Auf den Spuren der Wikinger

Mit den Hurtigruten entlang Norwegens Küste


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Mami - biiitttteee!“ Jan-Niklas ist genervt. Till auch. Der Gatte hat sich schon verzogen. Der kennt das, wenn die Mutter sich mal wieder fürchterlich aufregt. Und genau das tut sie gerade. Wieso auch bitte nicht? Hatten wir nicht bei der Buchung auf einer Kajüte auf den oberen Decks bestanden? Wir reisen mit Kindern. Und die werden schnell seekrank. Und nun dies! Eine Kajüte ganz unten, direkt neben dem Parkdeck. Da stinkt es bestimmt nach Benzin. Der schneeweiß gekleidete Stewart an der Rezeption der „MS Finnmarken“ bleibt unerschütterlich freundlich. Auf den Hurtigrutenschiffen gäbe es eben nur wenige Vierbettkajüten. Familien mit Kindern seien rar. „Noch!“, betont er in fließendem Deutsch und verspricht: „Auf den ganz neuen Schiffen haben wir Vierbettkajüten auch ganz oben.“ Das ist ja prima, aber es hilft uns jetzt nichts. Allerdings: Die Kinder haben sich mit der Situation längst arrangiert. „Ist doch ganz gemütlich hier, Mami“, sagt der neunjährige Till. Er hat entdeckt, dass es auf Deck 6 einen Computerraum gibt. Mit coolen Spielen und ganz umsonst. Und neben den vielen silbergrauen Rentnerpärchen gibt es eben doch ein paar Kinder. Was kümmert ihn da der Ausblick aus der Kajüte?

Mit dem Postschiff unterwegs

Einige Stunden später hat auch die Mutter die ganze Aufregung total vergessen. Nachmittags hat die MS Finnmarken in Bergen abgelegt. Nun ist sie auf ihrem Weg nach Norden. Die Uhr zeigt Mitternacht, doch vorne auf dem Schiffsdeck ist es immer noch fast taghell. Die See ist still, den Schiffsmotor kann man kaum hören. Rechts und links der Bordwand gleiten zum Greifen nahe unzählige Felsinseln vorbei. Auf einigen von ihnen stehen Holzhäuser, rot und gelb, Lichter leuchten auf, Ruderboote dümpeln am Anleger. Ein unwirkliches Gefühl beschleicht uns. Sind wir Gulliver? Der auf seinem riesigen Schiff durch eine Spielzeugwelt gleitet? Der Eindruck wird uns tagelang nicht verlassen.




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