Fernreisen mit Kindern: Tipps für von Fernweh geplagte Eltern

Die Tatsache, dass Sie jetzt ein oder mehrere Kinder haben, ist noch lange kein Grund, die Reiselust zu begraben. Finden wir. Und versorgen Sie mit vielen Infos und Tipps, damit die Fernreise mit Kind ein grandioses Erlebnis wird, von dem Sie noch lange begeistert erzählen.


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Wer im Herzen ein Globetrotter ist, kann es kaum erwarten, seinen Kindern die Welt zu zeigen. Auch wenn andere Eltern besorgt fragen: "Habt ihr euch das gut überlegt?", "Findet ihr das nicht ein bisschen zu egoistisch?": Mit der richtigen Planung spricht nichts (überhaupt nichts!) gegen eine Fernreise mit Baby, Kleinkind oder natürlich auch größeren Kindern. Wobei schon bei der Planung bedacht werden sollte: So wie der Alltag daheim mit Kind anders geworden ist, wird sich auch eine Reise mit Kindern anders anfühlen. An der ein oder anderen Stelle müssen im Vergleich zu früheren Reisen ohne Kinder mit Sicherheit Abstriche gemacht werden. Aber dafür winkt ein großartiges Abenteuer, das die ganze Familie sicher lange in Erinnerung behält.


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Unsere Autorin ist übrigens selbst begeisterte Globetrotterin: Ihre Tochter hat in den USA Laufen und in Sri Lanka Schwimmen gelernt. Und ihr Sohn hat bewiesen, dass man in Thailand wunderbar überleben kann, wenn man nichts isst außer Sate-Spießchen und Banana-Pancakes... Er schwärmt noch heute von der Wüstenübernachtung im Oman und dem Rodeo-Besuch in New Mexico. Sie selbst findet: Reisen mit Kindern ist IMMER eine tolle Erfahrung und ein Erlebnis, das noch Jahre später nachwirkt.
Warum mit Kindern in die Ferne reisen?
Für eine Fernreise mit Kindern spricht vieles! Um nur ein paar Punkte zu nennen: Egal in welchem Alter die Mini-Globetrotter sind, die Erfahrung des Reisens macht sie weltoffener und insgesamt interessierter an neuen Dingen. In den allermeisten Ländern sind die Menschen viel kinderfreundlicher als hierzulande, nirgends werden Kinder so viel angelacht wie im Ausland, an erster Stelle steht hier Asien. Die Begeisterung an den Kleinen mit der hellen Haut und den hellen Haaren tut den Kleinen und den Großen gut.
Kinder machen in der Ferne die wertvolle Erfahrung, dass es nicht schlimm ist, wenn sich die Welt um sie herum verändert. Solange nur die Eltern immer da sind! Beim Reisen zeigt sich auch immer wieder: Kinder sind oft unkomplizierter als Erwachsene. Und – last but not least: Es ist einfach wunderbar, gemeinsam die Welt zu erkunden und seinen Kindern neue Orte und fremde Kulturen zu zeigen!
Praktische Tipps – von der Planung bis zur Ankunft

➤ Eine Fernreise macht nur Sinn, wenn beide Elternteile das Abenteuer mögen und beiden klar ist: In der Ferne läuft nicht immer alles so vorhersehbar – und ganz anders als daheim.

➤ DAS perfekte Reisealter gibt es nicht. Jedes Alter hat seine Vor- und auch seine Nachteile. Das erste halbe Lebensjahr eignet sich gut, weil Babys noch klein, unkompliziert und nicht mobil sind. Kleinkinder brauchen dann mehr Routine im Urlaubsalltag, sie sind dafür erstaunlich begeisterungsfähig. Für alles!

➤ Erledigen Sie einen Großteil der Urlaubsplanung nicht erst unterwegs, sondern schon daheim. Urlaubsziele lassen sich mithilfe von Reiseführern, Blogs und Reise-Communities bequem vom Sofa aus recherchieren und buchen. So verschwenden Sie keine wertvolle Urlaubszeit mit der oft doch schwierigen und langwierigen Suche nach geeigneten Unterkünften und Zielen.

➤ Klar, ein Langstreckenflug mit Baby und Kleinkind ist kein Ponyhof. Die lange Zeit im Flugzeug und die Zeitverschiebung können richtig anstrengend sein, nachhaltige Schäden wird die Tortur aber weder beim Kind noch bei den Eltern hinterlassen. Wichtig ist: Die Reisezeit darf im Verhältnis zum Aufwand der Anreise nicht zu kurz sein. Sprich: Die Reise muss sich lohnen! Und durch die Zeitverschiebung müssen schlussendlich alle durch, auch die Großen.

➤ Häufige Ortswechsel sind anstrengend! Bleiben Sie möglichst lange an einem Ort – oder mieten Sie sich alternativ ein Wohnmobil. So haben Sie Ihr "kleines Zuhause" mit dem immer selben Bett immer dabei!

➤ Suchen Sie sich ein Reiseziel, bei dem keine sprachlichen Probleme zu erwarten sind und das gesundheitlich und sicherheitstechnisch völlig unbedenklich ist. Tipp: Hier können Sie sich rund um die Sicherheitslage und die Gesundheitsvorsorge weltweit informieren: www.auswaertiges-amt.de.

➤ Vorsicht mit Hitze und zu großer Kälte, beides bekommt Babys und Kindern gar nicht!

➤ Nutzen Sie die Zeit, bevor die Kinder in die Schule kommen. Sollten Sie in der Ferienzeit verreisen müssen, dann schauen Sie auch nach Flügen in den benachbarten Bundesländern. Damit ist zwar die Anreise etwas weiter - dafür stehen mehr Flüge zur Verfügung, weil die Ferientermine teileweise anders liegen.

➤ Eine Möglichkeit, günstig Urlaub in der Ferne zu machen, ist ein Wohnungstausch. Mittlerweile gibt es diverse Vermittlungsagenturen (z.B. haustauschferien.com / homelink.de), die einen Tandempartner für diese spannende Form des Urlaubs vermitteln: Man selbst macht sein Haus frei für eine andere Familie – und darf im Gegenzug für die vereinbarte Zeit in deren Wohnung oder Haus wohnen.

➤ Achten Sie darauf, dass Ihr Kind auch im Urlaub seinen Rhythmus hat.

➤ Und, ganz wichtig: Bleiben Sie locker, wenn mal nicht alles nach Plan läuft.
Gesundheitstipps für fernreisende Familien
Checken Sie vorab Ihr Reiseziel genau auf mögliche gesundheitliche Probleme (z.B. über www.gesundes-reisen.de) und meiden Sie Destinationen, in denen Malaria und Gelbfieber auftreten. Nichtsdestotrotz gibt es einige Länder, die Sie mit Kindern zwar problemlos bereisen können, in denen Sie aber mit leichten gesundheitlichen Problemen wie Durchfallerkrankungen rechnen müssen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig nach notwendigen Impfungen. Eine tropenmedizinische Beratung sollte mindestens zwei Monate vor Abflug stattfinden, dann ist noch genug Zeit für eventuelle Impfungen. Für Gebiete mit hoher Sonneneinstrahlung empfehlen sich zweiteilige Schwimmanzüge, ein Sonnenhut mit Nackenschutz, den Kinder am besten auch im Wasser auflassen. Weitere Tipps rund um die Reiseapotheke und ums Kofferpacken finden Sie hier:

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Fernreise in der Elternzeit: Elternzeit = Reisezeit

Immer mehr Eltern nutzen die Elternzeit und den Luxus des Elterngeldes für einen ausgedehnten Urlaub - in der Nähe oder in der Ferne. Wenn nicht jetzt, wann dann? Auch wenn reisebegeisterte Eltern oft viel Gegenwind haben ("Dafür ist das Elterngeld ja eigentlich nicht gedacht!" etc.), ihre Argumentation ist leicht nachvollziehbar: Elternzeit ist Familienzeit! Und wo haben wir mehr Zeit zusammen als im Urlaub, wenn die ganzen Alltagstätigkeiten pausieren. Zudem gilt: Wenn die Eltern glücklich sind, sind es die Kinder automatisch auch. Egal ob daheim oder am anderen Ende der Welt. Lassen Sie sich die Reiselust also nicht von anderen verderben! Wofür Sie das Elterngeld ausgeben, bleibt ganz alleine Ihnen überlassen. Und eine lange Reise während der Elternzeit ist eine wunderbare Gelegenheit, die nicht so schnell wieder kommt.

Buchtipp:
Abenteuer Elternzeit. Ein Ratgeber über das Reisen mit Baby und Kleinkind.
Von Inka Schmeling, erschienen bei Beltz, Preis: 8,90 Euro. 
Das Buch ist über Amazon.de erhältlich.


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Top Ten der Reiseziele für Fernreisen

1. USA: Nicht umsonst werden die USA auch "das Land der unbegrenzten Möglichkeiten" genannt, hier ist quasi jede Form von Urlaub möglich, und alles ist hier so wunderbar unkompliziert! Kleines Manko: Die Distanzen sind oft riesig. Ideal ist, Amerika mit einem Camper zu erkunden: So haben Sie immer Ihr kleines Häuschen dabei und Ihre Kinder müssen sich nicht dauernd an eine neue Umgebung gewöhnen. Zudem können Sie kochen oder Essen aufwärmen, wann es Ihnen gerade passt.

2. Sri Lanka:
Sri Lanka ist ein grandioses Reiseziel für Asien-Fans: Kultur, Natur, Strand, hier gibt es alles! Zudem ist Sri Lanka unglaublich kinderfreundlich, sicher und hat eine gute Infrastruktur für Familien. Übrigens: Die ganze Insel ist nicht mal so groß wie Bayern und auch deshalb für eine Reise mit nicht allzuviel Reisezeit optimal.

3. Thailand: Thailand ist exotisch, vielfältig - und hat eine gute Infrastruktur, die allerdings in manchen Teilen sehr touristisch ist. Das muss aber ja nicht verkehrt sein - für erste Asien-Erfahrungen ist Thailand sehr gut geeignet.

4. Costa Rica: Vor allem für etwas größere Kinder ist Costa Rica ein abenteuerliches, dabei aber völlig ungefährliches Reiseziel. Hier steht Aktivurlaub im Vordergrund: Bootsfahrten, Dschungeltouren - und dabei ganz viele Tiere entdecken und beobachten.

5. Mauritius: Die Tropeninsel bietet viel mehr als Traumstrände ohne Ende. Familien finden hier viele Möglichkeiten für eine gute Mischung aus Aktiv- und Badeurlaub. Für kleine Badenixen und Wassermänner ist das Wasser ideal: Das Meer ist seicht und warm und ohne gefährliche Strömungen. Perfekt für lange Tage am Strand!

6. Südafrika: Südafrika bietet eine wunderbare Kombination aus grandioser Landschaft, traumhaften Stränden und natürlich vielen exotischen Tieren. Probleme mit der Verständigung gibt es keine. Noch ein Plus: Es gibt keine Zeitverschiebung und damit auch keinen Jetlag.

7. Japan:
Japan ist als Ziel für Familien wärmstens zu empfehlen: Fernostasiatische Kultur trifft hier auf westliche Moderne, das Land bietet viel Kurioses, Spannendes und Faszinierendes, ist dabei aber sicher und sehr sauber. Und extrem kinderfreundlich! Leider aber alles andere als billig... Wer auf die heimischen Ess-Gewohnheiten nicht verzichten mag, wird sich in Japan womöglich schwer tun.

8. Marokko:
Wer Kinderattraktionen sucht, wird hier nicht fündig. Dafür ist das kinderfreundliche Marokko aber ein vielseitiges Reiseziel für Familien mit etwas größeren Kindern, die sich für Natur, Kultur und Tiere begeistern. Marrakesh hat mit seinem Basar, den Schlangenbeschwörern und Märchenerzählern trotz der vielen Touristen noch den Charme von 1001 Nacht, in der Wüste bieten sich Kamelsafaris an - und die Berge halten zig Möglichkeiten für abenteuerliche Erkundungen bereit.

9. Puerto Rico:
Der Ausflug in die Karibik ist eher etwas für Individualisten, Pauschaltourismus sucht man hier (noch) vergebens. Der Inselstaat gehört zu den USA und hat neben viel türkisblauem Meer und traumhaften Sandstränden diverse historische Sehenswürdigenkeiten zu bieten.

10. Oman: Und nochmals ein Tipp für Individualisten, die den Massentourismus lieber meiden: Der Oman ist (obwohl Nachbarland von Jemen) absolut safe - gesundheitlich wie auf die Sicherheit bezogen. Hier gibt es noch viele grandiose Ecken, die völlig untouristisch sind. Der Oman bietet alte Lehmstädte, bunte Basare, romantische Palmenoasen, mächtige Sanddünen in der Wüste - und schöne Strände. Leider ist der Urlaub dort nicht ganz billig.
 
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