"Gute Mutter sein" - was bedeutet das?

Muss man als Mutter immer ausgeglichen, hilfsbereit, geduldig sein? Mit einem Wort: perfekt? Was es heißt, eine „gute Mutter“ zu sein – und wie Sie bei aller Hingabe selbst nicht zu kurz kommen.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Gute Mutter sein


© Thinkstock
Auch wenn man als Mutter den Alltag gut im Griff hat und die lieben Kleinen eigentlich ganz vergnügt aus der Wäsche schauen und sich prima entwickeln: Die Frage, ob man eine gute Mutter ist, bewegt jede Mutter, auch wenn man schon Großmutter ist.

Aber wie sieht sie eigentlich aus, die „perfekte Mutter“?

Jede Mutter interpretiert das mit der „perfekten Mutter“ für sich ein wenig anders. Die Hamburger Psychologin Angelika Faas sagt: „Keine Mutter bietet ihrem Kind alles. Das geht nicht und ist auch gar nicht nötig. Deshalb sollte auch keine Mutter ein schlechtes Gewissen haben, wenn der eine oder andere gute Vorsatz im Kindertrubel untergeht.“ Jede Mutter hat ihre „Spezialitäten“ und ist keine „Allround-Maschine“, die alles kann. „Man sollte auch nie vergessen: Was für ein anderes Kind ganz toll ist, muss nicht unbedingt ideal für das eigene sein“, sagt Angelika Faas. Und, ganz wichtig: Wer bei einer vermeintlichen Super-Mutter nachfragt, bekommt ziemlich häufig die Antwort: „Perfekt? Quatsch! Bei uns geht es drunter und drüber.“ Von außen scheinen die Dinge oft anders, als sie wirklich sind.
Auch mal die „gemeinste Mutter der Welt“ sein dürfen…
Die Frage: „Muss eine Mutter perfekt sein?“, lässt sich also einfach beantworten: Natürlich nicht. Denn perfekt zu sein ist ein Anspruch, den niemand erfüllen kann. Eine Mutter ist vermutlich genau richtig, wie sie ist. Und dazu gehört, dass eine Mutter auch einmal ungerecht, vergesslich, schlecht gelaunt ist, dass sie ihre Kinder mit Gummibärchen besticht, den Haushalt vernachlässigt und mit den Türen knallt. Oder sogar „die gemeinste Mutter der ganzen Welt“ ist.

 Das könnte Sie interessieren: Rockstar Mama

Mütter sind einfühlsam, Mütter sind führsorglich, Mütter sind liebevoll. Und Mütter sind die geilsten Rockstars aller Zeiten. Glauben Sie nicht?


„Eine gute Mutter ist keine, die sich für Kinder und Familie aufopfert. Sondern eine, die im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen und denen des Kindes lebt“, sagt Angelika Faas. „Eine Mutter, die im Alltag solch eine Balance gefunden hat, ist einfach glücklicher, und das ist natürlich auch gut für die Kinder. Wer nie innerlich abschalten kann, dessen Akkus sind bald leer.“ Die Psychologin rät daher: „Organisieren Sie sich im Alltag genügend Zeit für sich; Zeit, in der Ihre Kinder von anderen Menschen betreut werden. Nur dann haben Sie die innere Freiheit, sich anderen Dinge zu widmen, die Ihnen auch noch wichtig sind.“

Kinder lieben ihre Mutter bedingungslos, so wie sie sind. Das ist ein großes Glück, aber auch eine Verantwortung: nämlich die, diese Liebe nicht zu enttäuschen. Wer Kinder großzieht, fühlt: Das Wesen des Mutter seins liegt nicht nur darin, Schoko-Muffins mit Smartie-Dekoration für die Geburtstagsparty zu backen oder Neunjährige rechtzeitig zum Fußball zu kutschieren – obwohl solche praktischen Dinge auch sehr wichtig sind. Mutter sein bedeutet, zugewandt sein, sich in die Seele eines Kindes einfühlen, es behüten – und im rechten Moment in der Lage sein, sich zu lösen und das Kind auch seine eigenen Wege gehen zu lassen. Und Mutter sein bedeutet, prägendes Vorbild zu sein.





mehr zum Thema
kontrovers Mama
Artikel kommentieren
Login