Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Schlafenszeit für Kinder: Tabellen und Tipps, wann Kids ins Bett sollten

Ab in die Falle!

Schlafenszeit für Kinder: Tabellen und Tipps, wann Kids ins Bett sollten

Auch wenn das eigentliche Zubettgehen in den meisten Familien für Trubel sorgt: Wenigstens ist es gar nicht so schwer, die richtige Schlafenszeit für unsere Kinder zu finden. Denn mittlerweile gibt es viele gute Richtwerte, die uns bei der Wahl der Bettgehzeit unserer Kids helfen. Das Tolle ist, dass alle Zeiten individuell anpassbar und in den Tagesablauf integrierbar sind. Denn auch unsere Kinder haben ihre ganz eigene innere Uhr.

Das Thema Kinderschlaf beschäftigt uns Eltern alle, denn von der Schlafqualität unserer Kleinen hängt unsere eigene, der darauf folgende Tagesablauf und ihre weitere Entwicklung ab. Erst mal: Ruhe bewahren! Denn wann und wie lange unsere Kids schlafen sollten, ist individuell verschieden. Und eine gewisse Flexibilität gibt es auch.

Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

Je nach Alter gibt es Empfehlungen, wie viele Stunden unsere Kinder pro Tag schlafen sollten. Bei zweijährige Kleinkinder sind es etwa 12-14 Stunden, fünfjährige 11 bis 13 Stunden täglich schlafen. Zehnjährige brauchen im Schnitt auch zehn Stunden Schlaf. Die BzGA weist aber darauf hin, dass dieser Rhythmus individuell ein bis zwei Stunden schwanken kann, denn wir haben alle einen unterschiedlichen Schlafbedarf. Alles zum Thema, wie viel Schlaf ein Kind braucht inklusive Tabelle, findet ihr hier bei uns:

Welche ist die beste Schlafenszeit für mein Kind?

Die beste Schlafenszeit für Kinder ist also ein Mittelwert aus Tagesablauf und Veranlagung. Wissenschaftler der University of Colorado Boulder fanden dazu heraus, dass die perfekte Schlafenszeit nicht nur von unserer Routine abhängt, sondern auch körperlich bedingt ist. So steigt der Melatoninspiegel im Blut unserer Kleinen zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Melatonin ist das Hormon, das uns signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen wird. Und wenn Kinder innerhalb von 30 Minuten dann im Bett liegen, schlafen sie am besten ein. So konnten Kleinkinder, die schon nach einem kürzeren Intervall ins Bett gingen, viel schlechter einschlafen. Gingen sie später ins Bett, schliefen sie noch schneller ein. Die goldene Bettgehzeit der Studie war ca. 20 Uhr.

Die perfekte Schlafenszeit setzt sich also aus folgenden drei Faktoren zusammen:

  • Anzahl der Stunden Schlaf, die euer Kind etwa benötigt
  • Schlaftyp eures Kindes: Manche Kinder sind Frühaufsteher, andere Nachteulen
  • Eure Routine: Wann stehen alle auf, wie lange dauert euer Bettgeh-Ritual

Anhand der Empfehlungen lässt sich relativ schnell ableiten, wann eure Mäuse in den Federn landen sollten: Eure Zweijährige, die 6.30 Uhr aufsteht, sollte auch spätestens 18.30 oder 19 Uhr schlafen. Euer Dreijähriger kann etwas länger aufbleiben – besonders, wenn er noch Mittagsschlaf hält. Und euer Grundschüler kann halb neun ins Bett.

Schlafenszeit für Kinder: Wann sollte mein Kind ins Bett?

Auch wenn die Schlafenszeit unserer Kinder individuell ist und alle unterschiedlich lang schlafen müssen, um früh fit zu sein, sind Richtlinien super zur Orientierung. Deshalb haben wir zwei gängige Tabellen für euch:

Kleinkind Schlaf: Wann soll mein Kleinkind ins Bett?

Die Schlafforscher von "The Baby Sleep Site" haben eine tolle Tabelle zusammengestellt, an der wir uns orientieren können. Besonders dann, wenn unser Kleinkind auf einmal keinen Mittagsschlaf mehr hält oder abends nicht zur Ruhe kommt. Wir haben sie für euch übernommen:

Alter Stunden Schlaf Wachphasen Empf. Schlafenszeit Experten-Tipps
10 - 15 Monate 12 - 14 h Im Schnitt 3-4 h 18 - 20 Uhr Beim Wechsel zu einem Mittagsschlaf Bettzeit vorziehen.
1,5 - 3 Jahre 12- 14 h Im Schnitt 4-5 h 18 - 20 Uhr Ab 2 Jahre Bettzeit um 19 wählen, wenn es Probleme beim Einschlafen gibt.
3 - 5 Jahre 11 - 13 h Im Schnitt 12 h (ohne Mittagsschlaf) 19 - 20.30 Uhr Fällt der Mittagsschlaf weg, ist eine Ruhepause und frühere Bettzeit sinnvoll.

Kinder-Schlaf ab 5 Jahren: Wann soll mein Schulkind schlafen?

Vor ein paar Jahren machte eine tolle Tabelle die Runde, die eine Lehrerin in der Facebook-Gruppe ihrer Schule teilte. Die Tabelle der Schlafenszeiten zeigt, wann ungefähr die beste Schlafenszeit für unsere Kinder ist:

Feste Schlafroutinen sind wichtig

Trotz aller Individualität ist es wichtig, dass ihr feste Bett-Geh-Rituale einhaltet. Diese können kurz und knackig ( Zähneputzen, Schlafi, Bett) oder ausgedehnter sein (Wanne, Buch lesen, Guten-Nacht-Geschichte ...) Denn Ärzte und Schlafforscher sind sich einig, dass feste Schlafgewohnheiten wichtig für unsere Kinder sind. So werden im Schlaf die Erlebnisse des Tages verarbeitet. Das ist für Kinder, die Tag für Tag so viele neue Eindrücke sammeln, besonders wichtig. Außerdem findet die Hirnreifung vor allem nachts statt – und das sogar bis zum 24. Lebensjahr.

Damit es euren Kindern einfacher fällt die Schlafrituale einzuhalten und um sie spaßiger zu gestalten, könnt ihr das Zu-Bett-Geh Ritual mit kleinen Dingen etwas aufpeppen. Du kannst zum Beispiel eine Mondlampe (bei Amazon, ca. 20 Euro) einbinden die ihr als Ritual immer zusammen ausmacht. Auch eine Gutenachtgeschichte, ein abendlicher Tee oder ein Bad vor dem ins Bett gehen bilden gute Ankerpunkte für dein Kind!

Nachteulen: Geht mein Kind zu spät ins Bett?

Auch, wenn eure Kinder vielleicht bis 8 Uhr ausschlafen können, sollten sie nicht regelmäßig nach 21 Uhr im Bett liegen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt, dass eine spätere Bettgehzeit bei fast einem Viertel der Kinder ein Übergewicht im Jugendalter bewirkt. Dabei bezieht sich die Grenze aber auf die Bettgehzeit, nicht die Zeit, in der euer Kind unbedingt einschlafen sollte.

Schlafmangel bei Kindern: Symptome

Abgeschlagenheit, Gereiztheit und schlechte Laune können Hinweise sein, dass euer Kind mehr Schlaf benötigt. Langfristig können sich Aufmerksamkeitsstörungen und geringere Leistungsfähigkeit bemerkbar machen. Dann ist es Zeit, eine frühere Schlafenszeit auszuprobieren. Aber nicht immer liegt es an den Schlafenszeiten: Auch ein Restless-Leg-Syndrom, Albträume oder Sorgen können z. B. dahinterstecken, dass eure Kleinen nicht ausgeschlafen sind.

Stresstest: Wie gestresst ist mein Kind?

Quellen:
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.
The Baby Sleep Site
Dissonance Between Parent‐Selected Bedtimes and Young Children's Circadian Physiology Influences Nighttime Settling Difficulties

Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

Flexibel bleiben …

Auch ich kenne Familien, bei denen die Kids um sieben einfach im Bett verschwinden und friedlich einschlafen. Nein, definitiv nicht meins! Unser Kleiner braucht jede Menge Schlafbegleitung und ein langes Abendritual, um runter zu kommen. Die Welt ist ja viel zu aufregend! Wir haben uns daran gewöhnt und passen seine Schlafenszeiten auch regelmäßig an. So halten wir uns an den obigen Plan, aber auch an die Empfehlung von Dr. Sears, dass es abends halt so lange dauert, wie es dauert. Denn so wichtig eine gute Routine ist, genauso schlecht sind Druck und Stress. Schließlich soll das Einschlafen für unsere Kleinen eine tolle Erfahrung werden, die sie auch erst lernen müssen.

Bildquelle: Getty Images/canovass

Galerien

Lies auch

Teste dich