Umwelt hat großen Einfluss auf Babys Entwicklung


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Umwelt hat großen Einfluss auf Babys Entwicklung

Aber zementiert ist das Schicksal und die Entwicklung eines Babys mit seiner Zeugung deshalb nicht. „Wir sind keine Sklaven unserer Gene“, sagt etwa der britische Genetiker Steve Jones. Die Gene, die ein Baby von seinen Eltern mitbekommt, bestimmen bis zu einem gewissen Grad das Potenzial, das es hat. Sie machen bestimmte Entwicklungen wahrscheinlicher, andere wiederum sind fast ausgeschlossen. In meinem Fall ist es zum Beispiel sicherlich kein Zufall, dass ich keine 2. Steffi Graf wurde. Mir fehlten einfach die körperlichen Voraussetzungen dafür. Es gibt also Grenzen, die von Geburt an da sind. Aber was genau aus einem Baby mit seinen individuellen Anlagen innerhalb seiner Möglichkeiten später einmal werden wird, hängt von Zufall, Schicksal, Lebensumständen, Erfahrungen und unserer Erziehung, kurzum: von der Umwelt ab. Ein Mensch, der von Natur aus sehr extrovertiert ist, kann diese Eigenschaft in ganz verschiedenen Bereichen ausleben, zum Beispiel als Schauspieler, aber auch als Manager oder Lehrer. Nichts ist festgelegt. Und die Hirnforschung weiß inzwischen auch, wie stark die Verschaltungen der Synapsen im Gehirn von den frühen Erfahrungen eines Babys beeinflusst werden. Liebe, Geborgenheit, Beziehung und Zärtlichkeit sind für Babys Entwicklung vermutlich genauso entscheidend wie seine Erbanlagen. Die Frage, was einen Menschen letztlich stärker prägt, seine Natur (also die Gene) oder die Kultur (wie Erziehung und Freunde), wurde lange sehr kontrovers diskutiert. In den 70er Jahren ging man davon aus, dass alles Erziehung ist, in den 90er Jahren schwang das Pendel wieder zurück zur Natur. Inzwischen hat man sich mehr oder weniger darauf geeinigt, dass beide Faktoren zusammenwirken. Doch wie das genau aussieht, ist auch heute noch nicht vollständig geklärt.