Die Risiken eines Kaiserschnittes

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie sich bewusst machen, dass ein Kaiserschnitt mit einigen Risiken verbunden ist - zum Teil auch mit Spätfolgen für Mutter und Kind.


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Bonding nach dem Kaiserschnitt nicht beeinträchtigt


© Thinkstock
Wie jeder chirurgischer Eingriff ist auch ein Kaiserschnitt mit Risiken verbunden. Infektionen, Wundheilungsstörungen und Thrombosen sind immer möglich. Außerdem ist die Mutter nach einer Kaiserschnittentbindung wegen der Bauchwunde immer mehrere Tage nicht so beweglich und kann sich nicht in dem Maße um ihr Baby kümmern, wie sie es vielleicht gerne möchte. Auch Probleme beim Stillen können nach einem Kaiserschnitt häufiger auftreten.

Hinzu kommt, dass bei einer erneuten Schwangerschaft das Risiko einer Komplikation steigt. Etwa wenn die Kaiserschnittnarbe nicht richtig verheilt ist und die Plazenta sich deshalb nicht richtig entwickeln kann. Doch die meisten Schwangerschaften verlaufen trotz eines Kaiserschnitts problemlos und das Geschwisterchen kann vaginal entbunden werden. Denn die alte Regel „Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt“ gilt heute nicht mehr.

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Das muss nicht sein. In vielen Fällen ist trotz einer früheren Schnittentbindung auch eine natürliche Geburt möglich.


Auch die Meinung die Bindung von Mutter und Kind leide unter einem Kaiserschnitt ist überholt. Für das Bonding spielt es keine Rolle, ob das Baby vaginal oder per Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist. Das Bindungs- und Liebeshormon Oxytocin schüttet der Körper erst nach der Geburt aus.

Es stimmt jedoch, dass Stresshormone wie Endorphin, oder Adrenalin und Noradrenalin, die während der Geburt ausgeschüttet werden für Mutter und Kind wichtig sind. So unterstützen die Stresshormone während und nach der Entbindung den Kreislauf des Babys. Außerdem wird bei einer natürlichen Geburt das Fruchtwasser regelrecht aus den Lungen des Babys gepresst. Bei Kaiserschnitten kommt es dagegen häufiger zu Atemstörungen, weil sich das Baby am Fruchtwasser verschluckt.

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Bei der Kaisergeburt verringern zwei Minuten den Unterschied zwischen steriler Kaiserschnitt-OP und natürlicher Geburt.


Nachgewiesen werden konnte ebenso ein Zusammenhang zwischen Kaiserschnittentbindungen und dem Allergierisiko bei Kindern. Demnach haben Kaiserschnitt-Kinder von Müttern mit bekannten Allergien ein siebenfach erhöhtes Risiko ebenfalls eine Allergie zu haben als Kinder, die vaginal geboren wurden.

Es gibt also genügend Gründe für aber auch gegen einen Kaiserschnitt. Daher ist es für Sie wichtig, alle Argumente für eine normale Geburt und für einen Kaiserschnitt gegeneinander abzuwägen, kritisch zu überdenken und vor allen entsprechend Ihrer persönlichen Situation getroffen werden.

Und wie sieht die Zukunft aus? Gynäkologen mutmaßen, dass zu einem gewissen Zeitpunkt ein Revival der natürlichen Geburt einsetzen wird. Tatsächlich ist im Jahr 2012 die Zahl der Kaiserschnitte erstmals seit über 20 Jahren wieder gesunken. Die Vorteile einer natürlichen Geburt - etwa der beim Geburtsprozess ausgeschüttete Hormoncocktail - scheinen wieder mehr Gewicht zu bekommen.



Erfahren Sie hier mehr über die Indikationen für einen Kaiserschnitt


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