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Großfamilie: „Ich hatte nie das Gefühl, alleine zu sein!"

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Großfamilie: „Ich hatte nie das Gefühl, alleine zu sein!"

Träumst du von einer Großfamilie oder hast du das Gefühl, dass du mit ein oder zwei Kindern schon alle Hände voll zu tun hast? Kinderreiche Familien sorgen für Aufsehen, haben aber manchmal auch mit Vorurteilen zu kämpfen. 

Ab wann ist eine Familie eine Großfamilie?

Wie viele Kinder braucht die perfekte Familie? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Als Großfamilie bezeichnet man Familien mit drei oder mehr Kindern. Kinderreiche Familien sind in Deutschland mittlerweile selten: Nur 16 % der Frauen der Geburtsjahrgänge 1965 bis 1974 brachte drei oder mehr Kinder zur Welt.

In Baden-Württemberg, Bremen und Bayern findet man die meisten, wie eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ergab. Die meisten dieser Familien haben drei Kinder, nur 4 % haben mehr.

Warum sind Großfamilie super? „Es ist einfach nur unfassbar toll, viele Geschwister zu haben."

Gemeinsam stark: In einer Großfamilie ist man nie allein. Das sieht auch unsere Redakteurin Gesine so: „Es ist einfach nur unfassbar toll, viele Geschwister zu haben. Klar, als Teenie gibt’s schon Konkurrenz und Auseinandersetzungen, aber meine Geschwister sind meine allerbesten Freunde, ich hatte und habe IMMER jemanden zum Reden und hatte nie das Gefühl, alleine dazustehen."

Soziale Kompetenz: Kinder mit vielen Geschwistern lernen gleichzeitig, sich zu behaupten und mit anderen auszukommen. Sie müssen lernen zu teilen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Und weil bei einer großen Familie immer viel zu tun ist, müssen alle mit anpacken und werden dadurch tolle Teamplayer.

Am Ende ist es ja das, was uns stärkt: Familie im Rücken zu haben, die immer da ist, die uns auffängt, die uns so kennt und liebt, wie wir eben sind. Verstecken unmöglich. Wenn’s hart auf hart kommt, ist immer jemand da, an den man sich wenden kann und der einen unterstützt. Ein unbeschreibliches Gefühl von Sicherheitsnetz und doppeltem Boden, was mich schon nach manchem Stolperer gerettet hat.

Gesine, Redakteurin bei familie.de

Lernen fürs Leben: Eine Großfamilie ist wie ein kleines Unternehmen – man muss gut organisieren können, damit es rundläuft. So lernen Kinder früh, wie man plant und haushaltet. Und dass es mehr Interessen zu berücksichtigen gilt als die eigenen. Dabei lernen die Kleinen von den Großen, und am Ende alle voneinander. Auch Nachhaltigkeit lernen alle automatisch, denn vieles muss geteilt und weitergereicht werden: Kleidung, Bücher, Möbel, Spielzeug und vieles mehr.

„Man ist nie alleine oder nur auf sich gestellt."

Auch im Alter füreinander da: Großfamilien werden gemeinsam alt und können die Herausforderungen des Alters gemeinsam schultern. Wenn Eltern viele Kinder haben, können sie entweder darauf hoffen, dass die Kinder sich gemeinsam um sie kümmern werden, wenn sie mal mehr Hilfe brauchen, oder dass zumindest eines in der Nähe wohnt und ihnen hilft. Und wer viele Geschwister hat, ist im eigenen Alter nicht so allein.

Kinder sind unsere Zukunft: Wer viele Kinder bekommt, der hat die Hoffnung auf eine gute Zukunft noch nicht aufgegeben und ist bereit, sich dafür einzusetzen. Kinder werden gebraucht, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen und um später schlicht und ergreifend die Rente der älteren Generation zu bezahlen.

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Welche Nachteile haben Großfamilien? „Man bekommt selten ungeteilte Aufmerksamkeit."

Große Familie, große Wohnung: Viele Kinder brauchen mehr Platz – wer den nicht von vornherein hat, muss umziehen. Einmal oder mehrmals. Das kostet Geld und Nerven, und wer auf der Suche nach einer Mietwohnung oder einem Haus zum Mieten ist, wird nicht immer Begeisterung ernten für die muntere Kinderschar.

Hohe Kosten: Lebensmittel, Flugreisen, Hotelkosten, Studium, vieles kann nicht weitergereicht oder geteilt werden, sondern multipliziert sich als Kostenfaktor einfach. Mehr Kindergeld und staatliche Förderung helfen nicht bei allem, was Eltern sich für ihre Kinder wünschen, und Steuervorteile nützen nur denen, die ein höheres Einkommen haben.

Erschwerte Rückkehr in den Job: Eine Großfamilie zu managen kostet Zeit. Und Viele Kinder unterschiedlichen Alters haben viele unterschiedliche Bedürfnisse – emotional ebenso wie praktisch. Obwohl doppelverdienende Eltern keine schlechte Idee sind, um das Projekt Großfamilie zu finanzieren, kann es vor allem für die Mutter schwierig sein, in den Beruf zurückzukehren.

Mögliche Überforderung: Die über viele Jahre anhaltenden Anforderungen einer Großfamilie kann nicht jeder stemmen. Der ständige Trubel, eine Vielzahl an Problemen und Herausforderungen, die Kosten – eine Großfamilie ist eine Lebensaufgabe und nicht nur eine Phase.

Stets zu kurz zu kommen, weil man selten mal etwas „nur für sich“ hat bzw. die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Eltern bekommt. Eigentlich fast nie. Eifersucht vorprogrammiert ...

Gesine, Redakteurin bei familie.de

Wie wird man allen gerecht: Nicht alle Kinder sind gleich selbstbewusst, gleich gesund und gleich klug. In einer Großfamilie kann ein stilles Kind möglicherweise untergehen und sich ganz zurückziehen, ein Kind mit Problemen nicht immer die volle Aufmerksamkeit bekommen, die es gerade braucht. Oder umgekehrt kann ein „Problemkind“ so viel Kraft kosten, dass es nicht immer für alle anderen auch noch reicht.

Ähnliches hat auch Gesine erlebt: „Ich schiebe es auf das Gefüge Großfamilie, dass ich ein eher schlecht ausgeprägtes Selbstbewusstsein habe. Obwohl ich als Kind und Teenie viele Talente und Interessen hatte, haben meine Eltern mich dahingehend nicht gefördert oder gepusht (keine Zeit? Wenig Gespür? Viel um die Ohren?). Meine Geschwister möchte ich trotzdem um nichts in der Welt missen!"

Quelle: Kinderreiche Familien in Deutschland – Auslaufmodell oder Lebensentwurf für die Zukunft? Studie des Bundesinsituts für Bevölkerungsforschung, veröffentlicht im Juni 2019

Bildquelle: Getty Images/Liderina

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