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Schwerer Tag?

5 Wege, wie ihr und eure Kinder entspannter mit Alltagsstress umgeht

Emotionalen Akku bei Kindern auffüllen: Mama knuddelt ihre zwei Kinder
© Getty Images/ monkeybusinessimages

Kommt es euch auch oft so vor, dass unsere Kinder viel gereizter reagieren, wenn wir selber gestresst sind und wenig Zeit für sie haben? Tatsächlich gibt es dafür einen guten Grund. Zum Einen überträgt sich unsere Laune auf unsere Kids. Meist ist es aber einfach ein Zeichen, dass ihr emotionaler Akku gerade leerläuft. Wie wir ihnen helfen, ihn wieder aufzufüllen – und so mehr Entspannung und Leichtigkeit in unseren Familenalltag bringen

Wenn der Alltag zu fordernd ist

Wir alle haben ein großes Bedürfnis, uns mit unseren Liebsten auszutauschen, uns verbunden und verstanden zu fühlen. Wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, fühlen wir uns gereizt, allein und emotional leer. 

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So geht es auch unseren Kids! Deshalb kommt es besonders an Tagen, an denen viel los ist, unser Alltag chaotisch verläuft oder auch in Zeiten von großem (Eltern-)Stress und Veränderungen schnell vor, dass unsere Kinder weinerlich oder wütend werden.

Wenn wir dann kurz Pause machen und reflektieren, merken wir schnell: In den letzten Tagen ist vielleicht das Buch beim Schlafengehen weggefallen, wir haben das Abendessen mit Handy und Tablets verbracht oder waren komplett mit dem kranken Geschwisterkind eingespannt. Vielleicht waren wir auch länger von unserem Kind getrennt, weil es nach der Schule einen neuen Kurs besucht? Oder wir uns eeeendlich zum Yoga angemeldet haben, weil wir gedacht haben, zu Hause läuft mal alles rund?

Solche Veränderungen und Schwankungen in der täglichen Quality Time sind total normal und gehören einfach zum Leben dazu. Auch unsere Kids können das manchmal emotional abpuffern. Deshalb ist es nicht, was in der Familie passiert, was ihren emotionalen Becher (oder auch "Cup", wie er gerne genannt wird) leert.

Aber fallen solche kleinen Inseln der Eltern-Kind-Bindung plötzlich weg, kann es sein, dass sie ihn nicht rechtzeitig wieder auffüllen können, bevor ihre Emotionen mit ihnen durchgehen.

Dinge, die den emotionalen Becher unserer Kinder leeren

Bei unseren Kindern ist im Alltag viel los: Kindergarten, Schule, Freizeitaktivitäten und Playdates bedeuten, dass sie viel Zeit ohne uns verbringen. Aber in dieser Zeit auch emotional auf sich selbst gestellt sind: Aufregung, Stress, Enttäuschung, Unverständnis und Trauer bewältigen sie alleine. 

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Je mehr sie sich durch die feste emotionale Verbindung zu uns gestärkt fühlen, umso leichter fällt es ihnen, mit diesen sozialen Herausforderungen klarzukommen und sich in ihrer "Mitte" zu fühlen. Was genau ihren Becher besonders leert, ist bei jedem Kind verschieden. Je mehr von solchen Situationen am Tag passieren, umso mehr Verbindung zu uns benötigen sie, um das Geschehene aufzuarbeiten. Und am nächsten Tag wieder mit einem vollen Gefühls-Akku zu starten.

5 Wege, wie wir den emotionalen Akku unserer Kids wieder auffüllen

Dinge, die den emotionalen Becher wieder auffüllen
© familie.de-Redaktion/Canva/Getty Images/monkeybusinessimages

#1 Achtsamkeit

Ja, achtsame Erziehung ist toll und auch Achtsamkeitsübungen können wir nur empfehlen ;-) Aber für diesen Tipp braucht ihr nicht euren gesamten Lebensentwurf umzustellen. Es geht um kleine Momente im Alltag. Etwa beim Abholen von der Schule, beim Kochen oder beim Schlafengehen.

Handy aus, Gedankenkarussell so gut es geht anhalten und uns auf die Wellenlänge unseres Kindes begeben. Bei uns sind es genau diese Momente, in denen meine Kids sich ungefragt plötzlich alles von der Seele reden. Nicht immer gibt es eine konkrete Lösung, aber das Aussprechen, Loslassen und Verstandenwerden stärkt die Eltern-Kind-Beziehung ungemein. 

#2 Spielen

"Mama, willst du mit mir spielen?" Besonders Babys und Kleinkinder können ihre Gedanken und Gefühle nur schwer ausdrücken. Für sie ist es eine wichtige Möglichkeit, ihr Bedürfnis nach Nähe mit Spielen zu stillen. Aber auch ältere Kids sehnen sich noch genauso nach der Zweisamkeit, die sich oft erst ergibt, wenn wir uns beim Spielen in ihre Welt begeben. Besonders unter der Woche ist oft wenig Zeit, ausgiebig zu spielen.

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Aber auch hier gilt: Ein paar Minuten unserer vollen Aufmerksamkeit sind oft viel wertvoller als ein ganzer Nachmittag, an dem wir nicht so ganz bei der Sache sind (oder uns gestresst fühlen, weil wir noch so viel zu tun haben). Auch eine längere Play-Session am Wochenende kann den Akku für mehrere Tage auffüllen, falls das besser zu eurer Familie passt. 

Aufpassen vs. Mitmachen

Wenn wir unseren Kids beim Spielen, Malen, Klettern bewusst zusehen, ist das toll, denn es stärkt unsere Eltern-Kind-Bindung. Aber eine echte Verbundenheit entsteht so richtig, wenn wir etwas mit ihnen zusammen machen: also Mitklettern, Fangen spielen, gemeinsam den Lego-Transformer basteln. Je nachdem, womit ihr euch mit euren Kids am liebsten beschäftigt.

#3 Zeit zu zweit

Besonders, wenn Geschwister im Spiel sind, ist es nicht leicht, jedem Kind seine eigene Zeit zu schenken. Aber ungeteilte Aufmerksamkeit und Verbindung zu uns Eltern ist ein wichtiger Faktor für die emotionale Ausgeglichenheit unserer Kids. Wenn die Zeit für komplette Zweisamkeit im Alltag knapp ist, kann Exklusiv-Zeit am Wochenende eine schöne Möglichkeit sein, dass jedes Kind auf seine vollen Mama- oder Papa-Kosten kommt. 

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Aber auch im Alltag finden sich gute Gelegenheiten: Besonders Momente der Pflege wie Zähneputzen, Haarekämmen, Anziehen sind perfekt, um Nähe zu schaffen, indem wir uns ein paar Minuten mehr Zeit nehmen, unserem Kind in die Augen schauen, sanft sprechen. Oder manchmal auch einfach Quatsch mit ihm machen. 

Hilfe! Wie finde ich im Alltag für sowas denn die Zeit?

Momente der Verbindung müssen uns nicht mehr Zeit kosten, denn je mehr wir unsere Eltern-Kind-Bindung stärken, umso leichter fällt es unseren Kids meistens, zu "kooperieren" und Gefühlsausbrüche und Wutanfälle werden weniger (oder weniger intensiv). Und so der Tagesablauf nach und nach entspannter und leichter.

Wutanfälle gehören natürlich trotzdem zum täglichen Leben mit Kids dazu. Im Video haben wir ein paar Tipps, wie wir sie begleiten können: 

Trotzphasen beim Kleinkind: 7 Tipps, wie du sie durchstehst
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#4 Liebe

Klar, wir lieben unsere Kids über alles! Oft hilft es ungemein, wenn wir immer wieder neue Wege finden, es ihnen zu zeigen. Das kann eine dicke Umarmung sein, extralages Kuscheln, ein zugeflüstertes "Hab dich lieb!". Aber auch eine kleine Nachricht in der Brotdose, der Lieblingssnack beim Abholen oder sie am Wochenende aussuchen zu lassen, was sie am allerliebsten machen würden. Alles, was Kids unsere Wertschätzung zeigt, füllt auch ihren Akku wieder auf. 

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#5 Entscheidungen & Erfolge

So oft fühlen sich unsere Kids hilf- oder machtlos: Wir Erwachsene entscheiden über und für sie, Freund*innen setzen sich über sie hinweg oder lassen sie nicht mitspielen, ihr Tagesablauf ist von vielen Routinen und To-Dos bestimmt. In Entscheidungen einbezogen zu werden, kann Kindern ein Gefühl von Kontrolle zurückgeben, das sie sonst ggf. (unbewusst) in Form von Gefühlsausbrüchen suchen. Dasselbe gilt, wenn sie bei einer Diskussion mit uns Recht behalten oder sie ein Ja hören, auf das sie vielleicht ein Nein erwartet haben. 

Test: Ist mein Kind hochsensibel?

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