Wie man Besuchskindern Grenzen setzen kann

Wenn die Freunde der Kinder da sind, geht es bei ihnen drunter und drüber? So schaffen Sie es, dass auch Gastkinder die Hausregeln einhalten


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Manche Nachmittage haben's wirklich in sich. Zum Beispiel die, an denen mein neunjähriger Neffe Fabian seine Freunde Lukas und Benny mitbringt. Die beiden sind nicht ohne. Früher, als sich das Jungs-Trio in der ersten Klasse zusammenfand, sei es noch schlimmer gewesen, erzählt meine Cousine Sarah. Immerhin würden die Jungs jetzt 'Bitte' und 'Danke' sagen und beim Aufräumen helfen. „Aber bis ich sie soweit hatte, musste ich schon ein paar Mal die Stimme erheben.“ Laut werden? Erziehen? Die Kinder anderer Leute? Ja, darf man das überhaupt? Die Online-Foren der Elternseiten und Mütter-Netzwerke sind voll von Anfragen, wie man am besten reagieren solle, wenn der Nachbarsjunge sich im Ton vergreift oder die Schulfreundin der Tochter Tischmanieren hat, mit denen Sie selbst in der Imbissbude auffiele. Dabei sind die Aussagen der Erziehungsexperten eindeutig: Man darf Nachbars Kind nicht nur in die Schranken weisen, wenn es sich danebenbenimmt, man muss es sogar! Schon allein, weil es die eigenen Kinder verwirren würde, wenn die sonst so streng eingeforderten Familien- und Hausregeln für ihre Gäste plötzlich nicht mehr gelten. „Bei aller Gastfreundlichkeit, man muss kein schlechtes Benehmen aushalten, ganz gleich, ob die Gäste 5 oder 15 sind“, sagt der Diplom-Pädagoge und Erziehungswissenschaftler Holger Wyrwar (Die Schlaraffenlandkinder, Ullstein 2004, 7,95 Euro).




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