So lange braucht es, sich ans Mutter-Sein zu gewöhnen

Wann ein Baby zur Welt kommt, lässt sich ziemlich genau angeben: „Zeitpunkt der Geburt – 23:24 Uhr“. Von da an ist aus einer Schwangeren also eine Mutter geworden. Aber wie sieht es denn im Inneren aus? Ab wann fühlt man sich als Mutter? Eine Studie geht dieser Frage nach.


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Das Abenteuer, Mutter zu werden


Medizinisch und rechtlich gesehen ist man ab dem Zeitpunkt Mutter, an dem man das Baby auf die Welt bringt. Und ab da geht man zu hundert Prozent in seiner Mutterrolle auf, weiß genau, was zu tun ist, denn Mütter wissen das doch immer und zweifeln keine Sekunde daran, dass das so richtig ist. Wer jetzt den Kopf schüttelt, sei unbesorgt: So sieht die Realität natürlich nicht aus.

Babyhand

Mutter und Kind - eine magische Verbindung


© iStock
Unabhängig von der riesengroßen Freude und dem magischen Moment, sein Kleines im Arm zu halten, sind die ersten Tage und Wochen auch eine Zeit von großer Unsicherheit. Viele Mütter fühlen sich erstmal fremd in dieser neuen Rolle. Das ist absolut menschlich und sogar ein gutes Zeichen, denn Unsicherheit und Zweifel zeigen an, wie wichtig das Mutter-Sein ist. Sich und sein Verhalten, seine Beziehung und seine Bedeutung für das Baby zu reflektieren zeugt von Reife und Entwicklungspotenzial. Auch das Mutter-Dasein ist ein ständiges Wachsen und Reifen - gut Ding will eben Weile haben.
Ab wann fühlt sich eine Frau als Mutter?
Die kalifornische Marke Munchkin Inc., die weltweit Babyartikel vertreibt, hat eine Studie in Auftrag gegeben, die untersucht hat, ab wann sich Frauen in ihrer Mutterrolle eingefunden haben und sagen können: Jetzt fühle ich mich zu hundert Prozent als Mutter!
Die Ergebnisse sind erstaunlich: Im Schnitt können das Mütter erst nach rund fünf Monaten nach der Geburt ihres Kindes sagen. Die Hälfte der Befragten war überrascht, wie lang die Phase im Schnitt wirklich ist. Darüber hinaus gaben ein Fünftel der befragten Frauen an, sich für ihre Aussage zu schämen und Schwierigkeiten damit zu haben, diese Frage offen zu beantworten. Dies und das Ergebnis der Studie zeigen, dass die Findungsphase vollkommen normal und absolut kein Grund zur Scham ist. Die Veränderungen, die mit einem Neugeborenen einhergehen, sind gravierend und brauchen einfach Zeit.
Daran muss frau sich erstmal gewöhnen
Zum ersten Mal Mutter zu werden bringt einen Cocktail an Emotionen mit sich. Sein Baby in sich wachsen zu spüren und letztendlich im Arm zu halten ist schlichtweg überwältigend. Damit verbunden ist die große Verantwortung für dieses kleine Wesen, die man von heute auf morgen zu meistern hat. Das kann durchaus überfordernd sein und die häufigste Frage, die frischgebackenen Mamas durch den Kopf geht, ist wohl „mache ich das richtig?“


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Laut der Studie gaben 57 Prozent der Frauen an, sich die ersten Monate nicht vorstellen zu können, dass sich dieses neue Leben mit Baby jemals normal anfühlen könne.
Was uns die Ergebnisse der Umfrage lehrt, ist vor allem, uns nicht für unsere Gefühle zu schämen. Ob es Stunden, Tage, Wochen oder Monate dauert, bis Sie sich an Ihre Rolle als Mutter gewöhnt haben und es sich „normal“ anfühlt, sagt nichts über Ihre Qualitäten als Mutter aus. Sich als Kompetenz in Person zu fühlen, ist ein Konstrukt unsere Vorstellung der perfekten Mutter in unseren Köpfen – und nicht die Realität. Die Studie ist ein Schritt, die Messlatte etwas zu lockern und dieses Gedankenkonstrukt aufzubrechen.
Stehen Sie zu Ihren Ängsten
Je offener Sie mit Ihrer Unsicherheit umgehen, desto mehr Zuspruch und Offenheit werden Sie von Ihrem Gegenüber erfahren. Es ist vollkommen in Ordnung, Ihre Vertrauensperson mehrmals um Rat zu fragen oder über Ihre Ängste zu sprechen. Sich an die Mutterrolle zu gewöhnen fällt leichter, je mehr Hilfe Sie dabei haben. Das kann auch bei scheinbar banalen Dingen sein, wie den Kinderwagen in einer Sekunde auf- und einzuklappen oder die Milch auf die richtige Temperatur zu erhitzen. Woher sollte man das denn können? Der Geburtszeitpunkt ist kein automatisches Update in Sachen Baby und viele Dinge tut und fühlt man jetzt zum ersten Mal.
Und worauf es wirklich ankommt, wird in dem Moment klar, wenn Ihr Baby Sie anlächelt und (noch) ohne Worte sagt: Hallo Mama!

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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