Der ONGO Seat im Test: familie.de testet den Sitz

In unserer Rubrik "familie.de testet" prüfen wir innovative, nützliche und ungewöhnliche Produkte rund ums Thema Familie auf Herz und Nieren. Dieses Mal war unser Sitzfleisch gefragt ...


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ONGO Seat

Der ONGO in Aktion: "Aktives Sitzen" soll die Konzentration fördern. Das mussten wir natürlich gleich mal in der Redaktion ausprobieren. Foto: familie.de


Am Ende einer langen Arbeitswoche kann es auch der geduldigste Redakteur kaum mehr erwarten, endlich seinen Allerwertesten vom Bürostuhl zu lösen. Es zwickt und zwackt im Rücken, schmerzt im Nacken und staut sich in den Beinen. Schon mit Mitte 30 können wir auf eine stolze Liste von Gebrechen verweisen, auf die selbst Quasimodo neidisch wäre. Wie muss es da erst unseren Schüler-Kollegen gehen, die sich schon im zarten Alter von sechs oder sieben Jahren an das Sitzknecht-Dasein gewöhnen sollen?

Unser einhelliger Beschluss: So kann es nicht weitergehen. Es muss mehr Aktivität an den Arbeitsplatz! Und da es etwas umständlich ist, während des yogischen Sonnengrußes einen Artikel zu verfassen, haben wir uns einen farbenfrohen Freund ins Haus geholt: den ONGO Seat. Er verspricht, was sich wie ein Widerspruch in sich anhört: "aktives Sitzen".

Mit dem ONGO soll "einfach und spielerisch Training in den Alltag" integriert werden. Und nicht ganz unentscheidend für die geplagten Schulbankdrücker unter uns: Die mit dem ONGO gesteigerte körperliche Aktivität sorgt für eine bessere Durchblutung des Gehirns und bringt damit auch mehr Konzentration für lange Paukphasen. Zappelphilipps werden sich freuen. Sofort sitzfertig und in trendigem Lila kommt der ONGO aus der Verpackung.

Die erste Assoziation: ein perfekter Kinderzimmerbewohner. Denn er ist handlich, schlank und in diversen fröhlich-bunten Sitzbezügen erhältlich. Also ran an den Schreibtisch, rauf auf den ONGO. Er knarzt ein bisschen, aber das ist vermutlich nur das Eingewöhnungsgeräusch bis sich der Stuhl unter seinem neuen Besitzer so richtig eingegroovt hat. Das Höhenverstellen ist selbsterklärend und funktioniert mit leichtem Druck wie bei handelsüblichen Bürostühlen.

Kugelbahn ONGO Seat

"Rien ne va plus". Das Kugelspiel kam im Büro leider nicht ganz so gut an. Foto: familie.de


Erwähnenswert wären dann noch die dubiosen Murmeln, die der ONGO in einem feinen Seidensäckchen mitbringt. Da bedarf es dann doch eines Blickes in die Bedienungsanleitung. Unter "Kugelbahn" erfährt der geneigte Sitzer, dass der ONGO auf seinem Fuß eine rouletteähnliche Einkerbung besitzt. Auf dieser Bahn soll eine Kugel in gewünschter Schwere (Stahl für leicht, Glas für mittel und Gummi für schwer) platziert werden.

Dann wird Sitz-Boogie gespielt: Die Anleitung fordert dazu auf, im sitzenden Zustand die Hüften so zu kreisen, dass die Kugel ins Rollen kommt. Bei Erfolg erklinge ein "lautes akustisches Feedback". Funktioniert. Leider ein bisschen zum Leidwesen der Kollegen, die nach wenigen Minuten in das fröhliche Roulettespiel intervenieren, da sie doch lieber ohne Akustik arbeiten wollen. Nach zwei Stunden auf dem ONGO fühlt man sich auf jeden Fall so, als hätte man ein bisschen trainiert. Die Bauchmuskulatur meldet sich und auch im unteren Rücken macht sich etwas bemerkbar. Auf jeden Fall ein merklicher Unterschied zum gewöhnlichen Drehstuhl, der etwas beleidigt in der Ecke steht. Weil Anlehnen aber an sich eine schöne Sache und aktives Sitzen auf die Dauer doch etwas anstrengend ist, darf er sich mit dem ONGO in regelmäßigen Abständen abwechseln.


Summa summarum: Wenn man mal vom akustischen Feedback absieht, können wir uns den schicken "ergonomischen Design-Hocker für Schüler" sehr gut an jedem Kinderzimmerarbeitsplatz vorstellen. Die klingenden Kugeln auf ihrer Laufbahn erscheinen uns allerdings mehr wie kleine Störenfriede, die von der Hausaufgabenerledigung eher ablenken könnten. Da man sich auf dem ONGO automatisch mitbewegt, erschließt sich uns der Sinn dahinter ohnehin nicht komplett. Davon mal abgesehen nehmen wir jederzeit gerne wieder aktiv auf dem ONGO Platz …

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