Danke für alle ungefragten Ratschläge

Kleine Kinder, kleine Sorgen? Wenn Freunde alles besser wissen und Mütter es sich so ausgesucht haben. #insidemom 


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Ich bin seit über sechs Jahren Mutter. Gut, das macht mich jetzt nicht zur Erziehungsexpertin, Superpädagogin oder gar zur allwissenden Obermutti. Aber ich würde wohl mit Fug und Recht behaupten, dass ich schon so das ein oder andere über diese kleinen, oft fremdartigen und seltsamen Wesen weiß, die seit eben über sechs Jahren diese Wohnung okkupieren. Manchmal denke ich, ich habe sie durchschaut. Dann aber passieren wieder Dinge, die mich einfach nur mit offenem Mund staunen und den Kopf schütteln lassen. Sie sind laut. Sie sind frech. Sie schreien, rennen, toben, verwüsten, heulen, zicken, meckern, trotzen, kleckern, pupsen. Kurz: Sie sind verdammt anstrengend. Und ich liebe sie über alles.


„Ja, so ist das, wenn man Kinder hat. Deswegen muss das aber nicht immer superduper Spaß machen und man selbst nicht immer mit glückseligem Riesenlächeln im Gesicht hinter der Brut herjagen  ...”

von Katja Niederländer

Warum ich das hier erzähle? Weil ich als Mama dieser fremdartigen Wesen, die in den ersten Jahren nicht von diesem Planeten zu kommen scheinen, ab und an an Grenzen gerate, an denen ich nicht mehr weiter weiß. Oder mich aufrege. Mich oder sie in die Wüste schicken will. Wenn man zum Beispiel gemütlich durch die Stadt schlendern möchte, um sich vielleicht ein Eis mit den lieben Kleinen zu gönnen, das Kleinkind aber plötzlich statt kühle Köstlichkeit nur noch Randale im Kopf hat, wild rumrennt und alles tut, nur nicht das, was es soll. Jede Mutter kennt das. Jede Mutter weiß, was dann passiert: Man wird unruhig, der kalte Mamaschweiß bricht einem aus und man versucht hektisch und immer gestresster werdend dem Randalezwerg Einhalt zu gebieten, während die Sechsjährige jammert und murrend das Eis einfordert.

Nun wäre man an dieser Stelle wirklich aufgeschmissen, hätte man nicht ab und an das Glück, jemanden dabei zu haben, der die rettenden Aussagen parat hat, um einem sinnvoll zur Hilfe zu eilen.

„Tja, so ist das eben, wenn man Kinder hat!“
„Du hast es dir so ausgesucht!“
„Warte nur, bis die in der Pubertät sind…“
„Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.“

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Der Vergleich mir anderen Müttern. Die Angst nicht zu genügen. Ja, die Müttermafia gibt es - doch anders als es Mareike gedacht hat. #insidemom


Danke für die verbale Unterstützung

Ich meine, hey, wer liebt diese Sätze nicht? Und am tollsten ist es natürlich, wenn diese Weisheiten von Menschen kommen, die selbst gar keine Kinder haben! Wir Mütter sind unglaublich dankbar dafür, diese verbale Unterstützung zu bekommen. Ehrlich. Und wir Mütter würden doch auch niemals lügen, wenn es um sowas geht. Ehrlich. Denn Hand aufs Mutterherz:

Ja, so ist das, wenn man Kinder hat. Deswegen muss das aber nicht immer superduper Spaß machen und man selbst nicht immer mit glückseligem Riesenlächeln im Gesicht hinter der Brut herjagen.

Ja, ich habe es mir ausgesucht. Aber doch nicht SO! In der Werbung für Folgemilch oder Minijoghurt waren die Kinder immer ganz lieb und sauber angezogen!

Ja, ich warte, bis die in der Pubertät sind. Dann sind die nämlich alt genug, um bei ihren kinderlosen Tanten und Onkels Ferien zu machen, während ich mit einem Cocktail auf den Malediven chille!

Ja, kleine Kinder, kleine Sorgen und große Kinder, große Sorgen. Und nächstes Mal, wenn du jammernd vor Liebeskummer/Arbeitsfrust/Krankheiten bei mir anrufst, wenn meine Kinder abends endlich im Bett liegen, dann werde ich sagen „Keine Kinder, keine Sorgen“, auflegen, meine schlafenden Engeln einen zarten Kuss auf die duftende Stirn hauchen und mir böse kichernd eine schöne DVD einlegen. Mama zu sein ist nämlich das Tollste – vor allem abends.
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#insidemom: Katja Niederländer


Hier schreibt: Katja Niederländer

Ich bin Katja, 35 Jahre alt und Mutter von zwei Mädchen (fast 3 und 6). Zusammen mit meinem Mann leben wir alle im schönen, grünen Tübingen.

Ich blogge als Grummelmama über den Alltag mit Kindern und spreche Themen an, die oft ein Tabu sind. Ich möchte gerne das Bild der Mutter an sich aus dem aufgesetzten Heiligenschein-Bereich ins wahre Leben rücken und Frauen und Müttern so die Chance geben, einfach Dinge sagen zu dürfen, ohne verurteilt zu werden. Das ist auch der Grund, warum ich bei der tollen Aktion #insidemom mitmache.



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Das Ziel? Ein buntes Mosaik von Gedanken, Erfahrungen, Erlebnissen und Standpunkten. Jede Erfahrung am Mutter sein, jedes Thema ist willkommen und steht für sich selbst. Steht stellvertretend für einen Weg. Ohne Vergleiche und ohne Wertung.



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