Webteppich - Anleitung für Kinder ab acht Jahren

Ein schicker, neuer Teppich fürs Kinderzimmer? Kein Problem, den können Sie mit Ihrem Kind sogar selbst weben. Sie brauchen einen Hula-Hoop-Reifen und ein paar alte T-Shirts. Hier die Anleitung.


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Für den Webteppich benötigen Sie


• 1 Hula-Hoop-Reifen
• alte T-Shirts
• Schere


© 'Gib Stoff', © Susanne Laros / E. A. Seemanns Bilderbande
Anleitung für den Webteppich

Als erstes brauchen Sie Ihr Grundmaterial: Große Schlaufen aus dehnbarem Stoff. Die Schlaufen schneiden Sie sich aus den alten T-Shirts zurecht. Je unterschiedlicher die Farben und Muster der T-Shirts sind, desto bunter wird am Ende der Teppich. Schneiden Sie die T-Shirts unterhalb der Ärmel durch, also quer von einer Achselhöhle zur anderen (Bild 1). So bekommen Sie einen breiten Stoffschlauch, je nachdem wie groß das T-Shirt ist. Den Stoffschlauch in je 2 bis 3 cm breite Streifen schneiden, die Enden werden nicht aufgeschnitten (Bild 2). Am Ende haben Sie viele Schlingen in unterschiedlichen Farben (Bild 3). Mit einem Teil der Schlingen bespannen Sie nun den Hula-Hoop-Reifen. Ziehen Sie die Schlaufen so über den Reifen, dass sie sich in der Mitte treffen (Bild 4). Wir haben insgesamt sechs Schlaufen benutzt, so wurde unser Reifen in zwölf „Kuchenstücke“ aufgeteilt.


© Susanne Laros / E. A. Seemanns Bilderbande
➤TIPP: Damit der Faden beim Weben später in jeder Runde abwechselnd oben und unten liegt, brauchen Sie eine ungerade Anzahl an gespannten Fäden auf dem Reifen. Durch die Schlaufenform liegen die Fäden alle doppelt. Wenn Sie bei einer Schlaufe die Fäden ab der Mitte einfach ein bisschen auseinanderziehen, erhalten Sie eine ungerade Zahl an Fäden. Es ergeben sich insgesamt 13 Kuchenstücke. Die Schlingen, die Sie jetzt auf den Webrahmen gespannt haben, heißen Kettfäden.


© Susanne Laros / E. A. Seemanns Bilderbande
Wenn der Hula-Hoop-Webrahmen vorbereitet ist, können Sie loslegen. Am Anfang muss der erste Faden gut vertäut werden. Dazu ziehen Sie die Schlaufe doppelt unter einem der Kettfäden durch, öffnen die Schlinge auf der einen Seite, und ziehen das andere Ende hindurch (Bild 5 und 6). Sie können die Schlaufe richtig festzurren und den Startpunkt dann möglichst in die Mitte des Spinnennetzes schieben (Bild 7). Der Anfang ist gemacht! Ab jetzt heißt es wieder und wieder: Hoch und runter, hoch und runter, hoch und runter....
Fädeln Sie die Schlinge immer abwechselnd oberhalb und unterhalb der Kettfäden hindurch (Bild 8). Zwischendurch können Sie die Fäden mit den Fingern ein bisschen Richtung Mitte schieben. So wird der Teppich später schön fest und stabil.


© Susanne Laros / E. A. Seemanns Bilderbande
Wenn von der ersten Schlaufe nur noch ein Stückchen übrig ist, ist das Kernstück des Teppichs fertig. Ziehen Sie die nächste Schlinge durch das geöffnete Ende der Schlaufe, mit der Sie noch weben (Bild 9). Dann öffnen Sie ein Ende der neuen Schlaufe und ziehen den Rest komplett hindurch (Bild 10). Fertig ist die Verlängerung und es kann weitergehen. Auch die neue Schlinge führen Sie immer abwechselnd ober- und unterhalb der Kettfäden durch. Nicht vergessen: In jeder Runde sollten die Kettfäden abwechselnd über und unter der Weberei liegen. Das hat nicht geklappt? Dann noch mal die Kettfäden nachzählen. Erinnern Sie sich? Es funktioniert nur bei einer ungeraden Anzahl. Wie oben beschrieben, knoten Sie jetzt eine Schlinge nach der anderen an den Webfaden an und weben fleißig weiter. Wenn der Teppich schon ordentlich gewachsen ist, brauchen Sie für jede Runde mehr Faden. Wenn die Streifen von innen nach außen also gleich breit werden sollen, brauchen Sie bei den äußeren Streifen mehr Schlingen um den Webfaden entsprechend zu verlängern (Bild 11).


© Susanne Laros / E. A. Seemanns Bilderbande
So ähnlich verfahren Sie auch, wenn Sie Ihren Teppich aus dem Hula-Hoop-Reifen befreien wollen. Schneiden Sie das obere Ende, das über den Reifen gespannt ist, vorsichtig auf (Bild 12). Die aufgeschnittenen Enden dann mit einem Doppelknoten verschließen. Fädlen Sie vorher je einen der beiden Kettfäden nach oben oder unten durch die Weberei. Auf diese Weise sollte der Doppelknoten den Webfaden von oben und unten umschließen. Das entfällt nur bei der Schlinge, die Sie auseinandergezogen haben, damit sich eine ungerade Kettfadenanzahl ergibt (Bild 13). Wenn Sie mögen, können Sie die verknoteten Enden in den Teppich stecken. Oder Sie lassen die Fransen einfach herunterhängen – ganz, wie es Ihnen und Ihrem Kind gefällt!

Mit freundlicher Genehmigung des E.A Seemann Verlages aus dem Titel „Gib Stoff. Nähen, filzen, falten für die Kunst“ von Susanne Laros (in der Reihe E.A. Seemanns Bilderbande), Preis 14,95 Euro, Leipzig, 2016. Das Buch ist über Amazon.de erhältlich.
Buchtipp: Gib Stoff! Nähen, filzen, falten für die Kunst



Schon mal etwas von „Urban Knitting“ gehört? Einfach wegstricken, was einen stört! Man zieht Brückenpfeiler warm an oder hüllt Fahrräder flauschig ein, denn umgarnt wirkt alles bestrickend schöner! Die hier vorgestellten zwölf Textilprojekte für Kinder werden durch Werke bekannter Künstler ergänzt – von Yayoi Kusama bis Joseph Beuys. Sie häkelten nicht nur alte Topflappen, sondern strickten Pomponblumen, nähten Monsterkraken oder wickelten Möbel in Filz ein. Für weitere Informationen: www.seemanns-bilderbande.de

Fazit:
Ein Buch, das für Kinder ab acht Jahren nicht einfach nur gewöhnliche Basteltipps, sondern wunderschöne Kunstprojekte bereithält.

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