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Schlafstörung beim Kind: Belastung für die ganze Familie

Keine gute Nacht

Schlafstörung beim Kind: Belastung für die ganze Familie

Etwa jedes dritte Kind hat im Laufe seiner Entwicklung Probleme mit dem Schlafen. Die einen können einfach nicht einschlafen, die anderen wachen nachts mehrmals auf, wieder andere schlafwandeln oder werden von Albträumen heimgesucht. Nicht immer ist gleich von einer Schlafstörung beim Kind auszugehen.

Ab wann besteht eine Schlafstörung bei einem Kind?

Schlaf ist für Kinder immens wichtig. Bekommt ein Kind längerfristig nicht genug Schlaf, drohen Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie psychische und gesundheitliche Schwierigkeiten und es kann von einer Schlafstörung gesprochen werden. Oder genauer:  Wenn Betroffene an drei Nächten pro Woche und mindestens einen Monat lang nicht normal schlafen können, handelt es sich um eine Schlafstörung.

Das ganze hat noch weitere Folgen: Müde Kinder können sich nur schlecht konzentrieren und auch das Gedächtnis leidet unter anhaltendem Schlafmangel. Schulische Probleme sind da vorprogrammiert. Und nicht nur das.

Anhaltende Schlafprobleme bei einem Kind sind auch eine Belastung für die ganze Familie: Selbst die verständnisvollsten Eltern stoßen bei einem permanent übermüdeten Kind und allabendlichem Theater zur Bettgehzeit irgendwann an ihre Grenzen. Und je negativer das Thema Schlaf in der Familie besetzt ist, desto schlimmer werden die Probleme.

Woran erkenne ich, dass mein Kind nicht genug schläft?

Am leichtesten erkennt ihr das, wenn euer Kind unter einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit leidet, träge, vergesslich und schusselig wird. Doch nicht immer ist es so offensichtlich, dass dem Kind Schlaf fehlt. Häufig sind übermüdete Kinder auch besonders zappelig, reizbar und launisch. Vor allem kleinen Kindern geht das so.

Was sind typische Anzeichen für eine Schlafstörung bei einem Kind?

Eine Schlafstörung kann sich auf verschiedene Art und Weise zeugen, häufig gepaart mit folgenden Symptome. In den allermeisten Fällen sind sie allerdings harmlos und legen sich mit der Zeit von allein. Es gilt wie immer: Wer sich unsicher ist oder das Symptom bei eurem Kind plötzlich, regelmäßig und übermäßig stark auftritt, ab zum Kinderarzt!

  • Einschlafstörungen: Hiervon spricht man, wenn das Kind regelmäßig länger als 20 Minuten braucht, um einzuschlafen. Einschlafprobleme haben oft ganz nachvollziehbare Ursachen: So wird beispielsweise das individuelle Schlafbedürfnis der Kleinen von den Eltern falsch eingeschätzt. Ein Kind, das eher im Bett liegt als es müde ist, wird natürlich Probleme beim Einschlafen haben. Und ein Kind, das aufgewühlt von der aufregenden Fernsehserie ist, die es gerade noch gesehen hat, wird auch nicht so schnell zur Ruhe kommen. Gleiches gilt für Kinder, die bis kurz vorm Schlafengehen Videospiele spielen, für gestresste Kinder, oder für Kinder, die tagsüber nicht ausreichend aktiv waren und einfach viel zu ausgeruht zum Schlafen sind. Die Liste ist lang...
  • Albträume: Auch Albträume gehören zu den typischen Schlafstörungen bei Kindern. Sie treten vor allem in der zweiten Nachthälfte auf. Die Kinder werden wach und fürchten sich. Treten Albträume wiederholt auf, fürchten sich Kinder verständlicherweise auch vor dem Einschlafen am Abend. Eine kleine Lichtquelle im Zimmer (ein Nachtlicht von AUKEY z. B. über Amazon für 19,99 €) , die geöffnete Zimmertür oder ein beschützendes Kuscheltier können gegen die nächtliche Furcht helfen.
  • Nachtschreck (Pavor nocturnus): Dieses Ereignis tritt vor allem bei jungen Kindern von vier bis sechs Jahren auf. Hierbei schreien, keuchen oder wimmern die Kleinen plötzlich und/oder schlagen panisch um sich. Im Unterschied zum Albtraum erwachen die Kinder beim Nachtschreck nur unvollständig und können sich am nächsten Tag an nichts davon erinnern. Der Nachtschreck wird zum Beispiel durch emotionalen Stress oder Schlafmangel ausgelöst.
  • Schlafwandeln: Gerade bei jüngeren Kindern ist auch das Schlafwandeln gar nicht so unüblich. Vor allem in den ersten ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen tritt es auf. Die betroffenen Kinder führen dann im Schlaf komplexe Bewegungen aus, schauen umher, wedeln mit den Armen oder steigen gar aus dem Bett und laufen durch die Wohnung. Schlafwandler lassen sich nur schwer wecken und sind dann oft verstört oder reagieren aggressiv. Besser ist es, das Kind sanft wieder ins Bett zurückzuführen.
  • Rhythmische Bewegungen: rhythmisches Schaukeln des Kopfes oder der Extremitäten in der Einschlafphase (Jaktationen) kann bis ins Grundschulalter auftreten. Zeigt euer Kind sonst kein auffälliges Verhalten, dienen diese unbewussten Bewegungen allermeist der Selbstberuhigung.
  • Schnarchen und Schlafapnoe: Viele Kinder schnarchen, das ist entwicklungsbedingt vollkommen normal. Als Ursache kommen Übergewicht, Kiefer-Fehlbildungen, vor allem aber vergrößerte Mandeln und Polypen in Frage. Kritisch wird es, wenn das Schnarchen von Atemaussetzern (Apnoe) begleitet wird.
  • BettnässenAuch das nächtliche Bettnässen zählt zu den typischen Schlafstörungen im Kindesalter. Nässt das Kind mit fünf Jahren immer noch mindestens zwei Mal pro Monat ein, spricht man von Enuresis nocturna.
  • Narkolepsie: Kinder, die an Narkolepsie bzw. der „Schlaf-Krankheit“ leiden, können aus dem Stand plötzlich einschlafen, während des Essens oder beim Sprechen, für Sekunden, manchmal gar für eine halbe Stunde. Außerdem kann es sein, dass sie während des Einschlafens visuelle und akustische Halluzinationen haben. Es ist wichtig, Narkolepsie, auch wenn sie sehr selten ist, früh zu erkennen. Zum Beispiel an einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit oder daran, dass das Kind morgens sehr große Problem damit hat, aus dem Bett zu kommen.

Was tun bei einer Schlafstörung beim Kind? Schlafhygiene ist das Stichwort

Gesunder Schlaf ist nicht nur im Kindesalter von ein paar Bedingungen abhängig. Dazu gehören neben einer geeigneten Schlafumgebung auch eine regelmäßige Bettgehzeit und feste Rituale.

Schlafstörungen, gerade im Kindesalter, haben viel mit dem Verhalten am Tage und Abend zu tun. Und gerade deshalb lassen sie sich in der Regel gut behandeln. Experten sprechen hier von einer Schlafhygiene, die – wenn sie eingehalten wird – sicherstellt, dass die Rahmenbedingungen für ein gesundes Schlafverhalten gegeben sind.

  • Die Schlafumgebung muss stimmen: Kinder wie Erwachsene können nur dann gut einschlafen, wenn sie sich sicher und geborgen fühlen. Lärm- und Lichtquellen sollten dafür so gut es geht, ausgeschaltet werden. Die Temperatur im Zimmer sollte zwischen 16 und 19 Grad liegen. Selbstverständlich muss das Kind sein Bett bequem finden. Das Bett selbst sollte nur zum Schlafen und nicht etwa tagsüber als Spielwiese dienen. Dient das Bett als Strafe für Fehlverhalten, stellt das Bett keine sichere Schlafhöhle dar, sondern wird mit etwas Negativem verknüpft. In unmittelbarer Nähe zum Bett sollten kein Fernseher, kein Computer, keine Spielekonsole und keine Schulsachen stehen. Hat das Kind schon ein Handy, sollte es nachts nicht direkt neben dem Bett liegen, sondern außer Reich- und Sichtweite.
  • Ein strukturierter Abend und Einschlafrituale: Vor allem Klein- und Vorschulkinder profitieren davon, wenn jeder Abend gleich abläuft. Einschlafrituale können beispielsweise sein: ein Buch anschauen, eine Geschichte (vor)lesen (z. B. unsere kurzen Guten-Nacht-Geschichten), ein Hörbuch hören oder Kuschelzeit mit Mama oder Papa. Behaltet diesen Ablauf und auch die Uhrzeiten dabei konsequent ein, stellen sich Körper und Geist eures Kindes abends von ganz allein aufs Schlafen ein.
  • Zur Ruhe kommen: Etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen sollte keine aufregende Fernsehsendung mehr geguckt und kein Videospiel mehr gespielt werden. Auch toben oder laute Musik sollten auf den Vormittag oder frühen Nachmittag verschoben werden. Der Abend sollte – so gut es geht – in ruhiger und entspannter Atmosphäre ausklingen. Entspannungsmethoden wie Fantasiereisen können dabei helfen, abends „herunterzufahren“.
  • Vor dem Schlafen nichts mehr essen und trinken: Denn hat der Körper mit der Verdauung zu kämpfen oder drückt die Blase, kann man nicht schlafen.
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Hilfe bei Schlafstörung bei Kindern und Kleinkindern

Damit euer Kleinkind abends gut einschlafen kann, sollte der Mittagsschlaf nicht zu lang ausfallen. Außerdem sollten mindestens vier Stunden zwischen dem Erwachen aus dem Mittagsschlaf und dem abendlichen Zubettgehen liegen.

Für Vorschulkinder und Grundschüler stellt nicht das Durchschlafen, sondern das Zubettgehen das größte Problem dar. Auch hier sei nochmal betont, wie wichtig Rituale und eine konsequente Bettgehzeit sind. Eine Studie der Universität Köln unter Schulanfängern hat gezeigt, dass Kinder, die zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett gehen, doppelt so häufig unter Schlafstörungen leiden, wie Kinder mit regelmäßigen Bettgehzeiten.

Auch ein Fernsehgerät im Zimmer schien die untersuchten Kinder beim Schlafen zu stören. Ein großer Schlafstörer ist zudem familiärer Stress. Versucht also, Streitigkeiten in der Familie so gut es geht von eurem Kind fern zu halten und es nicht mit solchen Sachen zu belasten.

Das Klischee vom langschlafenden und spät-ins-Bett-gehenden Teenager kommt nicht von ungefähr. Je älter die Kinder werden, desto mehr verschiebt sich sein Schlaf-Wach-Rhythmus nach hinten. Es ist für Teenies also vollkommen normal, abends länger wach zu sein und dafür morgens lange zu schlafen.

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Wer ist bei einer Schlafstörung beim Kleinkind bzw. Kind der richtige Ansprechpartner?

Schlafstörungen, denen keine Krankheit zu Grunde liegt, sind in der Regel gut behandelbar, können aber hartnäckig sein. Bekommt ihr die Schlafstörung beim Kind nicht allein in den Griff, scheut nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der erster Ansprechpartner dafür ist der Kinderarzt. Er kann beraten und  gegebenenfalls an spezialisierte Neurologen oder Psychiater überweisen. Möglich ist, dass euer Kind eine Nacht im Schlaflabor verbringen muss, damit sich die Ärzte ein Bild davon machen können, wie stark der Schlaf des Kindes gestört ist. Darauf aufbauend kann dann eine geeignete Therapie stattfinden.

Quellen: aerzteblatt.de, Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

Bildquelle: Gettyimages/LightFieldStudios

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