Babyschwimmen: Bewegung und Spaß für die Kleinsten

Das Babyschwimmen zählt unter frischgebackenen Eltern zu den beliebtesten Babykursen. Das Planschen im Wasser macht den Kleinen sichtlich Spaß und sie trainieren dabei ganz spielerisch ihre Motorik und ihre Muskeln. Das klingt gut, dennoch gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten.


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Worum geht es beim Babyschwimmen?


Das Wichtigste zuerst: Beim Säuglings- oder Babyschwimmen geht es natürlich nicht darum, irgendwelche Schwimmbewegungen zu erlernen und sich allein über Wasser zu halten. Dazu sind Kinder motorisch frühestens im Alter von vier bis fünf Jahren in der Lage. Babys lernen dabei auch nicht, sich bei Unfällen im Wasser selbst zu retten.

Babyschwimmen: Mutter und Baby


© iStock
Neben der Wassergewöhnung stehen bei Babyschwimmkursen vor allem der Spaß und die Bewegung im Mittelpunkt. Der Auftrieb im Wasser sorgt dafür, dass sich Babys im Wasser viel leichter bewegen können, als auf dem Trockenen, wo die noch schwachen Muskeln mit der Schwerkraft zu kämpfen haben. Vielen Kindern macht das Freude und sie entdecken sich und ihren Körper, wie es ihnen an Land nicht möglich wäre. Das stärkt die Selbstwahrnehmung und das Körpergefühl.

Gleichzeitig wirkt das Treten und Planschen im Wasser wie ein kleines Fitnesstraining. Die Übungen, die der Kursleiter vorgibt, trainieren dabei gezielt bestimmte Reflexe und Bewegungen und schulen die Koordination. Kein Wunder also, dass die kleinen Schwimmer nach dem Baden meist besonders gut schlafen – schließlich haben sie ein richtiges Workout hinter sich! Doch keine Angst, unter fachkundiger Anleitung wird Ihr Kleines bei der Wassergymnastik zwar gefordert, aber nicht überfordert. 

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Und trotzdem: Babyschwimmen macht den meisten Kindern Freude und es regt die motorische Entwicklung an, aber es verschafft den kleinen Schwimmern keine nennenswerten Entwicklungsvorteile. Keine Studie konnte bisher eindeutig nachweisen, dass Kinder, die einen Babyschwimmkurs besucht haben, allein deshalb ihren Gleichaltrigen später in irgendeiner Art und Weise voraus wären. Zwar gibt eine Studie der Universität Köln Hinweise darauf, dass kleine Schwimmer in den ersten sechs Lebensmonaten eine bessere Körperkoordination als gleichaltrige Nicht-Schwimmer haben. Jedoch holen die Nicht-Schwimmer diesen Vorsprung vermutlich spätestens mit Beginn des Krabbelns ruckzuck wieder auf.

Verstehen Sie das Babyschwimmen also nicht als unverzichtbare Frühförderung, sondern als Gelegenheit für Sie und Ihr Baby, Zeit miteinander zu verbringen, engen Körperkontakt zu genießen und Spaß zu haben.
Dürfen Babys beim Babyschwimmen untertauchen?
Nein, darauf sollten Sie verzichten. Zwar haben Säuglinge einen angeborenen Atemanhalte-Reflex, sodass sie, wie der Name schon sagt, automatisch die Luft anhalten, wenn ihr Gesicht mit Wasser in Berührung kommt. Jedoch verschwindet dieser Reflex innerhalb der ersten Lebenswochen oder -monate. Wann genau, das ist von Baby zu Baby unterschiedlich. Rein theoretisch könnten Sie vor dem Tauchen testen, ob der Reflex bei Ihrem Baby noch vorhanden ist. Allerdings müssten Sie seine Reaktion auf das Befeuchten des Gesichts dann auch vollkommen korrekt interpretieren. Ärzte raten deshalb vorsichtshalber von Untertauchübungen beim Babyschwimmen ab, um das Risiko von Unfällen gänzlich auszuschließen. 

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In den ersten Monaten helfen Reflexe dem Baby beim Überleben. Einige verschwinden wieder, andere bleiben ein Leben lang.


Babyschwimmen: Infos und Tipps im Überblick

➤ Es wird empfohlen, mit dem Babyschwimmen erst zu beginnen, wenn das Babys den Kopf selbst heben und halten kann. Das ist bei den meisten Babys ab einem Alter von 12 Wochen der Fall. Kinderarzt Dr. Karsten Theiß empfiehlt jedoch einen Einstieg mit etwa einem halben Jahr, weil dann die Eltern-Kind-Bindung noch enger ist.

➤ Babyschwimmkurse finden bestenfalls in kleinen Gruppen und unter fachkundiger Leitung statt. Im Idealfall hat der Kursleiter eine Ausbildung bei der DLRG oder dem DSV absolviert.

➤ Kinderarzt Dr. Theiß empfiehlt dringend, dass Babys vor den Schwimmstunden die Rotaviren-Impfung abgeschlossen haben sollten und zwischen Impfung und erstem Badebesuch mindestens 14 Tage Zeit vergangen sind.

➤ Die Wassertemperatur sollte zwischen 31 und 33 Grad liegen. Überhaupt ganz wichtig: Wärme. Ihr Baby darf nicht frieren. Blaue Lippen, marmorierte Haut, Zittern oder Quengeln sind untrügliche Zeichen dafür, dass es Ihrem Baby für heute reicht. Nach dem Baden und anschließendem Abduschen sollten Sie Ihr Baby gut abtrocknen (vor allem die Haare!) und dick einpacken, wenn Sie die warme Schwimmhalle verlassen. Mützchen nicht vergessen!

➤ Je jünger Ihr Kind ist, desto kürzer sollten die Schwimmstunden ausfallen. Für Säuglinge reichen beispielsweise 15 bis 20 Minuten. Ältere Babys halten in der Regel schon 30 Minuten schwimmen aus.

➤ Baden macht hungrig! Planen Sie nach der Schwimmstunde eine Stillpause ein bzw. nehmen Sie Milch oder Tee mit.

➤ Kranke oder müde Babys sollten nicht zum Babyschwimmen. Ist Ihr Kind allergiegefährdet, sollten Sie vor dem Babyschwimmen den Rat Ihres Kinderarztes einholen. Warum, das lesen Sie auf der nächsten Seite: Das sollten Sie beim Babyschwimmen beachten.




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