen den Namen gibt: bei der Sprudeligkeit. Denn nur drei der Geräte schafften es richtig spritziges Wasser herzustellen – die drei Testsieger von Aarke, Sodatrend und Kitchenaid. Auch der Sprudler auf Platz vier, immer noch mit Gesamturteil “gut”, schaffte nur einen Kohlensäuregehalt von medium.
Richtig viele Schadstoffe wurden nur im Testschlusslicht von My Sodapop gefunden. Allerdings auch nur in einer Konzentration unterhalb der Grenzwerte. Eine Abwertung gab es dafür trotzdem. Ebenso für die geringe Sprudelkraft und die nur befriedigende Handhabung.

Interessant: Mit den Wassersprudlern tut man zwar der Umwelt einen Gefallen, aber nicht dem eigenen Geldbeutel. Im Vergleich mit ebenfalls gut getesteten günstigen Mineralwässern aus der Flasche ist das prickelnde Wasser aus den Sprudlern nicht günstiger. Das liegt an den hohen Anschaffungskosten und dem Preis für die Gaskartuschen. Nur die Wassersprudler von Sodastream Easy und Pearl können vom Preis mithalten, allerdings nicht mit der Sprudelqualität. Beide Wassersprudler schaffen höchstens die Spritzigkeit von Medium-Wasser.

Die Testsieger: Die besten Wassersprudler unterscheiden sich deutlich in ihrer Sprudelqualität

Auf die ersten vier Plätzen im Wassersprudler Test haben es die Geräte mit der höchsten Aufsprudlungs-Leitung geschafft. Testsieger ist Carbonator II von Aarke*, der mit 229 € jedoch auch zu den teureren Geräten zählt. Er teilt sich den Platz ganz oben auf dem Siegerpodest mit dem Wassersprudler Style von Soda Trend für günstigere 80 €*. Dessen Sprudelleistung liegt mit 4,8 g/l sogar über dem Wert von 4,4 g/l von Aarke. Beide Geräte erzielten das Testergebnis “gut” (2,0).
Ebenfalls “gut” (2,2) wurde der Wassersprudler Artisan von Kitchenaid bewertet, mit 299 €* gleichzeitig der teuerste Wassersprudler im Test. Er schnitt im Aufsprudel-Test schlechter ab und auch bei Gesundheit & Umwelt erzielte er nur ein “befriedigend”.
Der vierte Wassersprudler mit der Note “gut” (2,5) ist der Sodastream Easy für ca. 65 €, der alleine vom Preis-Leistungs-Verhältnis eine Kaufüberlegung wert ist. Allerdings schafft der Sprudler nur eine Aufsprudel-Qualität von 3,5 g/l, ist für Leute, die ihre Wasser gerne besonders spritzig mögen also eher weniger geeignet.
Alle vier Testsieger gibt es übrigens nur mit Plastikflaschen. Überraschenderweise schnitten sie, bis auf den Sprudler von Sodastream, im Schadstofftest dennoch besser ab als die Geräte mit Glasflaschen.

Die vier Testsieger im Detail

Wassersprudler Test: Testsieger Carbonator II bei Stiftung Warentest
Bild: Amazon

Carbonator II von Aarke
Der Testsieger von Aarke überzeugt mit einem edlen und eher minimalistischen Design. Es gibt den Wassersprudler Carbonator II in Schwarz, Edelstahl, Kupfer, Messing und Weiß. Mit einem einfachen Zug an einem Hebel schafft der Sprudler spritziges Wasser mit einem Kohlensäuregehalt von 4,4 g/l. Einen ersten Gaszylinder bringt das Gerät beim Kauf nicht mit, dieser muss extra gekauft werden. Ganz schön ärgerlich bei diesem hohen Anschaffungspreis.
Zum Austausch der Gaskartusche muss das Gerät hingelegt werden und Stiftung Warentest bewertete die Handhabung dabei generell als eher etwas kompliziert.

Preis: Der Wassersprudler Carbonator II von Aarke kostet ca. 218 € und ist z. B. über Amazon erhältlich*.

Wassersprudler Test: Testsieger Style von Soda Trend bei Stiftung Warentest
Bild: Amazon

Style von Soda Trend
Für Stiftung Warentest ist der Style von Soda Trend der Preis-Leistungs-Sieger im Wassersprudler Test. Das Gerät ist im Vergleich relativ günstig und bringt die beste Sprudelqualität von allen getesteten Wassersprudlern. Dass der Sprudelknopf etwas schwergängig ist, mag man da nachsehen. Die Plastikflasche hat als einzige einen abschraubbaren Boden, was die Reinigung besonders einfach und gründlich macht. Allerdings zerbrach genau diese Bodenkappe beim Falltest.

Preis: Der Wassersprudler Style von Soda Trend kostet ca. 70 € und ist z. B. über Amazon erhältlich*.

Wassersprudler Test: Testsieger Artisan von Kitchenaid bei Stiftung Warentest
Bild: Tischwelt.de

Artisan von Kitchenaid
Wer das Wort “Kunst” schon im Namen trägt, muss mit einem besonderen Design punkten … und das tut der Wassersprudler von Kitchenaid auch. Im gewohnten Kitchenaid-Look verschönert der zweitplatzierte Sprudler jede Küche. Das hat allerdings seinen Preis – der Artisan ist das teuerste Gerät im Test. Der Sprudler steht besonders stabil, was er vermutlich auch seinem Gewicht von stolzen 6,2 kg zu verdanken hat. Der Zeiger im runden Gehäuse zeigt übrigens nicht den Kohlensäuregehalt an, der gerade ins Wasser gesprudelt wird, sondern nur, wie lange man schon den Hebel drückt. Nette Spielerei, aber nicht mehr. Die Aufsprudlung ist mit 4,2 g/l ganz passabel und reicht für ein prickelndes Wasser der Stufe Medium. Fazit: Ein guter Wassersprudler für Design-Liebhaber.

Preis: Der Wassersprudler Artisan von Kitchenaid kostet ca. 299 € und ist z. B. über Amazon erhältlich*.

Wassersprudler Test: Testsieger Sodastream Easy bei Stiftung Warentest
Bild: Amazon

Easy von Sodastream
Der vierte mit “gut” bewertete Wassersprudler im Test von Stiftung Warentest ist der Easy von Sodastream, dem Klassiker unter den Sprudlermarken. Das Gerät ist das günstigste im Test, zaubert mit 3,5 g/l Kohlensäure aber nur mittel-spritziges Sprudel in die Plastikflasche. Diese wird übrigens nicht wie bei den anderen eingeschraubt, sondern eingeklickt, was bei der Bedienung zwei Hände benötigt, da das Gerät sonst wegrutschen kann. Insgesamt schneidet der günstige Wassersprudler gut ab, nur bei Gesundheit & Umwelt wurden Schadstoffe wie Phenole und Phthalate nachgewiesen, allerdings unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Zubehör: Wer nicht nur spritziges Wasser trinken will, kann sich mit Sirup von Sodastream ruckzuck auch Limonade, z. B. mit dem 4er-Set Sirup Orange, Zitrone-Limette, Cola und Cola-Orange für ca. 20 €* oder Saftschorle, z. B. mit dem 4er-Set Fruchtschorle ohne Zucker für ebenfalls ca. 20 €* (beides über Amazon).

Preis: Der Wassersprudler Easy von Sodastream kostet ca. 50 € und ist z. B. über Amazon erhältlich*.

Die Verlierer: Wenig Kohlensäure, viele Schadstoffe

Die drei Verlierer im Test gehen mit Bewertungen von zweimal “befriedigend” und einmal “ausreichend” aus dem Wassersprudler Test. Dabei erzielte der Testverlierer bei der Aufsprudlung und bei Gesundheit & Umwelt nur ein “ausreichend”. Mit einem Höchstwert von 2,1 g/l Kohlensäure erreicht der My Sodapop maximal die Spritzigkeit eines sanft perlenden Mineralwassers. Obwohl hier eine Glasflasche zum Einsatz kommt, wurde eine deutliche Menge von Phenolen und Phthalaten nachgewiesen, wenn auch noch nicht über den Grenzwerten liegend.

Familie.de-Kaufberatung für Wassersprudler

Die überraschende Feststellung im Wassersprudler Test von Stiftung Warentest, dass sich mit den Geräten zwar etwas für die Umwelt tun, aber kein Geld sparen lässt, macht die Geräte nicht weniger attraktiv. Allein die Zeit- und Kraftersparnis, die das Wegfallen vom Mineralwasserkästen kaufen und schleppen bringt, ist eine Kaufüberlegung wert. Besonders wer in oberen Etagen ohne Aufzug wohnt, freut sich sicher über die praktische Erfindung der Wassersprudler.

Wie spritzig muss es sein?

Die von Stiftung Warentest bei allen Geräten bemängelte nicht ausreichende Spritzigkeit ist vermutlich Geschmackssache. Wer seine Getränke wirklich gerne superduper sprudelig mag, wird mit einem Wassersprudler wohl eher nicht glücklich. Für alle anderen sollte die Kohlensäuremenge, die die vier Testsieger ins Wasser pressen, jedoch ausreichen.

Wasserqualität und Rohrleitungen

Ob selbstgesprudeltes Wasser gut oder schlecht ist, hängt aber nicht nur vom Wassersprudler ab. Auch die Qualität des Trinkwassers, das aus der eigenen Leitung kommt, spielt eine große Rolle. Hier können sich die Wasserhärte, der Kalkgehalt und die generelle Zusammensetzung stark auf das Trinkvergnügen auswirken. Auch Bewohner von älteren Häusern könnte ihr Wasser aus dem Wassersprudler nicht schmecken, wenn es zuvor durch alte Rohrleitungen gelaufen ist, die eventuell sogar für einen ungesund hohen Bleigehalt sorgen. Die eigene Trinkwasserqualität kann man übrigens bei seinen Wasserwerken testen lassen – für Schwangere und Haushalte mit einem Säugling im Alter bis zu 12 Monaten ist der Test auf Bleibelastung sogar kostenlos.

Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

Unser Familien-Fazit

Wir haben keinen Wassersprudler im Einsatz und das obwohl wir im vierten Stock eines Altbaus wohnen. Wir empfinden unser Trinkwasser jedoch als zu kalkhaltig, um es richtig genießen zu können. Eine Bleibelastung liegt bei uns nicht vor, das hab ich in meiner Schwangerschaftszeit damals testen lassen. Allerdings lag der Wert auch nicht gerade im unteren Bereich. Und so schleppen wir weitere unsere Sprudelkästen nach oben – aber das kann man ja auch unter kostenlosem Fitnessprogramm verzeichnen.

Mit Wassersprudlern bin ich trotzdem vertraut, da meine Eltern bei uns zuhause schon selbstgesprudelt haben, seit ich denken kann. Dort gibt es aber auch richtig gutes Wasser aus dem Hahn. Sie benutzen dafür übrigens immer noch den Wassersprudler der ersten Generation von Sodastream – Topqualität also. Ich weiß nicht, ob die Geräte damals noch mehr Sprudelpower hatten, aber ich empfinde die Spritzigkeit des Wassers als absolut ausreichend (zumindest direkt nach dem Aufsprudeln) und ich liebe Kohlensäure, je mehr desto besser.

Meine Kollegin Lisa hat übrigens den Sodastream Chrystal 2.0., den für ca. 120 € z. B. bei Amazon gibt*, zuhause, der bei Stiftung Warentest nur ein “befriedigend” bekommen hat – unter anderem wegen der geringen Sprudeligkeit. Lisa kann dies nicht bestätigen. Auch sie liebt Kohlensäure und meint, dass ihr bei zweimaliger Betätigung der Sprudlertaste die Kohlensäure beim Trinken fast aus der Nase herauskommt.

Bildquelle: Getty Images/ Sasiistock

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