Wohl das Schönste, das man mit dem Brautkleid nach der Hochzeit machen kann

Freud und Leid in einem Kleid vereint: Mehr und mehr Bräute spenden ihr Hochzeitskleid, damit daraus Kleidchen für kleine Sternenkinder gemacht werden können.


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Sich im weißen Brautkleid wie eine Prinzessin fühlen – das ist der Traum vieler Mädchen und Frauen, wenn sie an die eigene Hochzeit denken. Für einen der wohl schönsten Tage im Leben werden keine Kosten und Mühen gescheut und das wunderschöne Brautkleid nimmt dabei eine Schlüsselposition ein. Doch kaum ist der Tag der Hochzeit vorbei, landet das teure Kleid im Schrank, in Kisten oder gar im Keller. Verkaufen möchten viele Frauen ihr Kleid nicht, hängen doch so viele schöne Erinnerungen mit ihm zusammen. Verbannt in eine Kiste, wird das Brautkleid nur in den seltensten Fällen noch einmal hervorgekramt oder gar getragen.

Einige fleißige Näherinnen und Näher wollen diesen Kleidern einen neuen Zweck geben und damit Paaren helfen, die das wohl schlimmste Schicksal, das sich Eltern vorstellen können, durchstehen müssen: Sie nähen aus Brautkleidern Kleidung für Babys, die tot geboren wurden oder kurz nach der Geburt gestorben sind und helfen so Eltern, den Tod ihres Sternenkindes zu verarbeiten.



Kleidung für Sternenkinder


Durch die Arbeit der freiwilligen Helfer sind sich der schönste und schrecklichste Tag im Leben eines Paares plötzlich ganz nah. Die Helfer und Organisationen verwandeln gespendete Brautkleider in wunderschöne Kleidchen, Anzüge oder Pucksäckchen, die Sternenkinder zu ihrem Begräbnis tragen können. So soll den trauernden Familien durch die schwerste Zeit in ihrem Leben geholfen werden. Indem sie ihr Brautkleid, das für sie so wichtig war, auf diesem Weg an betroffene Eltern weitergeben, können Frauen den trauernden Eltern so Anerkennung und ein kleines bisschen Unterstützung mit auf den Weg geben.

Aufgekommen ist diese wunderschöne Idee in den USA, wo Organisationen wie NICU Helping Hands schon seit einigen Jahren Engels-Kleider aus Brautmode nähen. Und auch in Deutschland gibt es immer mehr Möglichkeiten, Eltern von Sternenkindern zu unterstützen.


Die freiwilligen Helfer von „Sternenbärchen“ stellen zum Beispiel Teddybären als Erinnerungsstück für Sterneneltern her. „Himmelskleider“ oder „Aktion – Nähen für Regenbogenkinder und Frühchen“ sind zum Beispiel Initiativen, die Kleidung für Sternenkinder aus Brautkleidern nähen. Für letztere gemeinnützige Aktion näht auch Tanja Kaiser. Sie hat sich vor einiger Zeit auch auf das Vernähen von Brautkleidern spezialisiert und bekommt, je nach Saison, ungefähr drei bis vier Kleider pro Woche zugeschickt. Nach Tanjas Erfahrung sind die Gründe, warum Frauen ihre Kleider für diesen schönen Zweck spenden, ganz unterschiedlich. Manche führen so alte Kleider von Mutter oder Oma einem guten Zweck zu. Andere trennen sich nach einer Scheidung von ihrem Kleid. Viele Spenderinnen mussten auch selbst oder im Familien- und Bekanntenkreis miterleben, wie ein Kind viel zu früh von der Welt gerissen wird. „Spenderinnen mit eigenen Erfahrungen möchten zukünftige Sterneneltern unterstützen“, sagt Tanja. Um ein Kleid zu verarbeiten braucht die Hobby-Näherin bei sehr schlichten Stoffen etwa 30 Minuten. Bei aufwändigeren Stoffen kann das Umnähen auch schon mal zwei bis drei Wochen dauern. Für sie ist das Nähen eine Herzensaufgabe: „Zu wissen dass diese Kinder etwas Schönes für die Taufe oder Segnung haben oder etwas worin sie schön eingebettet sind, ist etwas wunderbares. Man kann nicht viel tun, aber [die Eltern] wenigstens auf eine kleine Art in dieser Zeit unterstützen.“

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Sternenkinder sind Kinder, die in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt sterben. Trauer, Trost - und alle Rechte, die Eltern haben.



von Nicole Metz




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