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Armutsgrenze in Deutschland: Wer gilt wann als arm?

© Getty Images/Devenorr
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Immer mehr schrumpft in Deutschland der Mittelstand und die Kluft zwischen arm und reich wird immer deutlicher. Es müssen natürlich nicht immer gleich Urlaube, Häuser oder Autos sein und doch sind die Einen in der Lage, sich einiges davon zu gönnen, während Andere am Ende des Monats kaum genug Geld für Essen haben und auch kaum zum Sparen kommen. Doch ab welchem Einkommen fällt man unter die Armutsgrenze?

Die Armutsgrenze in Deutschland

Laut Definition der Armutsgrenze gilt jede*r als arm, der*die 60 Prozent oder weniger vom durchschnittlichen Einkommen des Landes verdient. In dieser Berechnung sind auch Sozialleistungen bereits eingerechnet. Dabei kommt es auch darauf an, wie viele Personen in dem jeweiligen Haushalt leben. Das Wirtschafts- und Sozialinstitut hat anhand des Nettoeinkommens definiert, ab wann jemand an oder unter der Armutsgrenze in Deutschland lebt.

Bei Beschreibung der Armut entscheidet man in Deutschland auch zwischen der absoluten Armut und der relativen Armut. Die absolute Armut steht dadurch dafür, dass die wirtschaftlichen und sozialen Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden können. Spricht man von der relativen Armut, bezieht sich dies auf das Armutsverhältnis im Vergleich zum gesellschaftlichen Umfeld der jeweiligen Person.

Mittlerweile sind etwas mehr als 16 % der Menschen in Deutschland von Armut betroffen, wie es eine neue Statistik zeigt.

Die Armutsgrenze in Deutschland für Alleinstehende

Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2019 als durchschnittliches Nettoeinkommen für Einzelpersonen einen Betrag von 1.074 Euro festgelegt. Verfügt eine Person über diese Summe oder gar weniger, gilt sie als arm.

Wer ist reich? Als reiche Menschen hingegen gelten in Deutschland jene, die mehr als 3.418 Euro netto im Monat verdienen.

Armutsgrenze für Paare

Paare ohne Kinder gelten bei einem Einkommen von 1.611 Euro oder weniger offiziell als arm. Paare mit 2 Kindern unter 14 Jahren werden bei 2.255 Euro als arm bezeichnet und mit 2 Kindern über 14 Jahren bei 2.685 Euro. Hat ein Pärchen mit 2 Kindern über 14 Jahren und einem Kind unter 14 Jahren ein Gesamteinkommen von 3.007 Euro oder weniger liegt es an der Armutsgrenze in Deutschland oder gar darunter.

Reiche Paare haben laut Statistik mehr als 5.127 Euro monatlich zur Verfügung.

Armutsgrenze in Deutschland für Alleinerziehende

Nicht nur Paare oder kinderlose Singles können nach Berechnung der Armutsgrenze als arm bezeichnet werden. Auch Alleinerziehende mit einem oder mehreren Kindern werden in die Statistik mit einbezogen. Hat eine alleinerziehende Person mit einem Kind unter 14 Jahren ein Einkommen von 1.396 Euro zur Verfügung, gilt die kleine Familie als arm. Die Armutsgrenze für Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt bei 1.718 Euro.

Laut dem statistischen Bundesamt sind besonders alleinerziehende Personen (41 %), aber auch Menschen mit Hauptschul- und fehlendem Berufsabschluss (35 %) und Personen mit Migrationshintergrund (29 %) einem Armutsrisiko ausgesetzt.

Altersarmut in Deutschland

Gerade für Rentner ab 65 stieg die Wahrscheinlichkeit, unter Altersarmut zu leiden, in den vergangenen Jahren rapide gestiegen - von 2015 bis 2019 um ganze 4,9 %. Grund dafür sind vor allem die immer höheren Lebenshaltungskosten, aber auch die fehlenden Ersparnisse aufgrund geringer Gehälter. Frauen sind dabei deutlich häufiger von Armut betroffen als Männer.

Es gibt viele Gründe dafür, in die Armut zu geraten: Plötzlicher Verlust der Arbeit, Schicksalsschläge, Krankheiten und dauerhaft zu hohe Ausgaben. Wichtig ist dabei vor allem die Vorsorge. Ein Job kann der erste Schritt sein, der Armut zu entkommen und das Sparen kann vor allem im Alter helfen, nicht unter die Armutsgrenze zu fallen.

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