Elterngeld Plus - Mehr Geld für Eltern in Teilzeit

Seit 1. Juli 2015 gibt es das "Elterngeld Plus": Eltern bekommen künftig länger Elterngeld gezahlt. Vorteile hat das "Elterngeld Plus" vor allem für Eltern, die Teilzeit arbeiten.


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Am 1. Juli tritt das Elterngeld Plus in Kraft. Mit der Neuregelung will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und eine frühe Rückkehr in den Job attraktiver machen. Bislang konnte das Elterngeld maximal 14 Monate bezogen werden, jetzt lässt sich der Bezug auf 28 Monate ausdehnen – allerdings in halber Höhe. Die griffige Formel dafür lautet: „Doppelt so lang und halb so hoch“. Hier können Sie Ihr Elterngeld ausrechnen: Elterngeld-Plus-Rechner.

ElterngeldPlus


© Thinkstock

Bonus für Teilzeit-Arbeit

Mit der neuen Regelung wird eine Gerechtigkeitslücke geschlossen: Eltern, die sich für einen schnellen beruflichen Wiedereinstieg nach der Geburt ihres Kindes entscheiden, werden bessergestellt. Momentan sind diese Familien finanziell benachteiligt. Wer bislang früh wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt ist, musste auf einen Teil des Elterngeldes verzichten. Er erhielt nur die Hälfte des Elterngeldes, das er bekommen würde, wenn er nicht arbeitet.

Wie macht sich das ElterngeldPlus bezahlt?
Ein Beispiel: Eine Mutter, die nach der Geburt ihres Kindes neun Monate zu Hause bleibt und dann anfängt in Teilzeit zu arbeiten, hätte eigentlich noch drei Monate lang Anspruch auf Elterngeld. Dieses wird allerdings mit ihrem Einkommen verrechnet – und fällt dadurch deutlich geringer aus, als wenn sie nicht arbeiten würde. Ab 1. Juli 2015 wird diese Ungerechtigkeit durch den längeren Bezug ausgeglichen: Die Mutter bekommt doppelt so lange Elterngeld in halber Höhe bezahlt. Bedingung für das Elterngeld Plus: Die wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden darf nicht überschritten werden. Die Zeit, in der die Mutter Mutterschaftsgeld bezieht, muss davon abgezogen werden.

Partnerschaftsbonus: Zehn Prozent mehr Geld
Zusätzlich wird der sogenannte „Partnerschaftsbonus“ eingeführt: Wenn sich ein Paar entscheidet, sich für mindestens vier Monate gemeinsam um den Nachwuchs zu kümmern UND dabei in Teilzeit arbeitet, wird es in Form von vier zusätzlichen Monaten Elterngeld belohnt. Konkret lautet die Bedingung hierfür: Beide Elternteile müssen zeitgleich jeweils zwischen 25 und 30 Stunden wöchentlich arbeiten.


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Wahlmöglichkeit Basiselterngeld oder Elterngeld Plus
Ab 1. Juli dürfen Eltern zwischen dem bisherigen Basiselterngeld und dem neuen Elterngeld Plus wählen - und sie dürfen dabei auch beide Elterngeld-Varianten kombinieren. Ein Monat Elterngeld entspricht dabei zwei Monaten Elterngeld Plus. Denkbar ist damit, dass ein Elternteil erstmal ein halbes Jahr gar nicht arbeitet und in dieser Zeit volles Elterngeld bezieht. Wenn er dann Teilzeit arbeitet, kann er sich für das Elterngeld Plus entscheiden und das halbe Elterngeld in Anspruch nehmen. Das neue Modell erlaubt viel Flexibilität, denn auch während der Laufzeit können Eltern ihr gewähltes Modell ändern.

Basiselterngeld: Höchstens 14 Monate, maximal 1.800 Euro
Beim Basiselterngeld können Eltern höchstens 14 Monate Elterngeld beziehen – auch wenn sie Teilzeit arbeiten. Abhängig vom Nettoverdienst vor der Geburt des Babys bekommen sie monatlich zwischen 300 und maximal 1.800 Euro. Hier erfahren Sie mehr über die Regelung zum Basiselterngeld. Im Unterschied dazu werden beim Elterngeld Plus mindestens 150 und höchstens 900 Euro ausbezahlt - bei doppelter Laufzeit.

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Weitere Infos rund ums Basiselterngeld und ElterngeldPlus
• Elterngeld verstehen und richtig beantragen: www.elterngeld.net
• Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Elterngeld-Infos



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