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Kinderserien: Von Tom und Jerry, Biene Maja und den Power Rangern

Pure Nostalgie

Kinderserien: Von Tom und Jerry, Biene Maja und den Power Rangern

Kinderserien verraten dein Alter. War Pippi deine Heldin, bist du wahrscheinlich ein Kind aus den 70ern, nimmt Ronja diesen Platz ein, hast du deine Kindheit wahrscheinlich in den 80ern verbracht und Pokémon weist den Weg in die 90er Jahre.

Was aber all diese Kinderserien verbindet, ist das nostalgische Gefühl, das sie vermitteln. Da muss nur die Titelmelodie erklingen und schon ist man wieder für eine Sekunde in der Welt von damals. Da ist es auch egal, dass die Witze wahrscheinlich nicht mehr so zünden oder die Bösewichte gar nicht mehr so schlimm wirken wie damals. Sie gehören zur eigenen Biografie. Kinderserien bieten zudem Gesprächsstoff - stundenlang kann man über die Lieblingsepisoden mit Gleichgesinnten plaudern. Die Schnittmenge hat sich bloß im Laufe der Jahrzehnte verändert, denn früher gab es nicht so viele Serien, während die heutigen Kinder aus einem größeren Medienreigen schöpfen können.

Kinderserien der 70er Jahre

Die Kinder der 70er Jahre hatten drei Sender und dementsprechend nicht so wahnsinnig viele Serien, die vor den Nachrichten um sieben Uhr liefen. Schon damals waren Zeichentrickserien der Renner - Paulchen Panther, Tom & Jerry sowie Bugs Bunny waren die amerikanischen Stars. Hier gab es klare Gesetze - einer verlor immer, da mochte er sich noch so anstrengen. Und wir haben mit viel Schadenfreude zugeschaut. Aber eigentlich dominierten die japanischen Trickserien, die mit Heidi, Pinocchio, der Biene Maja oder Wickie interessanterweise europäische Hauptfiguren hatten. Das Pokémon-Zeitalter brach erst in den 90er Jahren an.

Pippi Langstrumpf verzückt auch heute noch.

Das Kinderfernsehen war also international: Klar, dass da auch skandinavische Serien wie Pippi Langstrumpf, Michel oder Karlsson auf dem Dach nicht fehlen durften. Aus Großbritannien flimmerten Catweazle und Die Follyfoot Farm herüber. Aber die Kinder sollten ja auch etwas lernen - das übernahmen die Sesamstraße und Die Sendung mit der Maus. In der DDR schaute man auch Westfernsehen, hatte aber ein eigenes Sandmännchen und mit Hase und Wolf eine Zeichentrickserie, die Tom & Jerry Konkurrenz machen sollte. Nicht zu vergessen Pittiplatsch und Schnatterinchen und Lolek & Bolek, die den westdeutschen Helden Parole liefern sollten. Ob West- oder Ostkinder - sie alle schauten wahrscheinlich alle die Augsburger Puppenkiste.

Kinderserien der 80er Jahre

Vieles, was in den 70er Jahren schon ausgestrahlt wurde, hatte auch im Nachfolgejahrzehnt Bestand, aber es gab auch neue Helden. Die blauen Schlümpfe waren groß im Geschäft, ebenso Luzie, der Schrecken der Straße und Meister Eder und sein Pumuckl. Lucky Luke ritt sich in die Herzen der Kids und dann war da noch He-Man, der Mann mit dem Schwert und She-Ra, die auch über ein ziemlich cooles Zauberschwert verfügte. Ende der 80er Jahre lernten die Kinder die Streifhörnchen Chip & Chap kennen, die ziemlich coolen Schildkröten der Ninja Turtles und natürlich den fetten und faulen Kater Garfield. Die Kleinsten unter ihnen lernten mit den Glücksbärchis sprechen. Das deutsche Kinderfernsehen wartete mit Neues aus Uhlenbusch und Löwenzahn auf.

Maja! Wer hat nicht Karel Gotts Titelsong im Ohr bei dieser süßen Biene.

Kinderserien der 90er Jahre

In den 80er Jahren kam das Kabelfernsehen und damit auch mehr Serien - irgendwie mussten die Sendestunden doch gefüllt werden. Dieser Trend setzte sich in den 90er Jahren fort. Damit verbunden änderten sich auch die Fernsehgewohnheiten. Schauten die Kinder in den 70er und 80er Jahren noch nachmittags oder am frühen Abend fern, konnten sie jetzt schon in der Früh die Glotze einschalten.

Besonders am Wochenende fühlten die Fernsehmacher mit den übermüdeten Eltern. Sie sorgten für ein Entertainmentprogramm, das die lieben Kleinen in den frühen Morgenstunden fern vom Elternschlafzimmer hielt und Mama und Papa ausschlafen ließ. Und so kamen die Power Rangers ins Haus. Und Darwing Duck und die Gummibärchenbande. Die Augsburger Puppenkiste hielt sich wacker, ebenso Löwenzahn. Auch neue deutsche Serien wie Schloss Einstein und Die Kinder vom Alstertal hatten viele Fans. Nicht zu vergessen die Simpsons, die in den 90er Jahren ihren Siegeszug anzogen. Die Simpsons sind etwas Besonderes, denn die Serie schauten nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Und zwar die, die schon in ihren Kindertagen Zeichentrickserien geliebt hatten und die Bissigkeit, die sich den Kindern bei den Simpsons vielleicht nicht sofort erschloss, etwas anfangen konnten.

Kinderserien der 2000er Jahre

Das Angebot von Kinderserien wurde in den 90er Jahren so groß, dass sich eigene Kinderkanäle anboten, 1995 wurde Super RTL ins Leben gerufen, ARD und ZDF legten nach und etablierten 1997 ihren gemeinsamen Kinderkanal KiKA. Die Sender zeigten alte Kinderserien, aber auch neue Figuren wurden entdeckt. Bob, der Baumeister, Ben 10, Pettersson und Findus, Bibi Blocksberg, die Freundinnen Bibi und Tina, Spongebob Schwammkopf, Tabaluga eroberten die Herzen. Mit den Teletubbies wurde eine Serie ins Leben gerufen, die sich explizit an die Kleinkinder richteten. Zeichentrickfilme dominierten, aber es gab auch lehrreiche Sendungen wie Willi wills wissen oder Wissen macht Ah! sowie Realserien wie Die Pfefferkörner. Die KiKA-Internatsserie Schloss Einstein bleibt auch nach über zwanzig Jahren eine feste Größe unter den Kinderserien.

Seit den späten 90er Jahren spiegelt sich die Beliebtheit der Serien auch im Kinderzimmer wider. Dieser Trend wurde in den vergangenen 25 Jahren immer stärker. Zu einer erfolgreichen Serie gehören auch die entsprechenden Produkte - neben Figuren gibt es Bettwäsche, Rucksäcken Butterbrotdosen und was man sonst noch mit einer Peppa Wutz, der Tigerentenbande oder einem Spongebob bekleben kann.

Kinderserien der 2010er Jahre

Auch dieses Jahrzehnt sah neue Figuren: Der Erfolg der Kinderbuchreihe Meine Freundin Conni übertrug sich auch auf die Zeichentrickserie. Und nicht zu vergessen PAW Patrol - die niedlichen Hunde sind aus den Kinderzimmern gar nicht mehr wegzudenken. Streamingdienste wie Netflix zeigen etablierte Serien, produzieren aber auch mit Trolljäger eigene Kinderserien. Aber alte Klassiker wie Die Sendung mit der Maus oder Biene Maja werden weiterhin ausgestrahlt. Es ist beruhigend, dass Kinder weiterhin mit dem Sandmännchen ins Bett gebracht werden. Auch wenn das Sandmännchen nicht mehr im Fernsehen geschaut wird, sondern mit einem Tablet. Der Zauber der Geschichten bleibt.

Das sagt Anja Kleinelanghorst:

"Widdewiddewitt und 3 macht 9e!": Serien überdauern

Ich bin ein Kind der 70er Jahre, deshalb liegen mir die damaligen Serien am Herzen. Der Kli-Kla-Klawitterbus, die Follyfoot Farm, Catweazle und natürlich Pippi Langstrumpf. Was hab ich dieses freche Mädchen geliebt. Diese Liebe hab ich dann weitergeben können. Nichts ist schöner, wenn man Kinder den eigenen Geschmack überstülpen kann, nicht wahr? Es passiert so selten. Sie haben ihren eigenen Kopf und das ist auch gut so. Sie werden ihre Heldinnen und Helden haben. Es wird dann eben nicht das gesungene "Hey Wickie, hey" sein, das glückselige Kindheitserinnerungen hervorruft. Eine andere Melodie, eine andere Serie wird bei ihnen nostalgische Gefühle hervorrufen. Die Macht der Kinderserien und ihr Zauber werden jedenfalls ungebrochen sein.

Bildquelle: CartoonBros, Beta Film, ZDF

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