Wie viel Taschengeld ist für Kinder angemessen?

Taschengeld ist wichtig! Nicht, weil Kinder sich damit kleine Wünsche erfüllen können. Sondern weil sie so den Umgang mit Geld üben können. Und dabei lernen sie fürs Leben. Hier erfahren Sie alles rund um die Frage, wie viel Taschengeld Kinder bekommen sollten und was Eltern dabei beachten sollten.


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Taschengeld ist wichtig – denn nur so können Kinder den Umgang mit Geld lernen. Das können sie nicht, wenn sie nur bei ihren Eltern beobachten, wie die es ausgeben. Ein Kind, das Taschengeld zur Verfügung hat, steht vor der Überlegung "Was will ich eigentlich kaufen?". Und macht dann schnell die Erfahrung, dass das Taschengeld schnell ausgegeben ist, es aber lange auf das nächste Taschengeld warten muss. Das sind wichtige Lernschritte, die Kindern dann im Jugend- und Erwachsenenalter zugutekommen.


Wann mit dem Taschengeld starten?


Wie viel Taschengeld?


© Thinkstock
Als Starttermin für regelmäßiges Taschengeld bietet sich der Schulanfang an. Jüngere Kinder tun sich meist noch schwer, den Wert des Geldes einzuschätzen.

Bis zum Alter von etwa neun, zehn Jahren macht ein wöchentliches Taschengeld mehr Sinn als ein monatliches: Das Kind freut sich, wenn es häufiger einen kleinen Betrag bekommt. In diesem Alter wird das Taschengeld auch eher für Kleinigkeiten „auf den Kopf“ gehauen. Ab etwa zehn Jahren können Kinder schon ein bisschen haushalten und sich ihr Taschengeld besser einteilen.

Die Jugendämter empfehlen folgende Taschengeldbeträge:

4 bis 5 Jahre: 50 Cent wöchentlich
6 bis 7 Jahre: 1,50 bis 2 Euro wöchentlich
8 bis 9 Jahre: 2 bis 3 Euro wöchentlich
10 bis 11 Jahre: 13 bis 16 Euro monatlich
12 bis 13 Jahre: 18 bis 22 Euro monatlich
14 bis 15 Jahre: 25 bis 30 Euro monatlich
16 bis 17 Jahre:  35 bis 45 Euro monatlich
18 Jahre: 70 Euro monatlich


Achtung: Hier handelt es sich nur um Orientierungswerte! Die Höhe hängt stark vom verfügbaren Einkommen der Eltern und der Zahl der Geschwister ab.

Tipps rund ums Taschengeld
  • 1 / 12

    Taschengeld sollte nicht an Gegenleistungen gekoppelt sein.

  • 2 / 12

    Genauso wenig sollte Taschengeld als Belohnung eingesetzt werden. Eltern sollten auch nicht mit Taschengeld-Entzug drohen, wenn das Zimmer nicht aufgeräumt wurde oder der Junior schon wieder auf dem Schulweg gebummelt hat.

  • 3 / 12

    Wenn Sie den Betrag festgelegt haben, bleiben Sie konsequent und machen Sie keine „Nachzahlungen“, wenn Ihr Kind das Geld zu schnell ausgegeben hat.

  • 4 / 12

    Kinder sollten frei über ihr Taschengeld verfügen dürfen. Dass beim Verwalten des ersten eigenen Geldes am Anfang eine Menge schiefgehen kann, sollten Eltern dabei in Kauf nehmen. Hilfestellungen und Vorschläge von Seiten der Eltern sind erlaubt.

  • 5 / 12

    Eltern sollten das Taschengeld regelmäßig auszahlen, zum Beispiel jeden Freitag oder immer zum Monatsanfang.

  • 6 / 12

    Eltern sollten das Taschengeld von sich aus zahlen – ohne dass das Kind jedes Mal danach fragen muss.

  • 7 / 12

    Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen, wenn Ihr Kind argumentiert, dass alle Freunde mehr Taschengeld bekommen. Vielleicht müssen die auch mehr mit ihrem Taschengeld finanzieren!

  • 8 / 12

    Setzen Sie das Taschengeld nicht zu hoch an! So kommt Ihr Kind nicht in den Genuss, sich nach langem Sparen einen großen Herzenswunsch zu erfüllen. Kinder tun sich bei einem hohen Taschengeld schwer, den Wert der Dinge auch wirklich schätzen zu lernen.

  • 9 / 12

    Taschengeld sollte immer an einem bestimmten Ort aufgehoben werden. Am besten eignet sich dafür ein nettes Sparschwein oder eine hübsche Spardose. Kinder sollen lernen, dass man Geld nicht wahllos rumliegen lässt oder in Hosentaschen spazieren trägt.

  • 10 / 12

    Besprechen Sie mit älteren Kindern genau, was sie vom Taschengeld bezahlen müssen – und was nicht.

  • 11 / 12

    Wenn Kinder Probleme haben, mit ihrem Taschengeld zu haushalten, hilft ein kleines Büchlein, in das es die Einnahmen und Ausgaben notiert. Eventuell hilft auch ein anderer Auszahlrhythmus.

  • 12 / 12

    Gerade bei jüngeren Kindern empfiehlt es sich, die gute alte Sparbüchse nicht zu vergessen: Ein Bankkonto kann sinnvoll sein, um größere Geldgeschenke zu deponieren - Ihrem Kind sollten Sie hingegen die Freude machen, das Sparen sinnlich zu erleben: Ein verheißungsvoll klappernder Schatz ist nun mal ungleich attraktiver als nackte Zahlen auf einem Kontoauszug.




Wie viel Taschengeld bekommen andere Kinder?
Laut der Kids-Verbraucheranalyse (KVA) haben Kinder durchschnittlich gut 27 Euro im Monat zur Verfügung. Die Untersuchung zeigt auch, dass schon mehr als die Hälfte der Vorschulkinder (55%) eigenes Taschengeld bekommt: nämlich durchschnittlich 10,68 Euro im Monat. Damit sind die Eltern im Durchschnitt großzügiger als es Experten empfehlen. Deutsche Jugendämter empfehlen für sechs- bis siebenjährige Kinder ein wöchentliches Taschengeld von 1,50 bis 2 Euro. Bei Kindern zwischen acht und neun Jahren liegt die Empfehlung bei 2 bis 3 Euro wöchentlich.

Hier 50 Cent, dort ein paar Euro – bundesweit kommen da ganz schöne Summen zusammen: Allein an Taschengeld verfügen Deutschlands Kinder über knapp zwei Milliarden Euro. Und dazu kommen noch Geldgeschenke zu Weihnachten, zum Geburtstag oder zum Zeugnis. Damit wird klar: Für die Werbeindustrie sind Kinder damit eine höchst interessante Zielgruppe.






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