Mit dem Boot auf der Spree

Bei Cottbus fächert sich die Spree in eine idyllische Auenlandschaft auf. Die Erkundung dieser wildromantischen Wasserwege ist mit dem Boot besonders besonders schön.


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Sanft und fast lautlos gleitet unser Kahn über das Wasser der Spree. Ein Specht hämmert, Meisen zwitschern.

Unsere Kinder, Lennert (7) und Mayline (10), haben es sich hinten auf einer Kiste gemütlich gemacht und gucken nun zu, wie unsere Fährfrau Bettina Schneider den Kahn gekonnt mit dem langen Ruder weiterstakst. Stück für Stück vom Hafen Waldschlösschen durch den kleinen Spreewaldort Burg-Kauper hindurch. Das Wasser ist nirgendwo tiefer als 1,50 Meter. „Gleich gehts leichter“, sagt sie bei vollem Körpereinsatz. „Dann trägt uns die Strömung.“ Die Fährfrau kennt sich mit der Natur des Spreewalds bestens aus und erzählt uns vom bunten Eisvogel und dem sagenumwobenen Schlangenkönig. Auf ihn gehen die Schlangenköpfe aus Holz zurück, die die Giebel vieler Bauernhäuser zieren. Gurkenfass als Spielhaus
Entspannt lehnen mein Mann Helmuth  und ich uns zurück und lauschen den Erzählungen. Aber nur bis zur nächsten Kurve. Mayline hat etwas entdeckt: „Oh, das ist ja süüüß“, ruft sie begeistert, „was ist das denn?“, und zeigt mit ausgestrecktem Arm auf ein kleines rundes Häuschen mit geblümter Gardine vor dem Fenster. Auf einem Schild steht: „Lisas Ferienhaus“. Ein ausrangiertes Gurkenfass, erklärt unsere Fährfrau. „Das haben die Großeltern für ihre Enkelkinder zum Spielhaus umgebaut.“ Wir sind alle vier begeistert.

Ich fange in Gedanken schon mal an, genau solch ein Gurkenfass für die Kinder in unserem Garten einzurichten… Da holt mich Frau Schneider aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: „Nach der Wende waren diese Fässer günstig zu kriegen“, erinnert sie sich und fügt achselzuckend hinzu: „Heute kann man die aber nicht mehr bezahlen. Ist alles Handarbeit.“ Schade!

Fortan begleiten uns die Gurkenfässer kreuz und quer durch den Spreewald. Wo immer wir auch hinkommen: Sie sind schon vor uns da. Achtlos als Geräteschuppen neben ein Gemüsebeet gerollt, als Hundehütte, als Hinweisschild am Straßenrand, als Spielhaus auf dem Spielplatz, als kleiner Aufenthaltsraum am Fährhafen und - natürlich - als Verkaufsstand für die feinen Spreewälder Gurken.




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