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Warum es uns so schwer fällt, als Mutter Priorität im eigenen Leben zu sein – und warum es so essenziell ist

Warum es uns so schwer fällt, als Mutter Priorität im eigenen Leben zu sein – und warum es so essenziell ist

Gast-Kolumne

Für unsere Kinder tun wir alles. Ein wichtiger elterlicher Instinkt, der das Überleben unserer Kids sicherstellen soll – vor allen Dingen, wenn sie noch ganz klein sind. Ist diese Zeit vorbei, müssen vor allem wir Mütter oft erst wieder lernen, die erste Priorität im eigenen Leben zu sein.  

Dass Eltern für ihre Kinder da sind und eigene Hobbys, Me-Time und Wünsche zumindest zeitweise hintenanstellen, liegt in der Natur der Familie. Wer einen Säugling zuhause hat, muss sich ein Stück weit bei Schlaf (und Platz im Bett) und generell beim ganzen Tagesrhythmus dem neuen Familienmitglied anpassen. Viele, vor allem Mütter, stellen ihre eigenen Bedürfnisse aber auch weit über die Säuglingsphase hinaus komplett in den Hintergrund, bis zu dem Punkt, wo sie diese vergessen. Alles dreht sich nur noch um das Wohl der Kinder und den Job, sofern sie berufstätig sind.

Aus meiner Erfahrung spielen dafür drei Dinge eine entscheidende Rolle, dass wir als Mutter unsere eigenen Bedürfnisse vergessen:

  • Oftmals vergessen wir uns selbst, weil es das Einfachste ist zu pausieren, wenn alle an einem Zerren.
    Es ist so einfach, denn du musst niemanden dafür fragen und hoffst, dass es irgendwann mal besser wird. Was jedoch oft passiert, wenn du nicht achtsam bist, ist das dein «Pausieren» deiner eigenen Bedürfnisse zu einer Gewohnheit wird. Du wirst dann solange auf dem Pausenplatz sitzen, bis du dich bewusst entscheidest, andere Dinge zu de-priorisieren und dich wieder an erste Stelle zu stellen.
  • Wir haben nie von unserer Mutter gelernt, auf unsere eigenen Bedürfnisse zu achten.
    Es kommt uns also nicht natürlich vor und ist, wenn wir es denn mal ausprobieren dann, mit einem schlechten Gewissen verbunden (das merkst du v.a. Dingen daran, wenn du dich ständig dafür rechtfertigst, wenn du etwas für dich tust).
  • Tief in uns sind wir überzeugt, dass wir es nicht wert sind, bzw. alles andere wichtiger ist als wir selbst.
    Tief unterbewusst haben wir das Gefühl, dass alles andere wichtiger ist als wir, was wir damit zum Ausdruck bringen, dass wir uns erst für uns Zeit nehmen, wenn alles andere erledigt ist. Sodass selbst das Ausleeren der Spülmaschine wichtiger ist, als sich für 15 Minuten aufs Sofa zu setzen und die Beine hochzulegen.

Was passiert, wenn du deine Bedürfnisse vernachlässigst

Das gefährliche daran ist, dass erstmal gar nicht so viel passiert, wenn du deine eigenen Bedürfnisse vernachlässigst. Und was hinzukommt, ist, dass wir uns auch recht schnell daran gewöhnen, schlecht und wenig zu schlafen, kaum oder keine Zeit für uns selbst zu haben oder immer nur das zu tun, was allen anderen wichtig ist. Bis zu dem Punkt, an dem wir glauben, dass es eben so ist, wenn man Mama ist.

Mittel und langfristig wird es jedoch sehr spürbar sein, wenn deine eigenen Bedürfnisse zu lange auf der Pausenbank waren. Denn wenn deine Reserven aufgebraucht sind, …

  • Fühlst du dich ausgebrannt und kraftlos
  • Bist du ständig müde
  • Verlierst du vielleicht auch die Freude an den Dingen, die dir mal Freude bereitet haben

Mit der Konsequenz, dass du weniger geduldig bist mit deinen Kindern, viel schneller genervt bist von deinem Partner oder einem Kommentar deiner Schwiegermutter und sich einfach nichts mehr gut anfühlt.

Du verzichtest also auf etwas für dich, um mehr für deine Familie da zu sein und einen super Job zu machen, ohne zu merken, dass du selbst viel weniger tun und geben kannst für andere, weil dir schlicht und ergreifend die Kraft und die Energie dafür fehlt.

Warum es so wichtig ist selbst 1. Priorität im eigenen Leben zu sein

Wenn du deine Bedürfnisse kennst und sie achtest, wird es nicht nur dir besser gehen, sondern du wirst auch allen anderen um dich herum viel mehr geben können. Denn nur wenn es dir gut geht, kannst du auch für andere da sein. Nur dann kannst du auch die Mama sein, die du sein möchtest (ganz gleich wie das ausschaut) und deine beruflichen Ambitionen verfolgen (sofern das dein Wunsch ist). Dich selbst zur 1. Priorität zu machen, hat also auch nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Selbstfürsorge. Ein großer Unterschied.

Um also für deine Liebsten mit all deiner Energie, Kreativität, Liebe und Lebensfreude da sein zu können ist es unumgänglich, dass du selbst zur ersten Priorität in deinem eigenen Leben wirst.

Was kannst du als Mutter tun, um selbst wieder 1. Priorität im eigenen Leben zu werden?

  1. Der erste Schritt, um etwas anders zu machen, ist immer das Anerkennen, wo du gerade stehst
    * "Wie steht es um meine Bedürfnisse? Kenne ich sie überhaupt?"
    * "Nehme ich mir Zeit für meine Bedürfnisse/mich?"
    * "Wie geht es mir wirklich?"
  2. Wenn du deine eigenen Bedürfnisse nicht kennst, dann fang an, sie wieder kennenzulernen und werde dir klar, was du brauchst und was dir guttut. Das können Dinge sein wie mehr Schlaf, Bewegung, Zeit für dich selbst, Nähe oder Kreativität. Und dann überlege dir, wie du sie zum Ausdruck bringen kannst. Sei es, dass du z.B. Spazieren gehst, ein Bad nimmst, dich mit einer Freundin triffst, singst oder tanzt oder was immer dir eben guttut und dir hilft, das Bedürfnis zu stillen.
  3. Und dann fang an, dir auch Raum und Zeit für genau diese Bedürfnisse zu nehmen. Und verteidige diesen Raum auch – was durchaus bedeuten kann, auch öfters mal «Nein» zu anderen, bzw. «Ja» zu dir selbst zu sagen.

Was du feststellen wirst, ist, wie viel einfacher alles ist, wenn es dir selbst gut geht.

Gastautorin Elisabeth Thiessen

Elisabeth ist Coach und Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung. Die Mutter von 2 Jungs (2017 und 2019) schreibt regelmäßig für familie.de zum Thema Vereinbarkeit. Dabei zeigt sie auf, wie du Beruf und Familie über die Arbeit an dir selbst stark beeinflussen kannst – und bringt hierfür breite Erfahrungen aus ihrer Arbeit mit Eltern und Unternehmen ein.

In ihrem Podcast „Power On sowie ihren Kursen und Coaching-Programmen begleitet Elisabeth Eltern dabei, Job und Familie voller Power und Gelassenheit zu vereinbaren.

Ihr beliebtester Kurs ist Hol dir deine Power zurück, ein Online-Kurs, bei dem Mütter und Väter lernen, wieder Priorität im eigenen Leben zu sein.

Bildquelle: Getty Images/ Matthias Lindner

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