Die Periode bleibt aus? Ursachen und Tipps

Hilfe, schwanger?! Wenn die Periode ausbleibt, ist frau nicht zwangsläufig schwanger. Welche Ursachen es noch haben kann, wenn die Regel plötzlich ausbleibt, wie Sie einen regelmäßigen Zyklus unterstützen können und wann Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen sollten - das haben wir hier für Sie zusammengefasst.


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Die Grundlage - der weibliche Zyklus


Ein "normaler" Zyklus dauert zwischen 25 bis 35 Tage, wobei "normal" als relativ anzusehen ist. Auch kürzere oder längere Zyklen müssen nicht „krank“ sein, hier ist jede Frau individuell verschieden. Gesteuert werden Eisprung und Periode durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Hormone. Lassen die Tage auf sich warten, ist meist diese Balance gestört.

Der Zyklus kurz und knapp
  • 1 / 7
    Tag 1

    Tag 1 der Periode ist immer auch der Start in einen neuen Zyklus. Die Blutung dauert zwischen 3 und 7 Tage an, dabei wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen.

  • 2 / 7
    FSH & Östrogen

    Die Hirnanhangsdrüse produziert das Hormon FSH (Follikel stimulierendes Hormon), dies stimuliert die Follikel (Eibläschen). Sie wachsen und produzieren Östrogen. Zu Beginn des Zyklus ist der Östrogenspiegel relativ niedrig, je näher der Eisprung rückt, desto mehr Östrogen zirkuliert im Körper.

  • 3 / 7
    Beste Voraussetzungen

    Östrogen bewirkt außerdem, dass sich die Gebärmutterschleimhaut verdickt und besser durchblutet wird, damit eine befruchtete Eizelle im Fall der Fälle optimale Bedingungen für die Einnistung vorfindet.

  • 4 / 7
    Eisprung

    Der steigende Östrogenspiegel führt in der Hinanhangdrüse zur Ausschüttung des Hormons LH (luteinisierendes Hormon). Dieses Hormon bringt den reifen Follikel dazu, die Eizelle freizugeben, der Eisprung findet statt.

  • 5 / 7
    Warten auf Befruchtung

    Die Eizelle wandert durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter, ca. 24 Stunden ist sie überlebensfähig und kann befruchtet werden.

  • 6 / 7
    Progesteron

    Der Follikel beginnt sofort nach dem Eisprung mit der Produktion von Progestoron. Dieses Hormon unterstützt den weiteren Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.

  • 7 / 7
    Der Hormonspiegel sinkt

    Wird die Eizelle nicht befruchtet, schrumpft der Follikel und bildet keine Hormone mehr. Das Ergebnis: Östrogen- und Progesteronspiegel sinken, die dadurch unterstützte Gebörtmutterschleimhaut beginnt, sich abzulösen. Die Periode setzt ein.



Amenorrhö - oder: Wenn die Periode ausbleibt
Natürlich macht man sich Sorgen, wenn auf einmal keine Periode mehr kommt. Bin ich etwa schwanger? Oder habe ich eine gefährliche Krankheit? Zunächst einmal gilt: keine Panik. Denn die Psyche funkt oft dazwischen, wenn es um einen reibungslos funktionierenden Hormonhaushalt geht. Stress setzt uns zu - es ist also nicht weiter verwunderlich, dass die Regel aus dem Takt kommen kann. Warten Sie längere Zeit vergeblich auf die Tage, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Frauenarzt darüber sprechen, um die Ursachen herauszufinden.

Als allererste Maßnahme sollte natürlich eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden! Urintest erhalten Sie in jeder Apotheke oder Drogerie, welche Arten es gibt und wie sicher sogenannte Frühschwangerschaftstests sind, erfahren Sie hier: ➤ Schwangerschaftstests.
Weitere Ursachen für das Ausbleiben der Regel
➤ Keine Menstruation in der Stillzeit?
Sie stillen? Dann kann es sein, dass Ihre Tage ein wenig auf sich warten lassen. Denn das milchbildende Hormon Prolaktin hemmt Eizellreifung und damit den Eisprung. Je häufiger Sie stillen, desto mehr Prolaktin wird gebildet. Und desto länger dauert es, bis die Regel kommt. ➤ Psychische Belastungen
Stress, Zeitverschiebungen auf Reisen, starke berufliche und familiäre Belastungen, Sorgen und Trauer: All das hat einen Einfluss auf das sensible Hormongleichgewicht. Es kann zu Zyklusunregelmäßigkeiten kommen, bis hin zum Ausbleiben der Periode.

➤ Große körperliche Belastung
Bei Leistungssportlerinnen bleibt oftmals die Periode aus – der Grund sind die extremen physischen Anforderungen, die den Organismus stressen. Mit der Folge, dass der Zyklus quasi aussetzt.

➤ Untergewicht und Übergewicht

Warum kommt meine Periode nicht?


© Thinkstock
Die Hormone, die den Zyklus steuern, reagieren sehr empfindlich auf Gewichtsschwankungen. Besonders bei einer starken Gewichtsabnahme kann es zum Ausbleiben der Regel kommen. Auch hier zieht der Körper "die Reißleine" - starkes Untergewicht ist keine gute Basis für eine gesunde Schwangerschaft.

➤ Absetzen der Pille

Die Hormone der Antibabypille simulieren dem Körper eine Schwangerschaft – der Eisprung wird unterdrückt. Nach dem Absetzen kann es einige Zeit dauern, bis sich das normale Hormongleichgewicht wieder eingependelt hat. Hier heißt es: Geduld haben.

➤ Unterschiedliche Hormonstörungen
Einer der häufigsten Ursachen für Amenorrhö sind hormonelle Störungen. So kann zum Beispiel ein Mangel an weiblichen oder ein Überschuss an männlichen Hormonen zum Ausbleiben der Periode führen. Warum der Hormonhaushalt aus dem Lot gerät, dafür gibt es sehr viele mögliche Gründe - diese reichen von Autoimmunerkrankungen bis zu Veränderungen der Eierstöcke und Tumore.

Auch andere Hormone, die auf den ersten Blick nichts mit dem Zyklus zu tun haben, können dafür verantwortlich sein, dass die Tage nicht mehr kommen. Vor allem die Schilddrüsenhormone spielen für das hormonelle Gesamtzusammenspiel eine wichtige Rolle. Liegt eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion vor, hat die oftmals auch Auswirkungen auf den Zyklus.

➤ PCO-Syndrom
Auch zu den Hormonstörungen zählt das sogenannte Polyzystische Ovar-Syndrom, kurz PCO. Dabei bilden sich in den Eierstöcken sehr viele Zysten, Eisprünge finden unregelmäßig oder gar nicht statt und der Anteil männlicher Geschlechtshormone ist erhöht. Ein Symptom des PCO können Zyklusunregelmäßigkeiten sein - bis hin zur Amenorrhö.

➤ (Vorzeitige) Wechseljahre
Mit dem Einsetzen der Wechseljahre stellen die Eierstöcke die Hormonproduktion langsam ein, die Zyklen werden unregelmäßiger und schließlich bleibt die Periode ganz aus. Dazu kommen Symptome wie Hitzewallungen und Schlafstörungen. Wann es soweit ist? Das ist bei jeder Frau verschieden, normal ist der Zeitraum um das 50. Lebensjahr (Menopause). Setzen die Wechseljahre vor dem 35. Lebensjahr ein, so sprechen Mediziner von vorzeitigen Wechseljahren.

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Dies sind nur einige der möglichen Gründe für Zyklusstörungen, in vielen Fällen steckt nichts Besorgniserregendes hinter dem Ausbleiben der Tage. Dennoch sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt sprechen. Und zwar wenn, ...

● ... Ihre Periode nicht kommt, Sie aber eine Schwangerschaft nicht sicher ausschließen können.
● ... Ihre Regel länger als 3 Monate ausbleibt (wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist)
● ... Sie vermuten, dass das Ausbleiben der Menstruation an einem Medikament, einer Behandlung, Operation o.Ä. liegt.
● ... Sie zusätzliche Beschwerden haben wie Schmerzen (Unterleibsschmerzen, Brustschmerzen, Schmerzen beim Sex), oder generelle Veränderungen bemerken wie eine stärkere Körperbehaarung.Haarausfall, Haut- oder Gewichtsveränderungen.
● ... Sie sich große Sorgen machen.
Welche Untersuchungen führt der Frauenarzt durch?
Weil mehrere Ursachen verantwortlich dafür sein können, dass die Periode ausbleibt, muss die Behandlung individuell auf die Patientin abgestimmt werden. Der Arzt wird Sie zu Ihrer Krankengeschichte befragen und kann so feststellen, ob besondere Lebensumstände, Stress oder frühere Operationen eine Rolle spielen.

Neben der Krankengeschichte wird der Arzt Sie natürlich auch körperlich untersuchen, dazu gehören das Abtasten von Scheide, Gebärmutter und Eierstöcken sowie eine Ultraschalluntersuchung.

Der Arzt wird Ihnen außerdem Blut abnehmen, um die Hormonwerte zu bestimmen und so eventuelle Störungen festzustellen. Auch ein Schwangerschaftstest gehört zur Standarduntersuchung.

Tipps für einen regelmäßigen Zyklus
  • 1 / 4
    No Stress!

    Auch wenn es manchmal schwer fällt: Versuchen Sie, Stress zu reduzieren. Ob Yoga, lesen oder Autogenes Training - Abschalten tut Ihrer Psyche gut, und damit auch dem Zyklus.

  • 2 / 4
    Gesunde Ernährung & Bewegung

    Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind nicht nur für Figur und generelle Gesundheit wichtig, sondern auch Basis für einen ausbalancierten Hormonhaushalt.

  • 3 / 4
    Pflanzliche Unterstützung

    Pflanzliche Arzneimittel wie ➤ Mönchspfeffer können sich positiv auf den Zyklus auswirken. Bevor Sie jedoch apothekenpflichtige Medikamente einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt darüber.

  • 4 / 4
    Überblick verschaffen

    Führen Sie einen Zykluskalender, in den Beginn, Dauer und Stärke der Periode eingetragen werden. Messen Sie Ihre morgendliche Temperatur vor dem Aufstehen. So können Sie feststellen, ob überhaupt ein Eisprung statt findet. Wie die symptothermale Methode genau funktioniert, erfahren Sie hier.



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