Mein Kind schnarcht, ist das normal?

Einige Babys und Kinder schlafen alles andere als ruhig - sie schniefen, grunzen und schnarchen was das Zeug hält. Meistens ist das harmlos und das „Gesäge“ tritt entwicklungsbedingt nur kurzzeitig auf. Manchmal steckt aber auch mehr dahinter.


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Ganz friedlich liegt es da, das kleine Bündel Glück, schlafend… und schnarchend. Was? Ja genau, es schnarcht. Wie süß! Was frischgebackene Eltern anfangs in Verzückung bringt, erregt schon bald Verunsicherung. Ist das normal? Machen das alle Babys? Bekommt mein Kind genug Luft?

Babys schnarchen wegen enger Atemwege


Tatsächlich sind einige Säuglinge sehr geräuschvolle Schläfer. Das liegt daran, dass sich bei ihnen die Schleimhautfalte im Rachen noch nicht vollständig entfaltet hat. Die Atemwege sind dadurch noch recht eng und das Schnarchen entsteht durch die Vibration des weichen Gewebes im Luftstrom. Das ist ganz normal und legt sich mit der Zeit von selbst. Manchmal kann es helfen, die Schlafposition des kleinen Schnarchers zu verändern, also das Baby zum Beispiel von der Rücken- in die Seitenlage zu bringen.

Mitunter macht den Kleinen auch ein Infekt, ein Schnupfen oder eine verstopfte Nase zu schaffen. Dann hilft es, die Nase frei zu halten (zum Beispiel mit einem Nasensauger) und die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen, indem Sie beispielsweise feuchte Tücher in der Nähe des Babybetts aufhängen.

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Mit zunehmendem Alter sollte sich das Schnarchen bei Ihrem Baby bessern. Sind Sie aber unsicher, wird das Schnarchen plötzlich stärker oder haben Sie das Gefühl, Ihr Kind tut sich beim Atmen schwer, sollten Sie das vorsichtshalber beim Kinderarzt ansprechen. Vielleicht schaffen Sie es sogar, die Geräusche mit Ihrem Smartphone aufzunehmen, um es dem Arzt später vorspielen zu können. Zwar sind selten ernste Erkrankungen ursächlich für die Schnarcherei, allerdings sollten sie und anatomische Fehlbildungen vorsichtshalber ausgeschlossen werden.
Vergrößerte Mandeln häufig Ursache für Schnarchen bei Kindern
Doch nicht nur die ganz Kleinen können kräftig „sägen“. Auch und insbesondere Kinder im Kindergartenalter schnarchen gelegentlich, etwa jedes siebte Kind sogar regelmäßig. Wenn eine verstopfte Nase oder ein Infekt ausgeschlossen werden können, sind bei ihnen meist vergrößerte Gaumenmandeln (hinten im Hals sichtbar) oder Rachenmandeln ("Polypen", sitzen hinter der Nase und sind nicht sichtbar) die Schnarch-Auslöser.

Die Mandeln spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit: Ihre Aufgabe ist es, eindringende Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren. Dabei können sie sich entzünden, anschwellen und so groß werden, dass sie die Atmung beeinträchtigen. Das passiert vor allem dann, wenn die sie umgebende Muskulatur erschlafft – also im Entspannungszustand, im Schlaf. Anzeichen für vergrößerte Mandeln sind neben dem Schnarchen zum Beispiel eine nasale Sprache, eine überwiegende Mundatmung, häufige Infekte des Bronchialsystems sowie häufige Entzündungen der Nasenschleimhaut oder der Nasennebenhöhlen.

Kind schnarcht - ist das normal?


© iStock
Im Kindergartenalter, wenn Kinder häufig mit Krankheitserregern in Berührung kommen, haben die Mandeln allerhand zu tun, deshalb sind sie in diesem Alter häufig angeschwollen. Aber keine Sorge, bei den meisten Kindern schrumpfen sie etwa mit dem Schuleintritt wieder, sodass die nächtliche Sägerei sich bald bessert.

Wird das Schnarchen plötzlich lauter und regelmäßig, sollten Sie es jedoch vom Kinderarzt abklären lassen. Ebenso, wenn zum Schnarchen eines oder mehr der folgenden Symptome auftreten:

ADHS-ähnliche Symptome wie Tagesmüdigkeit, Unkonzentriertheit, Zappeligkeit
• starkes nächtliches Schwitzen
• Entwicklungsverzögerungen wie Minderwuchs oder Untergewicht
• häufige Kopfschmerzen
• Angst vor dem Schlafengehen

In diesen Fällen kann es sein, dass Ihr Kind unter einem Schlaf-Apnoe-Syndrom leidet.
Das Schlaf-Apnoe-Syndrom bei Kindern
Von einem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom sprechen Ärzte, wenn im Schlaf mehrmals kurzeitig die Atmung aussetzt. Dazu kommt es, wenn die Atemwege im Entspannungszustand durch eine erschlaffte Rachenmuskulatur blockiert werden. So kommt es zu Atemaussetzern, die mehrere Sekunden andauern können. Doch keine Sorge: Der Betroffene erstickt nicht unbewusst im Schlaf. Sinkt die Sauerstoffversorgung im Blut unter eine kritische Grenze, meldet das Hin: „Atmen!“ und setzt alle Hebel und Anstrengungen in Bewegung, damit wieder Luft geholt werden kann. Häufig setzt die Atmung dann durch ein lautes Schnarchen, Seufzen oder Stöhnen wieder ein, oft wird der Betroffene dabei kurz wach. Zwar schreckt er dabei nicht zwangsläufig auf und ist putzmunter – meist merken die Betroffenen das Wachwerden nicht einmal bewusst und können sich am nächsten Morgen nicht daran erinnern. Trotzdem werden sie wiederholt aus dem Schlaf gerissen. Eine längere und erholsame Tiefschlafphase ist für sie so kaum möglich. Kein Wunder also, dass sie tagsüber müde oder zappelig und unkonzentriert sind.

Zwar haben insbesondere ältere Menschen mit dem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom zu kämpfen, aber auch Kinder können schon davon betroffen sein. Ist Ihr Kind ein regelmäßiger Schnarcher und bemerken sie anhaltende Atemaussetzer, gehen Sie auf jeden Fall zum Kinderarzt. In den meisten Fällen kann eine operative Entfernung oder Verkleinerung der störenden Polypen zu einer Verbesserung der nächtlichen Atmung führen und so die Lebensqualität des kleinen Patienten erheblich erhöhen. Sind nicht etwa vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln sondern beispielsweise Kieferfehlstellungen Ursache für die Schlafstörungen, können Zahnspangen oder Schienen helfen.

Achtung: Neugeborene atmen „periodisch“, das heißt Atempausen von bis zu 15 Sekunden können bei ihnen schon mal vorkommen. Ab einem Alter von drei Monaten wird das Atmen regelmäßiger und die Atempausen sollten zurückgehen. Soweit, so normal. Gefährlich wird es erst, wenn der natürliche Schutzmechanismus gegen Sauerstoffmangel nicht einsetzt und das Baby nicht von allein wieder zu atmen beginnt. Dann besteht die Gefahr des Plötzlichen Kindstods. Bitte informieren Sie sich über die Risikofaktoren und sorgen Sie für eine gesunde Schlafumgebung für Ihr Kind. Alle wichtigen Fakten haben wir in unserem Artikel für Sie zusammengefasst:

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Und wie immer gilt: Wenn Sie unsicher sind, was das Atemverhalten Ihres Babys angeht, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Kinderarzt! Das gilt vor allem dann, wenn sich zusätzlich zu anhaltenden Atempausen und Schlafgeräuschen die Haut Ihres Babys bläulich verfärbt, es im Schlaf stark schwitzt, das Baby auffallend blass ist oder sich schwer wecken lässt.






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