Wie viel Schlaf braucht ein Kind? Tipps aus der Schlafforschung

Wieviel Schlaf Ihre Kinder wirklich brauchen und wie Sie feststellen können, ob Ihre Kinder genug schlafen, erfahren Sie hier


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Schlafbedürfnis von Kindern

Wie viel Schlaf Kinder brauchen, ist sehr individuell. Das bestätigt auch Prof. Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Uni Regensburg. Dennoch gibt es gewisse Richtwerte, an denen Sie sich orientieren können. Demnach sollten Kinder unter 6 Jahren pro nach noch mindestens elf Stunden schlafen. Erst ab dem Grundschulalter sind zehn Stunden und weniger ausreichend. Allerdings sollten Sie dabei auch Rücksicht auf die unterschiedlichen Schlaftypen nehmen, denn die sind auch schon bei Kindern recht ausgeprägt.

Diese unterschiedlichen Schlaftypen gibt es:

•   Langschläfer
•   Kurzschläfer
•   Morgentypen, auch „Lerchen“
•   Abendtypen, auch „Eulen“ 

Bei Experminenten haben Forscher festgestellt, dass der menschliche Körper selbst ohne natürliches Licht oder sonstige Hinweise auf die wahre Zeit ungefähr im 24-Stunden-Takt bleibt. Ausnahmen: Frühaufsteher und Spätschläfer. Bei ihnen tickt die innere Uhr schneller beziehungsweise langsamer als bei den meisten Menschen.
Von Eulen und Lerchen: Frühaufsteher und Langschläfer

Wissenschaftler gehen davon aus, dass rund ein Viertel aller Deutschen entweder ausgeprägte Früh- oder Spättypen sind. Sie nennen diese Typen Lerchen und Eulen. Lerchen beim ersten Morgengrauen voller Elan auf, werden aber meist schon am frühen Abend träge. Eulen hingegen kommen nur schwer aus den Federn und in die Gänge, lassen aber am Ende des Tages umso eifriger die Puppen tanzen.

Ob, und wenn ja welcher dieser Fraktionen wir angehören, bestimmen auch unsere Gene. "Frühaufsteher gibt es genauso wie lustigere oder ruhigere Menschen. Das sind ganz normale Variationen.", sagt Jürgen Zulley. Das heißt, Eule, Lerche oder Normalschläfer sind wir von Geburt an. Allerdings geht Ulrich Rabenschlag, Freiburger Kinderpsychiater und Gründer der ersten deutschen Kinderschlaf-Ambulanz davon  aus, dass sich Eulen und Lerchen frühestens ab dem 8. Lebensmonat und etwa bis zum 3. Geburtstag herausschälen. Übrigens: „Umerziehen“ lässt sich der Schlaftyp nicht. Denn die jeweilige Eigenschaft ist im Wesentlichen genetisch vorgegeben. Es lässt sich aber schon beobachten, dass Kinder in jungen Jahren zur Lechre tendieren würden und in der Pubertät dann eher zur Eule, erklärt Schlafforscher Zulley. „Außerdem gibt es einen gewissen Lernanteil. Wenn Vater und Mutter Eulen sind, gehen die Kinder automatisch später ins Bett.", so Zulley weiter.

Soviel Schlaf braucht ein Kind
  • 1 / 4
    Kleinkinder

    2 Jahre: ca. 13 Stunden
    3 Jahre: ca. 12 Stunden

  • 2 / 4
    Kindergartenkinder

    4 Jahre: ca. 11,5 Stunden
    5 Jahre: ca. 11 Stunden

  • 3 / 4
    Grundschulkinder

    6 Jahre: ca. 10,75 Stunden
    7 Jahre: ca. 10,5 Stunden
    8 Jahre: ca. 10,25 Stunden
    9 Jahre: ca. 10 Stunden
    10 Jahre: ca. 9,75 Stunden

  • 4 / 4
    Ältere Schulkinder und Teenager

    11 Jahre: ca. 9,5 Stunden
    12 Jahre: ca. 9,25 Stunden
    13 Jahre: ca. 9,25 Stunden
    14 Jahre: ca. 9 Stunden
    15 Jahre: ca. 8,75 Stunden
    16 Jahre: ca. 8,5 Stunden


(Quelle: Daten der Millpond Children’s Sleep Clinic)

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Schläft mein Kind genug?

Wie findet man nun heraus, ob ein Grundschüler genug schläft? Man lässt ihn am Wochenende oder in den Ferien so lange schlafen, wie er will, und vergleicht diese Ruhezeiten mit denen an Wochentagen. Dieses Experiment machten der Freiburger Schlafforscher Ulrich Rabenschlag und sein Team vor mehr als zehn Jahren mit 1000 Grundschulkindern aus Freiburg und rund 7000 Grundschulkindern aus dem gesamten Bundesgebiet.

Ihr Ergebnis: Innerhalb der Schulwoche finden Kinder ein bis zwei Stunden weniger Schlaf als in der Ferienzeit und am Wochenende. Schon eine Stunde weniger Schlaf jedoch, das haben auch israelische Schlafforscher herausgefunden, kann erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von Kindern haben. Ihre Aufmerksamkeit lässt schneller nach. Die Folgen: Sie sind öfter nervös, ängstlich oder haben sogar Probleme mit Mitschülern.

Eine unguter Zustand also, der Erwachsenen beileibe nicht fremd ist. Je länger wir wach sind, desto mehr nimmt unser Schlafbedürfnis zu, wir werden schlaftrunken. Eine treffende Beschreibung. Denn „nach 24 Stunden ohne Schlaf verhalten wir uns wie mit einem Promille Alkohol im Blut, inklusive Selbstüberschätzung“, sagt Jürgen Zulley.

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