Vater unser...? Vol. 5: Väter auf dem Spielplatz

Wir haben genug vom Grübeln, jetzt wird Tacheles geredet - wir decken schonungslos die letzten Väter-Geheimnisse auf! Wie? Wir fragen einfach nach! #vaterunser


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Väter auf dem Spielplatz


© iStock/vision net ag
Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Vätern, die uns das ein oder andere (dunkle) Geheimnis verraten. Und wir haben sie gefunden! Lempi, Janni und PapaDoc von ichbindeinvater.de bringen Licht ins Dunkel. Natürlich aus sehr persönlicher Sicht - und mit mehr als nur "Spuren" von Humor. Diesmal:

Vater unser...? Vol. 5: Väter auf dem Spielplatz


Gefühlte 30 Mütter, die auf dem Spielplatz den Nachwuchs hüten. Und ein Vater. Oder vielleicht auch zwei. Was denkt die Männerminderheit in solchen Situationen eigentlich, wenn kritische Mütteraugen bewerten, ob der Quotenvater auch alles richtig macht. Oder ist das ein Klischee?  PapaDoc hat sich ein paar Spielplatzgedanken für uns gemacht.

Sch****, warum?


Scheiße denken sie. Scheiße, warum tue ich mir das eigentlich an? Wir stellen uns die gleichen Fragen, wenn wir in voller Wintersportmontur am Lift anstehen. Warum chille ich nicht mit meiner Spotify-Weihnachtsplaylist in der überhitzten Wohnung und backe Plätzchen? Ich könnte mit weihnachtlichen Backformen in den weihnachtlichen Teig stechen und vor dem Backofenfenster das Wort „heiß“ erläutern. All das wäre kurzweiliger, erstrebenswerter und gewinnbringender als auf dem Rand einer besudelten Sandkiste zu hocken. Jahrelanges Wühlen in nassem Sand machte mich routinierter, dennoch habe ich bis heute Berührungsängste. Nicht vor Sand und Schaufel, sondern vor allem mit Müttern.
Wochentags - No country for old fathers
Als ich das erste Mal in die Parallelwelt Spielplatz eingetaucht bin, kam ich mir vor, wie auf einer Party lauter Unbekannter, die sich untereinander alle sehr gut kannten. Ich war verloren, fehl am Platze und ohne realistische Chance auf Anschluss. In der Woche waren 95% der anwesenden Eltern Frauen. Es wurde gelacht, geflüstert, getuschelt, sich umarmt, sich verabredet. In dieser Schicksalsgemeinschaft kam ich mir vor, wie ein ungewollter Freund, den man auf Partys immer mitschleppen muss. Komplett entfremdet, setzte ich innerlich zum Rückzug auf leisen Sohlen an.

Endlich wusste ich, wie es sich anfühlte, eine Minderheit zu sein. Nicht, dass mich Stillen in der Öffentlichkeit stören würde, aber ich spüre bis heute die prüfenden Blicke, wenn ich Windeln wechsle oder pädagogisch tätig werde. Zudem bin ich nicht nur die Minderheit, sondern die Ausnahme, denn ich kenne die Regeln nicht, die ungeschriebenen Gesetze des Spielplatzes.

Was tut Mann, wenn die Kids sich gradlinig an den Spielsachen anderer Kinder bedienen? Was tut Mann, wenn das eigene Kind darüber in große Trauer gerät und brüllt? Es gibt dutzende solcher ungeschriebener Verhaltensregeln. Schmerzhaft viele Spielplatzbesuche musste ich absolvieren, bis ich ein Gefühl für die Situation entwickeln konnte. Bis heute ohne Erfolg. Ich fühle mich an keine dieser „Regeln“ gebunden. Was wiederrum die kritischen Blicke der Damen erklären würde.
Wochenende - endlich normale Menschen
Am Wochenende kehrt sich das Geschlechterverhältnis ins Gegenteil um. Nun klettern, bauen und schnarchen 95% Männer auf dem Spielplatz. Hier ist die Integration etwas leichter. Schlicht, plump und oberflächlich, aber einfacher. Mein erster Reflex auf dem Spielplatz stammt noch aus Kindergartenzeiten. Ich suche Gleichgesinnte. Ich suche Typen, die ähnlich motiviert wie ich aussehen und sich für ihr Leben noch etwas anderes vorstellen können, als „KEVIN, SO RUTSCHT MAN!!!11!!“ über den Hort für betreutes Spielen zu kreischen.

Aus Langeweile mache ich mir Gedanken, wie die Spielplatz-Eltern privat in den eigenen vier Wänden drauf sind. Aus den Eindrücken vom Spielplatz bastel ich ein Bild des Lebens der Anderen zusammen. So ein Profiler zu sein, ist nicht immer angenehm. Fehlende Präpositionen und Artikel, lautstarke Befehle - die Vorstellung, wie diese Papas zu Hause sind, verursacht mir regelmäßig Gänsehaut.
Langeweile ist der wichtigste Liebesbeweis
Spielplätze sind was für Kinder, nicht für Väter. Der Preis, den ich dafür bezahle ist Langeweile. Seitdem das bei mir angekommen ist, läuft es auch. Profiling, Gedanken über Vorurteile der Frauen. Das alles kommt, weil ich mich tierisch langeweile. Aber was soll ich machen? Solange mein Dicker so einen Spaß hat, werde ich dahin dackeln. Weil darum geht es ja. Zwangsweise kann man sich ja auch mit Fremden unterhalten. Vielleicht sind die ja auch halb so schlimm. Es gibt zwar besseres im Leben, aber ich bin doch kein Rentner, der keine neuen Bekanntschaften mehr zulassen kann.

Also Mut zum Spielplatz, Männer! Und wenn es gar nicht geht, dann packt das Backblech aus. Kekse mag doch jeder!
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