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Rotaviren-Impfung für Babys: Warum sie von der STIKO empfohlen wird

Rotaviren-Impfung für Babys: Warum sie von der STIKO empfohlen wird

Möglichst früh

Durch heftige Brechdurchfälle bedingt durch Rotaviren verlieren betroffene Kinder zu viel Wasser. Und das kann richtig gefährlich werden. Eine Rotaviren-Impfung für Babys schützt vor schweren Krankheitsverläufen.

Was sind die Symptome einer Rotaviren-Infektion?

Häufiges Erbrechen, starker Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber: Die Symptome einer Infektion mit dem Rotavirus sind heftig und unangenehm. Oft kommen auch noch klassische Symptome einer Erkältung dazu, also zum Beispiel Schnupfen, Husten und Gliederschmerzen. Erwischt es Babys und Kleinkinder mit einer Magen-Darm-Erkrankung, ist die häufigste Ursache dafür der Rotavirus.

Rotaviren-Impfung für Babys: Warum kann das Sinn machen?

Da die betroffenen Kinder innerhalb von sehr kurzer Zeit eine Menge Flüssigkeit verlieren, kann eine Erkrankung mit dem Rotavirus gerade bei Säuglingen ernsthafte Folgen haben. So müssen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aufgrund des Flüssigkeitsverlustes rund 20.000 Babys im Jahr in Deutschland stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Das ist auch der Grund, warum die Weltgesundheitsorganisation WHO die Rotaviren-Impfung für Babys standardmäßig empfiehlt. Auch wenn man auch geimpft keine vollständige Immunität gegen eine Infektion hat, da es verschiedene Rotavirenstämme gibt: Eine Schluckimpfung (Lebendimpfstoff) kann einen schweren Krankheitsverlauf verhindern.

Rotaviren-Imfpung für Babys: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Institutes rät dazu, die Rotaviren-Impfung für Babys schon möglichst frühzeitig zu verabreichen: Spätestens bis zum Alter von zwölf Wochen sollte man damit beginnen und dann die Impfung bis zum Alter von spätestens 22 Wochen abschließen. Wann genau der perfekte Zeitpunkt ist, kommt auf den verwendeten Impfstoff an: Während von Rotarix nur zwei Dosen nötig sind, braucht es bei RotaTeq drei Dosen. Jeweils sollte ein Mindestabstand von vier Wochen dazwischenliegen.

Warum die Rotaviren-Impfung für Babys so früh durchgeführt werden sollte? Es gibt möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko für Darmeinstülpungen in Folge der Impfung (1 bis 2 Fälle pro 100.000 geimpfte Kinder). Dabei verschieben sich Darmanteile teleskopartig ineinander, eine sofortige Behandlung wird nötig. Und dieses Risiko nimmt mit dem Alter des Kindes zu.

Die Kosten für die Rotaviren-Impfung übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen.

Wann tritt eine Rotaviren-Infektion auf und wie wird die Erkrankung übertragen?

In den meisten Fällen treten Rotaviren-Infektionen in der kalten Jahreszeit, also zwischen Oktober und März, auf. Wen es erwischt hat, der leidet zwischen drei und fünf Tagen an der den starken Brechdurchfällen. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch liegen in der Regel zwischen zwölf Stunden und vier Tagen. Besonders fies: Auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind, kann die Infektion noch bis zu acht Tage weitergegeben werden.

Da schon wenige Viruspartikel für eine Infektion ausreichen, sind Rotaviren extrem ansteckend. Sie werden durch Schmierinfektion (also über den Mund) und durch Tröpfcheninfektion weitergegeben. Die fiesen Viren sind äußerst resistent: Auf Dingen wie Türgriffen, Spielsachen oder Toiletten überleben sie manchmal ein paar Tage lang.

Wenn in Kinderbetreuungseinrichtungen der Rotavirus grassiert, ist es deshalb sehr schwierig die Kinder zu schützen. Oft stecken sich ganz Gruppen mit dem Magen-Darm-Infekt an.

Übrigens: Wer den Virus einmal hatte, hat gute Chancen, bei der nächsten Rotavirus-Welle verschont zu bleiben. Zwar ist man nicht völlig immun gegen eine neue Infektion, die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken und zu erkranken, sinkt aber mit jedem Mal.

Wie wird eine Rotaviren-Infektion bei Babys behandelt?

Gegen die Erkrankung selbst kann man leider nichts tun, nur gegen die Symptome.

  • Im Fokus muss stehen, das Baby vor Austrocknung so schützen. Es soll als so oft wie möglich Wasser oder Tee zu sich nehmen – aber bitte nur in kleinen Schlucken oder mit dem Löffel. Ansonsten kommt sofort alles wieder raus. Ebenfalls super: Elektrolyte, die es als Päckchen zum Anrühren in der Apotheke gibt.
  • Fieber und Schmerzen werden bei Babys mit Ibuprofen oder Paracetamol behandelt. Je nachdem, ob das Kind mehr erbricht oder eher unter Durchfall leidet, eignet sich ein Saft (bei Durchfall) oder Zäpfchen (bei Erbrechen) besser, damit der Wirkstoff auch im Körper verbleiben kann.
  • Wer sein Baby (noch) stillt, sollte das auch bei einer Infektion mit dem Rotavirus unbedingt weiter tun – gern auch häufiger als sonst. Zusätzlich darf auch Stillkindern Tee angeboten werden.
  • Gekochtes Gemüse, Zwieback, geriebener Apfel (mit Schale), zerdrückte Bananen oder auch Naturjoghurt eignen sich als Schonkost. Aber bitte auch hier auf ganz kleine Mengen in regelmäßigen Abständen achten. Auf fett- und eiweißreiche Lebensmittel, Wurst, anderes Obst als Äpfel und Bananen und Milchprodukte sollte jetzt verzichtet werden.

Rotaviren-Infektion bei Babys: Wann sollte man zum Arzt?

Die Faustregel lautet: Je kleiner das Kind, desto leichter kann es zu einer gefährlichen, lebensbedrohlichen Dehydration kommen. Wenn das Baby also nichts bei sich behalten kann oder unter sehr starkem Durchfall leidet, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt oder gleich das Krankenhaus aufgesucht werden!

Dort bekommen die betroffenen Kinder dann, wenn nötig, stationär Flüssigkeit und Elektrolyte per Infusion, die nur dort verabreicht werden können.

Wichtig zu wissen: Rotaviren sind (wie auch Noroviren) meldepflichtig. Bei einem positiven Ergebnis der Stuhlprobe muss der Arzt die Infektion an das Gesundheitsamt melden. Da keine Nachuntersuchung oder Ähnliches notwendig ist, hat diese Meldung für die Eltern keine weiteren Folgen. Selbstverständlich dürfen erkrankte Kinder nicht in die Kita oder in die Schule gehen. Optimalerweise sollten sie erst zwei Tage nachdem die Durchfälle und das Erbrechen abgeklungen sind, wieder die Betreuungseinrichtung besuchen.

Rotaviren bei Säuglingen: Wie merkt man, dass das Kind dehydriert?

Es gibt ein paar Anzeichen, an denen man erkennt, ob ein Kind bereits dehydriert ist:

  • geringe Urinmenge, dunkelgelber Urin
  • Teilnahmslosigkeit
  • trockene Zunge und Lippen
  • eingesunkene Fontanelle bei Babys unter einem Jahr
  • keine Tränen, wenn das Kind weint
  • Drückt man die Haut am Bauch des Kindes zusammen, bleiben Falten zurück

Rotaviren-Infektion bei Babys: Was tun, damit der Rest der Familie gesund bleibt?

Wie gesagt, Rotaviren sind extrem ansteckend. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass es nicht nur das Baby oder Kleinkind, sondern auch den Rest der Familie erwischt. Um das zu verhindern, sollte man einige Hygieneregeln einhalten – und dann das Beste hoffen ...

  • Sorgfältiges Händewaschen nach dem Toilettenbesuch und dem Wickeln des Kindes
  • Desinfektion der Toilette, des Waschbeckens, von Türgriffen und Spielzeug mit einem gegen Viren geeigneten Desinfektionsmittel
  • Separates Waschen der Kleidung und Bettwäsche des erkrankten Kindes bei hohen Temperaturen

Da Rotaviren auch noch übertragen werden, wenn das Kind schon wieder beschwerdefrei ist, sollten die strengen Hygieneregeln noch einige Tage beibehalten werden.

Neben einer Rotaviren-Infektion solltet ihr weitere Krankheiten kennen, die bei eurem Nachwuchs auftreten können:

Teste dein Wissen: Wie schlafen Babys und was brauchen sie dafür?

Bildquelle: Getty Images / ´tatyana_tomsickova

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