Jungen in der Pubertät - Tipps für Eltern

Die Pubertät macht aus verspielten Jungs renitente Rüpel und maulende Mini-Machos. Wir sagen Ihnen, wie Sie gemeinsam gut durch die Pubertät kommen!


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
Viele Eltern, und vor allem Mütter, erkennen ihre Söhne nicht wieder, wenn sie vom Kind zum Mann werden. Der scheinbar nie endende Konfrontationswille, der plötzliche Wandel zum aggressiven Streithammel und die große Risikobereitschaft heranwachsender Jungen bereiten Eltern große Sorgen: Was passiert da bloß mit meinem Sohn? Und wie gehen Eltern mit ihrer neuen Rolle als Prellbock für den jugendlichen Übermut ihres Sohnes um?

Von kleinen Jungs zu großen Mackern



Pubertät Jungen


© Thinkstock
Der Anfang scheint noch recht harmlos. Mit Beginn der Vorpubertät zwischen dem 10. und 13. Lebensjahr sind die meisten Jungen noch verspielt, toben gern herum und bleiben lieber unter Ihresgleichen. In dieser Zeit steigt aber die Produktion des Sexualhormons Testosteron im Körper sprunghaft an. Das ist der Startschuss für den körperlichen Umbau, Körperbehaarung, Penis und Hoden fangen an zu wachsen, zum ersten Mal werden Spermien produziert, die Stimmbänder beginnen zu wachsen und der Stimmbruch setzt ein. Jungen fangen in dieser Phase an, sich langsam zurückzuziehen, sperren die Zimmertür ab und gleichaltrige Bezugspersonen werden wichtiger als die Eltern.

Zwischen dem 13. und 17. Lebensjahr schlägt die Pubertät voll zu. Der Körper schießt in die Höhe und wird muskulöser, der Testosteron-Überschuss sorgt für erhöhte Konfliktbereitschaft, rebellisches Verhalten und leider oft auch für Hautunreinheiten und Akne. Nun sind auch Mädchen interessant, auch wenn sich die Neugier auf das andere Geschlecht zunächst eher in vordergründiger Ablehnung und Imponiergehabe äußert.

Ihr Sohn spielt nach außen den großen Macker, innerlich ist es für ihn aber eine große Herausforderung, mit allen körperlichen und seelischen Veränderungen klar zu kommen. {{SNIPPET_PH:}} Gegenüber den Eltern beginnt die große Trotzphase, ein schwieriger Balanceakt zwischen Ablösung und dem Wunsch nach Geborgenheit, zwischen Selbstständigkeit und dem Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung. Für Jungen ist die Pubertät zudem ein steter Kampf gegen sich selbst, manche werden dabei zu Einzelgängern, andere suchen den Kick in der Rebellion – sei es gegen die Eltern oder manchmal sogar gegen die Polizei. Die allgemeine Verwirrung und das Gefühlchaos gipfeln in bisher ungekannten Fragen wie „Bin ich normal?“, „Wie stehe ich in der Gruppe?“ und vor allem „Wie werde ich zum Mann?“. 


Signal an alle Mütter: Bitte abtreten!

In dieser Zeit entwickeln Heranwachsende zum ersten Mal ein Bewusstsein für das männliche Rollenverhalten. Noch wissen sie aber nicht genau, was es überhaupt bedeutet, ein „Mann“ zu sein. Daher experimentieren sie mit den Rollenbildern. Sie leben die Extreme und suchen so nach ihrer Identität. Diese Suche funktioniert am besten durch Reibung und Abgrenzung – und zwar mit dem eigenen Geschlecht! Das heißt für Mütter: Bitte in den Hintergrund treten.

Väter oder andere männliche Bezugspersonen sind jetzt besonders gefragt. Als Vorbild, aber, und das sei ein Trost für alle Mütter, auch als Widerpart. Denn die innere und äußere Auseinandersetzung mit dem Ich, zur Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit, wird als Hahnenkampf geführt. Jungen wollen in die Welt der Männer eingeführt werden. Sie möchten ihre Gefühle auf „typisch männliche Art“ ausdrücken, durch das Gespräch über „krasse“ Ereignisse. Eine Frau kann damit nichts anfangen und taugt dementsprechend nicht als Mentor.

 Psychotest Ist Ihr Kind schon in der Pubertät?

Machen Sie den Test und finden Sie heraus, wie weit Ihr Kind in seiner seelischen und körperlichen Entwicklung ist.




von Evelyn Hosse




mehr zum Thema
Erziehung Entwicklung
Artikel kommentieren
Login