Breast Crawl - faszinierendes Phänomen bei Neugeborenen

Diese Videos zeigen einmal mehr, wie beeindruckend Babys sind. Es sind Bilder vom sogenannten Breast Crawl. Was hinter diesem Begriff steckt, erfahren Sie hier.


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Immer wieder machen wir den gleichen Fehler: wir unterschätzen unsere Babys. Hilfebedürftig sind sie. Aber hilflos sicher nicht. Schon als Neugeborene leisten sie Erstaunliches, um sich selbst zu helfen: angefangen beim ersten eigenen Atemzug. Ein äußerst faszinierendes Phänomen ist auch das sogenannte „Breast Crawl“. Es zeigt, wie viel Kraft eigentlich wirklich in Neugeborenen steckt. Obwohl sie so klein und zerbrechlich wirken, sind Babys schon kurz nach der Geburt in der Lage, sich selbstständig bis zu den Brüsten der Mutter vorzuarbeiten. Liegen sie bäuchlings auf der Mutter, schieben sie sich mit ihren Füßen kraftvoll Zentimeter für Zentimeter in Richtung Busen. Sie wissen genau, dass hier die Muttermilch auf sie wartet.

Breast Crawl: beeindruckende Bilder von Neugeborenen


Allzu oft werden Babys der Mutter aber direkt an die Brust angelegt, so dass das Breast Crawl gar nicht beobachtet werden kann. An dieser Stelle muss man sagen: „Danke liebes Internet“. Denn auch dazu gibt es viel Videomaterial. So hat zum Beispiel das Gesundheitsministerium von Ecuador einen wunderschönen Clip zum Breast Crawl veröffentlicht. Es ist eigentlich ein Aufklärungsvideo über die Bedeutung vom Stillen im Allgemeinen. Doch es zeigt sehr deutlich, mit welcher Kraft und mit welchem Willen ein Baby sich seinen Weg zu Mamas Brust bahnt.



Auch einige mutige Mamas haben private Videos von diesem Moment geteilt:


Es ist wirklich faszinierend den Babys dabei zuzusehen. Und wieder einmal mehr kommt man ins Staunen, was sich die Natur ausgedacht hat. Wir hatten vorhin zwar von „Willen“ gesprochen, aber natürlich sind es vielmehr Ur-Instinkte, die das Baby antreiben. Die Brust sondert ein Sekret aus, das fast identisch riecht wie das Fruchtwasser. Dieses hat das Baby während der Schwangerschaft getrunken und ist geprägt von seinem Geschmack und Geruch. Auch außerhalb der Gebärmutter folgt es dem gewohnten Geruch bis zur Brust der Mutter. Der angeborene Schreitreflex hilft dem Baby dabei, sich vom Bauch der Mutter abzudrücken.

Mehr Infos dazu:
Erstmals beschrieben wurde das "Breast Crawl" von dem schwedischen Karolinska Institut im Jahr 1987. Demnach haben die beobachteten Babys spätestens eine Stunde nach der Geburt die Brust der Mutter selbstständig gefunden und das Trinken begonnen. Für das Breast Crawl werden die Babys der Mutter nach der Geburt für das erste Bonding bäuchlings auf den Oberbauch gelegt – direkter Hautkontakt ist dabei sehr wichtig. Auch der Blickkontakt von Mutter und Kind sollte möglich sein. Ganz entscheidend ist, dass die Hände des Neugeborenen nicht gewaschen werden. Das Baby wird sich die Hände instinktiv zum Gesicht beziehungsweise zum Mund führen. So kann es den Geruch und den Geschmack des Fruchtwassers noch einmal aufnehmen und es fällt ihm leichter, die Brust zu erschnuppern. Aber: Breast Crawl braucht Zeit. Das Baby wird den Zeitpunkt des Stillens selbst bestimmen, wenn es dazu bereit ist. Das heißt, wenn es sich von der Geburt erholt hat und das erste Band zwischen Baby und Mutter geknüpft ist.
Ist das nicht zu anstrengend?

Aber ist es nicht gemein, das Baby nach der Geburt auch noch dieser Anstrengung auszusetzen? Zunächst einmal hat das Baby den Vorteil selbst zu bestimmen, wann es zum ersten Mal gestillt werden möchte. Das heißt, es hat die Zeit, sich eine Verschnaufpause zu gönnen. Durch den intensiven und ungestörten Kontakt mit der Mutter finden die Babys zudem schneller ihren eigenen Rythmus und verarbeiten die neuen Umweltreize stressfreier. Das sind die ersten großen Vorteile. Verschiedene Studien (Auflistung siehe Link) merken außerdem an, dass sich das Breast Crawl allgemein positiv auf die weitere Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind auswirke. Müttern fiele das Stillen demnach auch später einfacher. Das entscheidende Problem das wir sehen ist, dass "Zeit" im Kreißsaal heutzutage Mangelware ist. Doch ohne die, wird auch das Breast Crawl hinfällig. Oben angesprochene Studien, die auf den Beobachtungen des schwedischen Karolinska Instituts aufbauen, belegen das. Werden Mutter und Kind zum Beispiel während der ersten U-Untersuchungen zu lange (15- 20 Minuten) voneinander getrennt findet oft kein Selbstanlegen des Babys statt, selbst wenn ihm danach die Zeit dafür gegeben wird.

Natürlich gibt es auch Babys, die an dem Breast Crawl gar kein Interesse haben. Sie haben sich de Start ins Leben einfach anders vorgestellt beziehungsweise bequemer. Wenn das Baby partout nicht möchte, dann sollten Sie es auch nicht dazu zwingen. Legen Sie es einfach selbst an die Brust an und genießen den geminsamen Start in das neue Leben!

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