Erste Hilfe: Verschlucken, Entzündungen im Rachen, Asthmaanfall

Ist die Atmung gestört, wird der Körper nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Welche Maßnahmen Sie bei verschluckten Fremdkörpern in den Atemnwegen, bei Entzündungen im Mundraum und bei einem Asthamanfall ergreifen sollten.


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Atemstörungen erkennen


Atmungsstörungen bei Säuglingen erkennen Sie an einer unregelmäßigen Atmungsfrequenz oder an ungewöhnlichen Atmungsgeräuschen. Auch Einziehungen des Brustkorbs und eine Blaufärbung der Haut, insbesondere der Lippen, sind deutliche Anzeichen einer Atemnot. Warum es zu einer Atemnot kommt, kann viele Ursachen haben.

Verschluckt: Fremdkörper in den Atemwegen
Ursache:
Das Kind hat sich an etwas verschluckt, wie zum Beispiel an Bonbons, kleinen Früchten, Nüssen oder Kleinteilen.

Symptome:

•    Husten, Würgereiz, z.T. Erbrechen
•    kein Atemstrom trotz heftiger Atemtätigkeit
•    evtl. Bewusstseinsstörungen

Erste Hilfe-Maßnahmen bei verschluckten Fremdkörpern

➤   Klopfmethode
       –    Oberkörper tief halten (Kind z.B. bäuchlings über Ihr Knie legen)
       –    mehrfach mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter schlagen
       –    dabei immer Vitalfunktionen kontrollieren
       –    ggf. Notruf (112)

Klopfmethode beim Säugling und beim Kind

Klopfmethode beim Säugling und beim Kind.


© kindernotfalltraining.de

➤   reicht Klopfmethode nicht aus, Heimlich-Handgriff anwenden
       –    beim Säugling: in Kopftieflage bringen, Druckpunkt suchen (unteres
             Drittel des Brustbeins), 5 x ruckartig für 3 Sekunden ca. 2 cm
             tief drücken
       –    Kind: Oberkörper nach vorn beugen und von hinten mit beiden
             Armen umfassen, Faust einer Hand in den Oberbauchbereich legen
             und mit der anderen Hand umfassen, bis zu 5 x ruckartig nach hinten
             oben drücken (ggf. Wechsel zwischen 5 x Klopfmethode,
             5 x Heimlich-Handgriff)
       –    Achtung! Der Heimlich-Handgriff birgt Verletzungsgefahr und darf nur
             bei akuter Erstickungsgefahr angewendet werden, wenn keine
             Restatmung mehr stattfindet. Danach sollte ein Arzt das Kind auf
             Folgeschäden untersuchen.

Im Video: Klopfmethode und Heimlich-Handgriff

Entzündungen im Mundraum
Ursache: Infektionen können zu einer Anschwellung der Schleimhäute im Mundraum und damit zur Atemnot führen. Typisch sind das Krupp-Syndrom (Schleimhautschwellung im Kehlkopf und oberen Luftröhrenbereich, v.a. bei Kindern unter 3 Jahren) und die Kehldeckelentzündung (Entzündung am Kehlkopfeingang). Gegen die Kehldeckelentzündung kann man Säuglinge impfen lassen, erkundigen Sie sich diesbezüglich bei Ihrem Arzt!

Symptome:

•    Atemnot
•    pfeifende Atemgeräusche
•    Blässe bis Blaufärbung
•    schneller Pulss
•    spez. bei Krupp-Syndrom: Heiserkeit, bellender Husten, mäßiges Fieber,
     Schnupfen
•    spez. bei Kehldeckelentzündung: sehr plötzlicher Verlauf, kloßige Sprache,
      hohes Fieber, Schluckbeschwerden, Speichelfluss

Erste Hilfe-Maßnahmen bei Entzündungen im Mundraum:

➤   Oberkörper hoch lagern
➤   für kühle, feuchte Frischluft sorgen (z.B. Kühlschrankluft oder Badezimmer
       bei aufgedrehter kalter Dusche)
➤   Wärmeerhalt
➤   evtl. Kortisonzäpfchen vom Arzt
➤   bei hohem Fieber und "Kloß im Hals" (Kehldeckelentzündung): Notruf (112)

Asthamanfall
Ursache: Ein Asthmaanfall kann zum Beispiel durch Allergene (allergieauslösende Stoffe) ausgelöst werden. Typisch dafür sind Pollen oder Tierhaare. Auch Infektionen oder körperliche und psychische Anstrengungen können einen  Asthmaanfall verursachen.

Symptome:

•    akute Atemnot
•    Angst, Unruhe
•    erschwerte und verlängerte Ausatmung
•    veränderte Atemgeräusche bei der Ausatmung
•    ggf. Blaufärbung (v.a. der Lippen)

Erste Hilfe-Maßnahmen bei einem Asthmaanfall:

➤   Oberkörper hochlagern und leicht nach vorn beugen
➤   Kind zu langsamer Ausatmung mit gespitzten Lippen auffordern
➤   eigenes Asthmaspray geben
➤   feuchte, kühle Luft einatmen lassen
➤   ggf. Notruf (112)


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