Kinder lernen in Gruppen besser

In Gruppen lernen macht Kindern nicht nur viel mehr Spaß, sondern ist auch effektiver. Warum Kinder in Gruppen besser lernen.


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Kinder lernen in Gruppen besser


Schon oft haben die beiden Viertklässlerinnen Mira und Judith die Erfahrung gemacht, dass gemeinsames Lernen am Nachmittag mehr bringt als einsames Büffeln. „Wir machen schon seit der dritten Klasse unsere Hausaufgaben zusammen. Meistens sind wir bei mir zu Hause, manchmal auch bei Judith“, erzählt Mira. Die Eltern finden das Lern-Tandem ihrer Töchter klasse - Judiths Mutter, weil sie sich ihre Teilzeitstelle besser einteilen kann, Miras Mutter, weil sie weniger Stress hat: „Seit die beiden ihre Hausis gemeinsam machen, ist Mira viel eifriger bei der Sache. Früher musste ich sie oft stundenlang antreiben, bis sie mit den Hausaufgaben begonnen hat, heute geht das von ganz allein“, berichtet Monika Kraus. „Partnerarbeit bei Hausaufgaben bringt durchweg sehr viel“, bestätigt der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck. Er hält die aus zwei Schülern bestehende Mini-Lerngruppe sogar für die ergiebigste Lernform überhaupt, „effizienter noch als Einzelarbeit und das Lernen in größeren Gruppen oder im Klassenverband“. Woher das kommt? „Kinder haben Freude daran, miteinander zu üben, Gelerntes anzuwenden und zu wiederholen. Man muss sich nur anschauen, wie sie 200-mal hintereinander versuchen, mit den beiden rechten Rädern ihres Skateboards an einer Parkbank entlangzuschrammen und danach wieder aufrecht aufzusetzen. Am meisten Spaß macht ihnen das im Wettbewerb mit einem Freund. Genau dasselbe geschieht beim gemeinsamen Hausaufgabenmachen: Auch hier lernen die Kinder mit vollem Ernst und großer Lust mit- und voneinander“, sagt der Schulfachmann.

Nicht jeder Lernstoff eignet zum Lernen in Gruppen

Dennoch: Nicht jeder Lernstoff und nicht alle Hausaufgaben eignen sich von vornherein gleich gut für die Partnerarbeit. So ist beim Lesen, Malen oder dem Auswendiglernen von Vokabeln, Formeln, Geschichtsdaten und Gedichten zunächst einmal Einzelarbeit angesagt - bevor die Ergebnisse dann gemeinsam besprochen und überprüft werden. Aufgaben aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, Referate und Rollenspiele hingegen lassen sich - etwas Übung und Disziplin vorausgesetzt - komplett in Teamarbeit erledigen. Dass diese Form der Zusammenarbeit überhaupt klappt, konnte sich Sylvia Trebitsch am Anfang gar nicht vorstellen: „Ich dachte, die reden und albern mehr herum, als dass sie etwas lernen“, gesteht die Mutter von mittlerweile zwei Schulkindern. Deshalb hielt sie sich zunächst auch immer in der Küche auf, wenn Sohn Markus (11) mit seinem Freund Tobias im benachbarten Esszimmer Hausaufgaben machte. „So habe ich mit einem Ohr mitbekommen, wenn es mal nicht weiterging und ich einen Tipp geben musste“, erinnert sich die gelernte Fotografin. Heute kümmert sich Markus' Mutter nur noch auf Nachfrage um die beiden.




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