An manchen deutschen Grundschulen gehört Schulkleidung bereits zum Alltag. Der Begriff „Schulkleidung“ wird hier ganz bewusst anstelle von „Schuluniform“ benutzt. Er soll zum Ausdruck bringen, was die – oftmals von den Kindern mitgestalteten – Kleidungsstücke bedeuten.


Schulkleidung - ja oder nein?


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Schulkleidung schafft Schulidentität


Schulkleidung soll keineswegs gleichmachen. Vielmehr soll durch sie eine Schulidentität geschaffen werden, die die Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes in den Vordergrund stellt und sein Ansehen nicht über das Tragen von Markenklamotten definiert.

Soll Schulkleidung an einer Grundschule eingeführt werden, will das gut vorbereitet sein; alle Beteiligten müssen in die Diskussion einbezogen werden. So wird etwa im Unterricht erörtert, aus welchen Gründen die Schüler sich einheitliche Kleidung wünschen. Was erhoffen sie sich dadurch, welche Befürchtungen hegen sie?

Auch das Kollegium und die Eltern sollten vom Nutzen überzeugt sein. Karin Brose, Studienrätin an der Schule Sinstorf, rät, dass das Thema Schulkleidung im Rahmen des Schulprogramms geregelt wird, das in vielen Bundesländern die Ziele der Schule formuliert.

Verpflichten kann eine staatliche Schule allerdings kein Kind dazu, die einheitliche Kleidung dort auch zu tragen. 

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Schulkleidung löst aber nicht alle sozialen Probleme in der Schule

Durch Schulkleidung werden natürlich nicht automatisch alle Probleme im sozialen Miteinander von Kindern gelöst. Oft wird die einheitliche Kleidung – wenn nicht durch Markenklamotten – dann doch durch andere (oft teure) modische Accessoires und Statussymbole wie Schmuck oder elektronische Geräte aufgepeppt. Oder es wird in der Freizeit umso mehr Wert auf teure Kleidung gelegt.

Außerdem muss Schulkleidung von den Familien finanziert werden. Sie ist zwar in der Regel günstiger als Markenkleidung, doch muss sie immer zusätzlich zur Alltagsbekleidung der Kinder gekauft werden. Für ärmere Familien darf die Anschaffung der Schulkleidung natürlich nicht zur unzumutbaren finanziellen Belastung werden. Eine Unterstützung durch den Schulförderverein oder Schulkleidungsbasare, bei denen gut erhaltene Kleidung weiterverkauft wird, können eine Lösung sein.


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Kommentare
  • sannamaus

    Für mich bedeutet das Thema Schuluniform reine Geldmacherei. Ich habe drei Kinder. Wenn ich für jedes Kind eine Uniform kaufen muss zehrt das schon sehr an meinem Geldbeutel. Zudem konnte ich bis jetzt in keiner der Schulen, die meine Kinder besuchen, Mobbing, Ausgrenzung oder ähnliches auf Grund der Kleidung feststellen. Es gibt an den Schulen klare Regelungen was die Art der Kleidung betrifft ( kein Bauchfrei, keine zu tiefen Ausschnitte, keine Hosen unter dem Hintern, ...). An Stelle einer kommerziellen Lösung würde ich auf mehr Aufklärung und Gespräche in den Schulen bezüglich des Themas setzen...und wer sagt, dass Schüler nicht trotz oder sogar wegen der Uniform gemobbt werden? Was ist, wenn etwas fülligere Kinder einfach unvorteilhaft in der Kleidung zur Geltung kommen und dann gehänselt werden? Oder wenn sich auf dem Heimweg die Schüler unterschiedlicher Schulen eine Art "Bandenkrieg" liefern. Durch die Uniform wird für mich auch viel zu sehr der Unterschied zwischen den Schulen hervorgehoben, sprich, dann wird getuschelt "oh,der/die ist auf der ...Schule, wie schlecht ist der/die denn!" Ich bin im allgemeinen gegen Uniformen, da sie für mich ein Ausdruck von aufgezwungener Kontrolle sind und den Kindern ihr Recht auf Selbstbestimmung nehmen.
    Das ist meine Meinung und ich hoffe das die Meinungsfreiheit nicht auch noch in eine Uniform gezwungen wird.