Regel Nr. 1 fürs Töpfchen-Training: Gelassen bleiben

Einige Kinder benutzen schon mit 2 Jahren das Töpfchen wie selbstverständlich, andere brauchen noch mit 5 Jahren die Windel. Das ist vollkommen normal, jedes Kind entwickelt sich eben im individuellen Tempo. Wichtig ist, dass die Eltern bei der Sauberkeitserziehung gelassen bleiben.


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Babys Muskelkontrollapparat muss erst noch heranreifen


Heute wissen wir, dass der Nerven- und Muskelkontrollapparat, der uns Menschen sagt, "wann es so weit ist" und uns dicht hält, bis wir die rettende Schüssel erreicht haben, langsam heranreift. Bei einigen Kindern geht das auch schneller - wenn ein Anderthalbjähriger die Windel partout loswerden möchte, kann selbst ein so früher Zeitpunkt genau der richtige sein.

Aber erst im 3. Lebensjahr ist die Kontrollfunktion dann bei praktisch allen Kindern recht gut, zumindest tagsüber. Mit vier Jahren sind 80 Prozent der Kinder fähig, das Klo praktisch immer rechtzeitig zu erreichen. Dass nachts einmal etwas in die Hose geht, ist dann allerdings noch sehr häufig. So häufig, dass sich die Eltern von rund 15 Prozent der Fünfjährigen noch Sorgen machen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Ganz überwiegend können die Ärzte sie beruhigen: Keine Krankheit, nichts kaputt.

Und deshalb geben sie heute die Generalregel aus:

●   Bloß nicht verkrampfen,
●   das Thema nicht zu ernst nehmen,
●   keinen Druck machen und
●   sich bloß keine „Schäm dich“-Schimpftiraden erlauben.

Die goldene Regel beim Töpfchen-Traingn heißt: Dranbleiben, aber ohne viel Aufhebens. Je weniger Spektakel die Großen machen, desto besser klappt der Übergang.
Gelassene Eltern fördern Wechsel von Windel zum Töpfchen
Das Dranbleiben ist allerdings ebenso nützlich wie das Gelassenbleiben. Denn wenn das Ende der Windelzeit schon nicht als Markstein der kindlichen Entwicklung taugt, dann ist die neue Trockenzeit doch zumindest eines: unheimlich praktisch. Und ein ganz erstaunlicher Spar-Faktor, denn allein der Preis der 5000 Durchschnitts-Windeln ist beachtlich.


Mädchen gehen eher aufs Töpfchen als Jungen

Erste! Mädchen werden in der Regel schneller trocken als Jungen.


© Thinkstock
Außerdem mag der Wettbewerb um den führenden Pipi-Profi in der Spielgruppe zwar ein wenig albern sein - aber in Kita & Kindergrippe oder bei der ersten Übernachtung bei Freunden ist es schon schön, wenn nichts mehr in die Hose geht.

Am besten beginnt das krampflose Töpfchen-Training ab einem Alter von 24 bis 26 Monaten, für das sich übrigens sogar eine Menge Freiwillige finden: "Besonders die Mädchen sind oft früh dran und möchten selber die Windel los sein", sagt Kinderärztin Caspers - vielleicht aus anatomischen, vielleicht aus psychologischen Gründen, schließlich werden sie bis zum Ende der Pubertät immer einen kleinen Entwicklungsvorsprung vor den Jungs haben.


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