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Schlafbedarf beim Baby: Wie viel Schlaf brauchen Babys im ersten Jahr?

Mit Schlaftabelle!

Schlafbedarf beim Baby: Wie viel Schlaf brauchen Babys im ersten Jahr?

Unsere Kleinen haben ganz individuelle Schlafbedürfnisse. Wann und wie lange sie schlafen müssen, um ausgeruht zu sein, ist ganz unterschiedlich. Und trotzdem gibt es tolle Tabellen, die den Schlafbedarf beim Baby veranschaulichen. Von Experten erstellt, sind sie ein guter Leitfaden für uns Eltern, unseren Kleinen zu einem besseren Schlaf zu verhelfen.

Es gibt kaum etwas Schöneres, als Babys beim Schlafen zuzusehen. Für uns Eltern auch deshalb, weil sich manchmal jede Schlafphase wie ein riesiger Triumph anfühlt, den wir und unsere Mäuse uns hart erarbeiten mussten. Jedes Baby hat dabei unterschiedliche Bedürfnisse zum Thema Schlafbegleitung und Schlafenszeiten. Das betont auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dennoch lässt sich der durchschnittliche Schlafbedarf eures Babys mit unserer Tabelle ganz leicht ermitteln. So habt ihr eine Orientierung und seht ganz schnell: Jedes Baby ist anders!

Schlafbedarf beim Baby: So viel Schlaf brauchen Babys im ersten Jahr

In den ersten Tagen und Wochen schlafen unsere Babys besonders viel. So brauchen Neugeborene 15 bis 18 Stunden Schlaf pro Tag! Diesen teilen sie sich in bis zu sechs Phasen auf. Das ist auch nötig, denn in den ersten zwei Monaten ist es wichtig, dass euer Baby mindestens alle drei Stunden trinken oder stillen kann. Danach ist die Magenreifung und sein Wachstum so weit fortgeschritten, dass vielleicht auch längere Schlafphasen möglich sind. Und auch ein Tag-Nacht-Rhythmus stell sich nach vier bis sechs Wochen immer mehr ein und ihr könnt beobachten, wie euer Baby nachts immer mehr und tagsüber für kürzere Intervalle schläft.

Schlafbedarf beim Baby: Schlaftabelle zur Orientierung

Nicht alle Babys schlafen zur gleichen Zeit. Eine grobe Orientierung ist aber super, wenn ihr im Sumpf der Übermüdung verzweifelt nach einem Rhythmus sucht oder langsam anfangen wollt, eine kleine Routine einzuführen. Wir beziehen uns auf Experten-Tipps der Schlafforscher der amerikanischen Baby Sleep Site, die sich allgemein mit den Empfehlungen der BZgA und der American Association of Pediatrics decken. Plus: Alle Tipps durchliefen unseren eigenen Praxistest.

Alter Stunden Schlaf Wachphasen Empf. Schlafenszeit Experten-Tipps
Neugeborenes 15 - 18 h ganz verschieden - Neugeborene wachen häufig auf, weil sie Hunger haben. Feste Schlafenszeiten sind unnötig. Sobald euer Kleines schläfrig wirkt, ist es Zeit für ein Nickerchen.
1 - 2 Monate 14 - 15 h ganz verschieden 20 - 23 Uhr So kleine Babys schlafen abends meist spät, weil sie tagsüber noch viel und unregelmäßig schlafen.
2 - 4 Monate 14 - 15 h je 1 - 2 h 20 - 23 Uhr Sobald sich der Nachtschlaf verlängert, könnt ihr die Bettzeit langsam vorverlegen.
4 - 8 Monate 14 - 15 h je 2 - 3 h 18 - 19.30 Uhr Ab ca. 6 Monaten sind Babys bereit für eine Routine und feste Zeiten für Nickerchen (3 - 4) bilden sich heraus.
8 - 10 Monate 12 - 14 h je ca. 3 h 18 - 19 Uhr Ab jetzt kann sich der Schlaf nochmal stark verändern. Die meisten Babys brauchen auf einmal nur zwei Nickerchen und schlafen nachts schlechter. Eine frühe Bettzeit hilft dann.
10 - 15 Monate 12 - 14 h je 3 - 4 h 18 - 20 Uhr Zwei Nickerchen sind hilfreich, ab 12 - 15 Monate sind manche Babys bereit für nur einen festen Mittagsschlaf. Dann hilft eine frühe Schlafenszeit am Abend.

Tagesablauf beim Baby: Ein Beispiel anhand der Tabelle

Bei einem zwei Monate alten Baby könnte euer Tagesablauf also grob so aussehen:

7 Uhr: Aufstehen
8. 30-9 Uhr: Schlafenszeit
11 - 13 Uhr: Schlafenszeit
14 - 14.30 Uhr: Schlafenszeit
16.30 - 18. 30 Uhr: Schlafenszeit
19 Uhr: Mini-Nickerchen
20.30 Uhr: Mini-Nickerchen
22 Uhr: Bettzeit (ca. 3 mal Stillen/ Fläschchen pro Nacht)

Dabei kann sich jeder Tag unterscheiden und ihr braucht euch nicht an feste Zeiten zu halten. Es kann aber helfen, Aufstehen und das erste Nickerchen fest einzuhalten, um langsam eine Routine zu entwickeln und euren Tag planbarer zu machen. Eure Schlafenszeit am Abend sollte flexibel sein. Aber ein festes Ritual, z. B. mit gedämmtem Licht, Kuscheln im Bett und Schlafliedern hilft, für eure Kleinen die Nacht anzukündigen. Bei älteren Babys verlängern sich die Intervalle zwischen den Schlafenszeiten am Tag entsprechend und verkürzen sich in der Nacht.

Ab wann sollte mein Baby durchschlafen?

Nochmal für alle, die euch neugierig befragen, ob euer Baby schon durchschläft: Durchschlafen bedeutet nicht, die ganze Nacht zu schlafen. Der Begriff bezieht sich regelrecht auf eine nächtliche Schlafphase, die sechs Stunden andauert. Bis zu sechs Monaten ist das aus evolutionärer Sicht für Babys gar nicht sinnvoll: Ihr Körper weckt sie regelmäßig auf, um ausreichend Nahrung, die Temperaturregulierung und die Versorgung durch Mama und Papa sicherzustellen. Ab einem halben Jahr lässt dieses Bedürfnis theoretisch etwas nach und eure Kleinen können mehrere Stunden ohne Nahrung, Windeln wechseln und Co. weiterschlafen. Aus Erfahrung wissen wir aber auch: Das ist bei vielen Babys unter einem Jahr keine Selbstverständlichkeit. Und auch im Kleinkindalter und darüber hinaus gibt es immer wieder Phasen, in denen Kinder nachts häufig aufwachen und uns brauchen.

Wichtig: Babys lieben Routine im Tagesablauf und beim Schlaf, denn sie gibt ihnen jede Menge Sicherheit. Noch mehr Sicherheit geben ihnen aber entspannte Eltern! Deshalb solltet ihr euch auf keinen Fall unter Druck gesetzt fühlen, ein bestimmtes Schema einzuhalten. Eine Regelmäßigkeit spielt sich irgendwann ganz von allein ein.

Viele tolle Tipps für Ruhe, Gelassenheit und einen guten Schlaf für alle findet ihr auch im Bestseller von US-Kinderarzt und AP-Gründer Dr. Sears "Schlafen und Wachen" (Amazon), das auch Hebammen und Stillberaterinnen der La Leche Liga empfehlen.

Quellen:
BZgA
The Baby Sleep Site

Neugeborenen-Quiz
Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

Schlaf, Kindlein ...

Ich nehme aus meiner Babyzeit Folgendes mit: Jedes, wirklich jedes Baby ist anders und hat spezifische Bedürfnisse, was seinen Schlaf angeht: Ob wiegen, Tragetuch, Stillen, Papas Brust oder Auto fahren es in den Schlaf begleiten; Mama, Staubsauger, Spieluhr oder The Who sie ins Schlummerland singen und wann und wo sie am besten schlafen, das bekommen wir Eltern nur durch Übung und Erfahrung heraus. Und am nächsten Tag kann schon alles wieder anders sein! Meine zweite Erkenntnis: In einem Jahr sind auch die schwierigsten Tage und Nächte so gut wie vergessen. Oder dank Schlafmangels in unserer Erinnerung so verschwommen, dass wir nur noch mit Nostalgie an sie zurückdenken. Und genau das ist das Schöne an der Babyzeit: Wir lernen unsere Kleinen jeden Tag ein bisschen mehr kennen und erleben gemeinsam mit ihnen unvergleichbare Momente.

Bildquelle: Getty Images/olesiabilkei

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