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Nachtschreck bei Kindern: 5 Tipps, die beim Nachtterror helfen

Nachtschreck bei Kindern: 5 Tipps, die beim Nachtterror helfen

Ruhig durchatmen!

Wenn Kinder mitten in der Nacht anfangen zu weinen, wimmern oder schreien, denken wir oft an Alpträume - aber was, wenn unser Kind auf unser Trösten mit Agressivität reagiert oder uns gar nicht wahrnimmt? Was schlimm aussieht, ist besonders bei kleinen Kindern eine häufige Erscheinung, aus der sie schnell wieder herauswachsen: Der Nachtschreck. Mit unseren Fakten und Tipps seid ihr bestens ausgerüstet, um euer Kind zu unterstützen.

Viele Eltern kennen diese Situation: Ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen schreckt euer Kind voller Panik aus dem Schlaf hoch, wimmert, keucht, schreit, schlägt um sich. Zwar hat es die Augen auf, es scheint aber nicht wirklich wach zu sein und auf euch zu reagieren. Nach einigen Minuten - die gefühlt ewig dauern - hat sich euer Kind beruhigt und schläft weiter. Manchmal wachen Kids auch kurz auf. Das Phänomen, das vielen Eltern Sorgen bereitet, ist der sogenannte Nachtschreck (Pavor nocturnus).

Er gehört zu den häufigsten Aufwachstörungen im Kindesalter und ist sozusagen das Schlafwandeln der Kinder. Das Gute am Nachtschreck: Die meisten von uns sind nur in den frühen Kindheitsjahren betroffen.

Gleichzeitig ist der Nachtschreck meist harmlos, weil Kinder von der Episode nichts mitbekommen. Für betroffene Eltern kann es dennoch sehr belastend sein, das eigene Kind in so einer Situation zu erleben. Dabei ist es auch nicht immer einfach zu erkennen, ob es sich um den Nachtschreck oder einen Alptraum handelt.

Wir zeigen euch, wie ihr eurem Kind am besten helfen könnt und woran ihr erkennt, dass ihr es mit dem Nachtschreck zu tun habt.

Was tun beim Nachtschreck? 5 Tipps

Sieht man sein Kind in einer solchen Situation, wollen wir Eltern verständlicherweise eingreifen. In der Regel ist es aber am besten, so wenig wie möglich zu machen.

  1. Ruhig durchatmen: Besonders wenn euer Kind wild um sich schlägt, ist es wichtig ruhig zu bleiben. Stellt sicher, dass es sich nicht verletzen kann und bleibt bei ihm, bis der Nachtterror vorbei ist.
  2. Versucht nicht, euer Kind aufzuwecken: Plötzliches Wecken kann euer Kind verwirren und es ihm später schwerer machen, wieder einzuschlafen. Gleichzeitig kann es ihm Angst machen, wenn ihr (verständlicherweise) angespannt auf die Situation reagiert.
  3. Sanftes Zureden: Sprecht mit sanfter Stimme und haltet euer Kind im Arm oder versucht, es sachte wieder ins Bett zurückzulegen, wenn es aufgestanden ist. Meistens ist es nicht nötig, einzugreifen und euer Kind beruhigt sich von selbst.
  4. Keine große Sache draus machen: Meistens wird sich euer Kind sich am nächsten Morgen nicht daran erinnern. Ist es aufgewacht und hat es doch etwas mitbekommen, braucht ihr um den Nachtschreck aber ebenfalls keine große Sache machen. Sonst könnt ihr euer Kleines schnell verängstigen. Nachtschreck? No big deal!
  5. Vorbeugen: Wenn ihr könnt, schafft ihr am besten schon im Voraus die besten Bedingungen für eine entspannte Nacht. Dazu gehören eine ruhige, entspannte Atmosphäre, ein festes Schlafritual und eine sichere Umgebung, in der sich euer Kind beim Aufwachen nicht verletzen kann (z. B. kein Spielzeug auf dem Fußboden, gesicherte Kanten, geschlossene Türen und Fenster...) Aber: Auch wenn einige Faktoren den Nachtschreck begünstigen können, habt ihr es nicht in der Hand, ob und wann er bei eurem Kind auftritt und müsst euch keine Vorwürfe machen.

Was ist der Nachtschreck genau?

Als Nachtschreck (medizinisch Pavor nocturnus) beziehungsweise Nachtterror bezeichnet man Auffälligkeiten während des Schlafes, die allerdings die Erholsamkeit des Schlafes nicht weiter beeinträchtigen. Diese Art von Verhaltensauffälligkeit nennt man Parasomnie; Schlafwandeln oder Sprechen im Schlaf fallen beispielsweise auch darunter.

Meist treten Nachtschrecken häufig in der ersten Nachthälfte auf, zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen.

Woran erkennt man den Nachttschreck?

Der Nachtterror äußert sich bei manchen Kindern nur durch ein leises Wimmern oder Keuchen. Bei vielen Kindern sind die Anzeichen aber auch richtig extrem. Meistens erkennt ihr den Nachtschreck an diesen Anzeichen:

  • Lautes Wimmern oder Weinen ohne Tränen
  • Schreien
  • Schneller Herzschlag
  • Angstschweiß
  • Plötzliches Aufsetzen oder Hochschrecken
  • Orientierungslosigkeit
  • Weit aufgerissene Augen

Im Durchschnitt dauert eine Episode etwa 15 Minuten, dann ist der Schreck vorbei und euer Kind schläft normal weiter als wäre nichts gewesen. Am Morgen kann es sich an nichts erinnern. Nur uns Eltern sitzt der Schreck der letzten Nacht noch in den Knochen.

In bis zu 50 Prozent der Fälle kommt es in den Nächten nach dem Nachtterror auch zum Schlafwandeln – und auch daran kann sich das Kind danach nicht mehr erinnern. Etwa 20 Prozent aller Kinder hat schon einmal Erfahrungen mit dem Pavor nocturnus gemacht. Meist kommt es nur zu vereinzelten Vorfällen. Bei ein bis fünf Prozent aller Kinder kann es dagegen zu mehrfachen Attacken kommen und etwa ein Prozent der Kinder macht regelmäßig ungefähr einmal die Woche Erfahrung mit dem Nachtschreck. Jungen sind häufiger vom Nachtterror betroffen als Mädchen.

In welchem Alter tritt der Nachtschreck auf?

Meist tritt der Nachtschreck bei Kleinkindern auf – etwa zwischen zwei und sechs Jahren. Besonders häufig sind Kinder betroffen, die sich gerade auf die Einschulung vorbereiten (Stichwort Wackelzahnpubertät) oder sich in Schule oder Kita eingewöhnen müssen. Auch anstrengende Krankheitsphasen, große Veränderungen wie Umzüge oder sogar Urlaub können einen Nachtschreck auslösen. Manchmal tritt der Nachtschreck auch schon bei Babys auf, noch seltener können auch Erwachsene einen Nachtschreck erleben. Meistens äußert er sich dann aber im Schlafwandeln.

Was sind die Ursachen für den Nachtschreck?

Natürlich sind wir Eltern erst einmal ziemlich beunruhigt, wenn unser Kind so etwas durchmachen muss. Viele befürchten, dass schlimme Ursachen dahinterstecken können. Doch ihr könnt wirklich aufatmen: Der Nachtschreck ist meist völlig harmlos. Zwar sind die genauen Ursachen dieser Schlafauffälligkeit noch nicht vollständig geklärt, doch wahrscheinlich kommt es zum Nachtterror, wenn der Wechsel vom Tiefschlaf in den Traumschlaf gestört wird und so das Nervensystem quasi übererregt ist.

Kinder sind besonders davon betroffen, da das kindliche Gehirn noch nicht gelernt hat, den Übergang vom Tiefschlaf in den Traumschlaf richtig zu managen. Bestimmte Reifungsprozesse im zentralen Nervensystem sind bei den Kindern also noch nicht abgeschlossen. Die nächtliche Störung sollte sich also mit dem Heranwachsen des Kindes von selber wieder legen.

Faktoren, die den Nachtschreck begünstigen können:

Bestimmte Faktoren können das Auftreten des Pavor nocturnus verstärken:

  • Familiärer Veranlagung, z. B. Nachtschreck oder Schlafwandeln der Eltern
  • Körperlicher und seelischer Stress
  • Schlafmangel
  • Extreme Belastungen
  • Krankheit
  • Fieber
  • Bestimmte Medikamente
  • Eine neue/ fremde Umgebung
  • Besondere Ereignisse, z. B. Einschulung, neues Geschwisterkind, Umzug

Der Nachtterror ist übrigens nicht gleichzusetzen mit Albträumen. Denn böse Träume treten während der Traumphase auf. Das Kind weiß – im Gegensatz zum Nachtschreck – ganz genau, warum es sich erschreckt hat und kann sich am Morgen danach oft auch noch an den Traum erinnern.

Wann sollte man beim Nachtschreck zum Arzt?

In der Regel braucht ihr also keine Angst haben, wenn der Nachtschreck bei eurem Nachwuchs auftritt. Leidet euer Kind aber auch noch in der Vorpubertät - also ca. ab dem siebten Lebensjahr – noch unter dem Nachtterror, oder tritt er sehr häufig auf, könnte ein Besuch bei der Ärztin trotzdem ratsam sein. In seltenen Fällen können dann psychotherapeutische Maßnahmen helfen– zum Beispiel, um den Stress des Kindes zu reduzieren.

Können Babys einen Nachtschreck haben?

Obwohl der Nachtschreck vor allem bei Kindern der Altersstufen zwischen zwei und sechs Jahren auftritt, können auch Babys schon von nächtlichen Angstattacken betroffen sein. Sie reagieren dann meistens mit Schreien und schlagen um sich. Auch bei Babys gilt – wie bei älteren Kindern – Ruhe bewahren, das Kind möglichst nicht wecken und durch Körpernähe und leises Zureden oder Singen wieder zum Weiterschlafen bewegen.

Ihr habt eine schwere Nacht hinter euch? Höchste Zeit, mal wieder mit einem Feel-Good-Movie zu entspannen, wenn die Kleinen schlummern. Vielleicht findet ihr was in unserer Auswahl:

Stresstest: Wie gestresst ist mein Kind?

Quellen:

BZgA

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Mein Fazit

Der Nachtschreck war bei uns ab dem ersten Geburtstag ein Thema. Wahrscheinliche Auslöser waren Urlaub, Kita-Eingewöhnung und langwierige Kinderkrankheiten. Aber auch, wenn durch Termine oder Besuche Unruhe in unseren Alltag kam, was sich ja nicht immer vermeiden lässt. Für uns Eltern kann die Situation sehr belastend sein, schließlich hat man instinktiv diese Stimme im Kopf, die helfen will und auch die Zweifel, ob man wirklich gerade richtig handelt oder der Kleine nicht doch Schmerzen hat. Besonders, wenn der Nachtschreck häufig auftritt und lange anhält. Uns hat geholfen, uns so gut wie möglich auf einen möglichen Nachtterror einzustellen, um dann besonders ruhig handeln zu können. Und natürlich ist es immer gut, Sorgen und Ängste mit dem Kinderarzt zu besprechen.

Bildquelle: Getty Images/David Sacks

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