Sicherer Schulweg für ABC-Schützen

Wenn sich die ABC-Schützen auf ihren neuen Schulweg machen, sollten sie gut vorbereitet sein. Mit gezielten Übungen können Sie Ihr Schulkind für Gefahrenstellen sensibilisieren und richtiges Verhalten trainieren. Wir geben Tipps für den sicheren Schulweg.


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Lesen, rechnen, schreiben – nicht nur in der Schule wird Ihr ABC-Schütze viel Neues lernen. Allein der Weg zur Schule steckt bereits voller Aufgaben und Situationen, in denen er gefordert wird. Denn was wir Erwachsenen längst verinnerlicht haben, müssen Kinder erst durch viel Übung erlernen: sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

Junge Schulkinder im Straßenverkehr



Jungen auf dem Schulweg


© iStock
Das Statistische Bundesamt veröffentlichte zuletzt 2014 eine Kinderunfallstatistik. Darin wird deutlich: Verkehrsunfälle mit Kindern häufen sich ab dem Schuleintrittsalter. Vor allem zu typischen Schulweg-Zeiten (7 bis 8 Uhr und 13 bis 14 Uhr) und Zeiten von Nachmittagsaktivitäten (15 bis 18 Uhr) geschehen die meisten Verkehrsunfälle mit 6- bis 14-Jährigen. Ursache sind häufig Fehler beim Überschreiten der Fahrbahn, insbesondere, weil nicht auf herannahende Fahrzeuge geachtet wurde.

Aufgrund ihres physischen und psychomotorischen Entwicklungstands sind Schulanfänger im Straßenverkehr besonders gefährdet. Wegen ihrer geringen Körpergröße haben sie es oft schwer, eine Verkehrssituation vollständig zu überblicken. Dazu kommt, dass auch andere Verkehrsteilnehmer die Kleinen an unübersichtlichen Stellen schon mal übersehen können. Abgesehen von der Körpergröße haben junge Schulkinder auch noch Probleme beim Einschätzen von Entfernungen und Geschwindigkeiten, zudem lassen sie sich leicht ablenken und haben noch kein ausreichendes Gefahrenbewusstsein. Wichtige Fähigkeiten, um sich einigermaßen sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Aber: All das kann Ihr Kind durch Übungen erlernen. Deshalb sollten Sie den Schulweg noch vor dem ersten Schultag gemeinsam mit Ihrem Schulkind trainieren. 

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Tipps für einen sicheren Schulweg

Sicheren Schulweg auswählen
Der kürzeste oder schnellste Weg ist nicht immer der sicherste. Wählen Sie eine kinderfreundliche Fußwegroute zur Schule bzw. zur Bushaltestelle. Versuchen Sie, den Weg aus Kinderperspektive zu sehen. Wo gibt es problematische Überquerungen und worauf muss man dort besonders achten? Einige Schulen oder Gemeinden bieten einen sogenannten Schulwegplan, auf dem gefährliche Stellen markiert und sichere Alternativen vorgeschlagen werden. Allgemein gilt: Die Straße sollte nach Möglichkeit immer über eine Fußgängerampel oder einen Zebrastreifen überquert werden, am besten dort, wo Schulweghelfer dabei helfen.

Schulweg trainieren
Bereits vor dem ersten Schultag sollten Sie den Schulweg mit Ihrem Kind üben. Gehen Sie ihn regelmäßig gemeinsam ab und sprechen Sie darüber, wie es sich an den verschiedenen Checkpoints (z.B. Ampeln, Zebrastreifen) verhalten muss. Dabei hilft auch, „laut zu denken“, wenn sich eine Verkehrssituation ergibt: „Siehst du, da möchte ein Auto in unsere Straße einbiegen. Wir haben zwar Grün, aber warten erst ab, ob der Fahrer uns auch wirklich gesehen hat und anhält.“

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und bleiben Sie bei der Sache, damit Ihr Kind den Ernst des Schulweg-Trainings spürt. Wenn alle Regeln einstudiert sind, drehen Sie den Spieß auch einmal um und lassen Sie sich die Übungen von Ihrem Kind erklären, um das neu Gelernte nachhaltig zu festigen. Denken Sie sich Fragen aus, die den Schulweg betreffen, und lassen Sie Ihr Kind gedanklich durchspielen, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt und welche Regeln es beachten muss. „Was machst du, wenn du auf dem Schulweg plötzlich deine Freunde auf der anderen Straßenseite siehst?“ - „Was ist, wenn die Ampel auf Grün schaltet und du noch ein paar Schritte bis zur Straße hast?“

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Klare Regeln aufstellen
Stellen Sie für den Schulweg klare Regeln auf: Nicht zu nah am Bordstein stehen, vor allem nicht an Kreuzungen und Kurven (LKW und Autos mit Anhänger könnten das Kind sonst erfassen). Nicht zwischen geparkten Autos heraus die Straße betreten. Rot heißt Stopp, und zwar immer! Am Zebrastreifen den Arm ausstrecken und die ankommenden Autofahrer anschauen um ihnen zu zeigen: "Ich möchte die Straße queren". Und auch an der grünen Ampel gilt: Losgehen erst, wenn kein Fahrzeug mehr kommt oder alle Autos zum Stehen gekommen sind. Muss die Straße an einer Stelle ohne Ampel oder Zebrastreifen überquert werden, dann nicht nur links-recht-links sondern immer wieder schauen und sich vergewissern, dass die Straße frei ist.

Helle, reflektierende Kleidung
Kinder in heller Kleidung sind für Autofahrer viel besser zu sehen, gerade wenn die Tage kürzer werden und es morgens noch dunkel ist. Reflektoren sollten am Schulranzen und im besten Fall auch an der Kleidung angebracht sein.

➤ Anfangs begleiten, später allein oder in der Gruppe
Anfangs sollten Sie Ihr Kind nach Möglichkeit auf dem Weg zur Schule begleiten. Die ersten Tage in der neuen Umgebung mit neuen Freunden und Herausforderungen sind sehr aufregend – das eine oder andere aus dem Schulweg-Training könnte da schon mal vergessen werden. Sobald sich Ihr Kind aber weitgehend sicher auf dem Schulweg bewegt, sollten Sie es allein gehen lassen. Das fördert die Selbstständigkeit und das Selbstvertrauen. Besser noch als ganz allein geht es sich in der Gruppe. Vielleicht haben neue Klassenkameraden ja den gleichen Weg und es findet sich eine kleine Truppe, die den Schulweg morgens und nachmittags gemeinsam bestreiten kann.

➤ Bitte nicht mit dem Auto!
Sofern es möglich ist, sollten Sie Ihr Kind immer zur Schule laufen lassen. Frische Luft und Bewegung am Morgen machen munter und bereiten optimal auf den Schultag vor. Außerdem lernen Kinder nur so, sich selbstständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Dazu kommt, dass sich stauende Eltern-Autos vor dem Schulgelände immer wieder für gefährliche Situationen und Chaos sorgen. Sollten Sie Ihr Kind dennoch fahren wollen, dann parken Sie möglichst ein Stück abseits des Schulgeländes und lassen Sie es wenigstens das letzte Stück zum Schultor allein laufen.






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