Selten konfliktfrei: die Mutter-Tochter-Beziehung

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Selten konfliktfrei: die Mutter-Tochter-Beziehung

Manche lieben, andere hassen sich, wieder andere gehen sich ganz aus dem Weg: Die Mutter-Tochter-Beziehung ist immer etwas Besonderes – aber auch nicht immer ganz einfach.

Die Beziehung zur Mutter prägt Kinder am meisten. Während Jungens sich aber eher schnell, das heißt früh, abnabeln und laut einer Studie der TU Chemnitz in späteren Jahren nur 29 Prozent der Söhne ihre persönlichen Belange mit der Mutter besprechen, tut das die Mehrheit der Töchter, nämlich 55 Prozent. Bis es allerdings soweit ist, müssen bei vielen heftige Mutter-Tochter-Konflikte überstanden werden.

Mütter und ihre Töchter haben eine besondere Beziehung

Selten konfliktfrei: die Mutter-Tochter-Beziehung

In den ersten Lebensjahren gibt es zwischen Mutter und Tochter eine extrem starke Bindung. Der enge Kontakt liegt vor allem daran, dass es sich bei beiden um das selbe Geschlecht handelt und daher viele Wünsche und Bedürfnisse besser nachvollzogen werden können. Die Mama als erste wichtige Bezugsperson. Mädchen identifizieren sich total mit ihrer Mutter, sie ist das große Vorbild, dem sie in allem und jedem nacheifern.

Manche verharren dabei oft in einer geradezu symbiotischen Beziehung zur Mutter. Was nicht immer gut ist, für beide Seiten nicht. Sie kopieren die Mutti, stolzieren in ihren Schuhen durch die Wohnung, behängen sich mit Mamas Schmuck* und spielen Modenschau mit ihren Kleidern. Nichts will das kleine Mädchen mehr, als genau so zu werden wie die Mama.

Die Mutter-Tochter-Beziehung ändert sich

Die kritiklose Bewunderung kann später allerdings umschlagen oder zumindest aussetzen. Und das nicht erst während der Pubertät. Erste Konflikte zeigen sich oft schon zur Kindergartenzeit, häufig ausgehend von der Mutter, zum Beispiel wenn das Mädchen nicht ihrem Tochter-Ideal entspricht und seinen eigenen Kopf entwickelt.

In den frühen Jahren werden diese Konflikte jedoch nicht angesprochen. Heftiger wird es dann schon während der klassischen Rebellions-Phase, während der Pubertät im Teenageralter. Die Tochter findet ihre Mutter auf einmal gar nicht mehr so großartig, vielmehr peinlich, und lehnt alles, was sie tut, total ab. Die Abnabelung beginnt, der erste Versuch, sich als eigenständiger Mensch zu behaupten.

Das Verhalten der Mutter prägt das weitere Leben der Tochter

Wie stark der Einfluss der Mutter auf die Entwicklung der eigenen Identität der Tochter ist, zeigt sich besonders in den Fällen, in denen der Umgang der beiden miteinander gestört ist. Nicht immer ist die Mutter-Tochter-Beziehung in Kindheit und Jugend für das Mädchen eine glückliche Zeit voller Liebe, Verständnis und Zuwendung. Manche Mütter sehen ihr kleines Pendant auch als Konkurrenz. Und das ist nur einer von mehreren möglichen Konfliktpunkten.

Probleme in der Mutter-Tochter-Beziehung:

  • Ablehnung: Die Mutter kann nicht loben, die Leistungen der kleinen Tochter (Bastelarbeit, gute Schulnoten o.ä.) werden nicht anerkannt. Auch später denkt die Tochter immer wieder, ihre Arbeit und ihre Meinung seien nichts wert.

  • Dominanz: Die Mutter mischt sich in alles ein, bestimmt über den Kopf der Tochter hinweg, reißt Entscheidungen an sich. "Nur zu deinem Besten", ihr Argument. Eine solche Tochter hat später oft Schwierigkeiten, eigenständige Entscheidungen zu treffen.

  • Gefühlskälte: Die Mutter kann keine Nähe und Wärme geben, sie kuschelt und tröstet nicht. In eigenen Liebesbeziehungen ist die Tochter später meist unsicher und klammert oft.

  • Rechthaberei: Die Mutter verbessert und kritisiert ihre Tochter ständig. Häufig fühlen sich Töchter solcher Mütter ihr Leben lang wertlos.

  • Unberechenbarkeit: Nicht zu wissen, wie die Mutter reagiert, führt dazu, dass Töchter die Schuld immer bei sich suchen - oft ihr ganzes Leben lang. Die Mutter-Tochter-Beziehung bleibt oft nachhaltig gestört.

  • Selbstsucht: Eine Mutter, die nur an sich denkt, versucht, die Tochter als schmückendes Anhängsel in ihr Leben einzubauen. Solche Töchter leiden oft unter mangelndem Selbstbewusstsein.

  • Übertragung: Schwache oder überforderte Mütter nutzen ihre Tochter gern aus und übertragen ihr schon in jungen Jahren Erwachsenen-Aufgaben. Selber erwachsen stellen die Töchter dann fest, dass ihnen ihre Kindheit geraubt wurde.

Konflikte können die Mutter-Tochter-Beziehung auch stärken

Aus Fehlern lernen – das gilt auch hier, und es gilt für beide Seiten. Manche Handlungsweise der Mutter kann die Tochter vielleicht erst viel später verstehen, im Erwachsenenalter; oder wenn sie selber Mutter ist und in einer ähnlichen Situation steckt. Sich aneinander zu reiben ist ja auch eine Art Liebesbeweis. Schließlich setzt du dich doch nur mit jemandem auseinander, der dir etwas wert ist. Die Mehrzahl der kritischen Mutter-Tochter-Beziehungen verbessert sich mit den Jahren.

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Das zeigt schon die Tatsache, dass mehr als jede zweite erwachsene Frau ihre Probleme mit der Mama bespricht. Die Mutter erfüllt also doch die Aufgabe als wichtige Vertraute einer Tochter. Wir haben ja auch nur diese einzige, unsere Mutter – und auch das nicht ewig.
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Bildquelle: Getty Images

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