"Ich bin süchtig danach, eine Leihmutter zu sein"

Was bewegt einen dazu, Leihmutter zu werden? In diesem Video erzählt Tara Sawyer aus England ihre Geschichte.


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Das Thema Leihmutter ist oft ein politisches. Zu Recht wird der Reproduktionstourismus in armen Länder kritisiert, wenn Gebär-Mütter von einer reichen Elite ausgebeutet werden. Das ist die Schattenseite, die existiert - über die geredet werden muss. Und es fällt leicht, mit diesen Argumenten ein Thema abzulehnen, das unsere behütete Grundordnung von Liebe, Sex und Familie durcheinander bringt.

Doch es gibt auch andere, positive Beispiele für die Leihmutterschaft. Frauen tragen freiwillig fremde Kinder aus und nehmen dafür kein Geld. Sie machen das aus reiner Nächstenliebe. Dieses Zugeständnis an die Menschlichkeit ist wesentlich schwieriger als die Unmenschlichkeit zu verurteilen. Denn es bedeutet einzugestehen, dass unter den richtigen Voraussetzungen das Prinzip der Leihmutter durchaus etwas Heroisches hat: Eine Frau schenkt einem fremden Kind das Leben ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.

Leihmutter aus Leidenschaft


Tara Sawyer aus England ist eine von diesen Frauen. Sie brachte insgesamt sieben Kinder zur Welt, aber nur vier Kinder davon sind ihre eigenen. „Eine Leihmutter zu sein, macht süchtig“, sagt sie. „Es ist ein tolles Gefühl jemanden ein Kind zu übergeben, der es sich so sehnlichst gewünscht hat“, so die Leihmutter weiter. So lange wie es ihr Körper zulässt, will sie anderen Paaren helfen. Ihr selbst kommt dabei zu Gute, dass sie ihrer großen Leidenschaft nachgehen kann, schwanger sein. Tara: „Ich habe es schon immer geliebt, einen großen Bauch zu haben, und darin ein wertvolles, kleines Geschenk zu tragen.“


Gut zu wissen: In vielen europäischen Ländern, darunter auch England, ist die Leihmutterschaft prinzipiell erlaubt. Allerdings darf die Leihmutter dafür nicht bezahlt werden. Der „Dienst“ ist freiwillig. Lediglich die Auslagen für entstandene Kosten dürfen erstattet werden. In Deutschland ist das Prinzip der Leihmutter gänzlich verboten. Es wiederspricht den Grundsätzen des Embryonenschutzgesetzes.

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Kommentare
  • mirami

    Tara Sawyer ist eine Ausnahme! Fast alle Frauen machen das nur wegen der Armut und Not. Und das ist schlimm.

  • Trudie

    Unter allen Umständen ist Leihmutterschaft eine schwere Beeinträchtigung der Rechte der Frau. Mir scheint, es kann nichts Schlimmeres für eine Frau, als dass ihr das Kind weggerissen wird, das sie zur Welt gebracht hat. Außerdem werden mir die Risiken der Frau viel zu harmlos dargestellt, alleine diese hormonellen Stimulierungen. Diese Frauen machen das definitiv nicht aus Selbstlosigkeit, sondern wegen des Geldes.

  • berberis

    Leihmutterschaft ist zwar ein verbotenes in Deutschland Verfahren, aber oft die einzige Möglichkeit für die Unfruchtbaren das Kind zu bekommen. Wir sind auch dank ausländischer Behandlung zu Eltern geworden. Nämlich eine ukrainische Frau hat unser Baby ausgetragen und zur Welt gebracht, wofür wir ihr unendlich dankbar sind! Es stimmt ja, dass bei LM Regulierungsvorgang von der Frage des Papierkrams echt mühsam ist. Na klar, dieses Verfahren ist in Deutschland illegal, man muss deshalb zahlreiche Formalitäten erfüllen, um das Kind nach Deutschland ausfahren zu dürfen.
    Zum Glück wurden wir von unserer Leihmutterschaftsanlaufstelle Biotex bei der Vorbereitung all der Unterlagen geholfen. Es würde ja echt krass, sich gleichzeitig um Neugeborenen zu kümmern und um den Papierkram Sorgen zu machen. Nachdem alle Dokumente vorbereitet waren, müssten wir zusammen mit unserem Kindchen zur Botschaft, wo eine Vaterschaftsanerkennung gemacht wurde. Nach 3 Tagen fand der zweite Termin statt, und wir hatten den Kinderreisepass bekommen.
    Wir sind also ziemlich zufrieden geblieben, da alles relativ reibungslos gelaufen war.