Alle Ferienkinder einsteigen!

Mit Flugzeug, Zug, Reisebus oder dem eigenen Auto: Wie kommen Familien stressfrei und bequem an den Urlaubsort, und das zu bezahlbaren Preisen?


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Mit dem Auto, Zug oder Flugzeug - alle Varianten haben ihre

Mit dem Auto, Zug oder Flugzeug - alle Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.


© iStock
"Mama, wann sind wir endlich da?" Für Kinder ist nicht der Weg das Ziel, im Gegenteil: Sie freuen sich aufs Ankommen! Und wenn das zu lange dauert, werden sie schnell quengelig. Verreisen mit Kindern ist auch deshalb komplizierter, weil man wegen Kita-Schließzeiten und Schulferien meist in der Hauptsaison unterwegs ist und zusätzlich Berge von Gepäck mit sich herumschleppt. Die Fahrt oder der Flug in den Urlaub sollte also gut geplant werden. Aber wofür sich entscheiden? Jedes Transportmittel hat Vor- und Nachteile. Viele Eltern möchten flexibel bleiben – und wählen die Fahrt mit dem eigenen Wagen.

Urlaub mit Auto bietet viel Freiheit


Fast die Hälfte der Deutschen fährt mit dem Auto in den Urlaub. Man hat kaum Zeitdruck, muss nicht auf die Befindlichkeit von Mitreisenden achten und kann den Kofferraum bis zum Anschlag mit Koffern, Taschen, Buggys und Spielsachen vollpacken. Die Kinder sind besser gesichert als in jedem anderen Verkehrsmittel. Außerdem ist Autofahren oft die billigste Möglichkeit, ans Ziel zu kommen – gerade wenn es ins Ausland geht, nach Skandinavien oder in die Mittelmeerländer.

Doch es ist freilich nicht von der Hand zu weisen, dass die Autofahrt in den Urlaub auch einige Nachteile mit sich bringt. Sie kann in ziemlichen Stress ausarten – durch Staus, Umleitungen Reiseübelkeit, dazu die oft quengeligen Kinder im Nacken. Wer mit dem Auto reist, sollte deshalb  keine allzu ambitionierten Entfernungen anpeilen. Sondern zügig ankommen und sich freuen, auch am Urlaubsort mobil zu sein. Bus-, Flugzeug- oder Bahnreisende sind das erst einmal nicht. Dafür  haben diese Transportmittel andere Vorteile.

Autoreise-Tipps
  • 1 / 6
    Viele Pausen machen

    Alle ein bis zwei Stunden eine längere Pause einlegen. Hier dürfen die Kinder sich austoben. Aber aufgepasst: Ballspielen, Fangen, Verstecken ist auf Rastplätzen gefährlich. Springseil & Co. sind besser.

  • 2 / 6
    Essen und Trinken im Auto

    Nichts einpacken, was klebt und schwierig zu essen ist. Geeignet sind Obstschnitze, belegte Brote und Getränkeflaschen mit Trinkverschluss. Weniger gut eignen sich Joghurt, Salate, Marmeladenbrote u. Ä.

  • 3 / 6
    Kindermusik

    Viele, viele Hörspiele und CDs mit Kinderliedern mitnehmen!

  • 4 / 6
    So früh wie möglich starten

    Möglichst frühmorgens losfahren, wenn die Kinder noch schlafen.

  • 5 / 6
    Es gemütlich machen

    Mit Decken, Kissen, Kuscheltieren machen es sich die Kinder hinten gemütlich.

  • 6 / 6
    An Spucktüte denken

    Für den Fall der Fälle: Spucktüte einpacken! Wer zu Reiseübelkeit neigt, sollte nicht lesen oder runtergucken – sondern nach vorne zum Fenster hinaus.



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„Mama, mir ist schlecht!“ Kaum geht es auf große Urlaubsfahrt, wird vielen Kindern übel und schwindlig.



Auf der Bahnfahrt fängt der Urlaub an
Bahn fahren ist bequem – wenn man erst einmal im Zug sitzt: Die Familie kann zusammen spielen, man darf aufstehen, durch den Zug spazieren und bei "Mama, ich muss mal!" zur Toilette sprinten. Für Familien sind Bahnfahrten innerhalb Deutschlands preisgünstig – vor allem, weil Kinder unter 15 Jahren umsonst mitreisen, aber auch durch Bahncard, Sparpreise und regionale Länder-Tickets.

Was beim Bahnfahren nervt, ist das umständliche Drumherum: Irgendwie muss man zum Bahnhof kommen. Umsteigen ist anstrengend. Und gerade kleine Ortschaften sind oft gar nicht per Zug zu erreichen: Das Schienennetz der Deutschen Bahn umfasst mit seinen stolzen 33.000 Kilometern nur etwa ein Zwanzigstel des Straßennetzes! Manche Familien entscheiden sich auch deshalb für die Variante Autozug: Die lange Fahrt durch Deutschland bewältigen sie samt Wagen bequem mit der Bahn. Leider wird dieser Service aber zum Ende des Jahres 2016 eingestellt. Eine andere Möglichkeit, um am Urlaubsort mobil zu sein: Ein Leihwagen, den man im Idealfall aus Kostengründen im Voraus gebucht hat. Auch viele Flugreisende machen es so. 

Bahn-Tipps
  • 1 / 5
    Plätze im Abteil

    Plätze in Abteil – am besten dem Kleinkinderabteil – reservieren statt im Großraumwagen: So sind Familien unter sich, und die Kinder sind besser im Blick. Zeitig buchen!

  • 2 / 5
    Für Unterhaltung sorgen

    Spiele, Malsachen, Bücher mitnehmen, die der ganzen Familie Spaß machen.

  • 3 / 5
    Wer hat Hunger?

    Abstecher in den Speisewagen sind Highlights der Fahrt.

  • 4 / 5
    Gepäck-Service

    Praktisch: der Gepäck-Service der DB. Ein Kurier holt am Vortag die Koffer zu Hause ab und liefert sie zum Zielort, sodass für die Fahrt leichtes Gepäck genügt. Besonders  empfehlenswert, wenn man umsteigen muss oder die Kinder noch sehr klein sind.

  • 5 / 5
    Hände waschen!

    Desinfektionstücher für Hände und Zugtoilette mitnehmen – und genügend Getränke.



Per Flugzeug in die Ferne
Es ist aufregend, aber auch anstrengend: Fliegen lohnt für Familien nur, wenn weite Entfernungen zu bewältigen sind. Das Gepäck ist streng begrenzt, die Tickets sind meist teuer und bei Kurz- und Mittelstreckenflügen spart man außerdem kaum Zeit: Schließlich addieren sich zur Flugzeit noch die Fahrt zum und vom Flughafen sowie das Warten auf Einchecken, Sicherheitskontrolle, Boarding, Gepäckabfertigung. Schnell ist so ein ganzer Urlaubstag für die Reise weg. Ganz wichtig, um am Schalter keine teuren Überraschungen zu erleben: Bei der Buchung muss man sich schlau machen, wie viel Gepäck maximal erlaubt ist und ob beispielsweise der Kinderwagen extra zählt. Gerade bei Billigflug-Tickes – auch von namhaften Fluglinien – kommen sonst oft horrende Extrakosten auf die Urlauber zu.

Ferienflieger-Tipps
  • 1 / 6
    Gegen den Druck im Ohr

    Kaugummi oder Kaubonbons kauen, Babys am Schnuller saugen lassen

  • 2 / 6
    Handgepäck richtig packen

    Bücher und Spiele gut erreichbar im Handgepäck verstauen. Ebenso alles andere, was  während des Fluges gebraucht werden könnte.

  • 3 / 6
    Wer muss nochmal?

    Vor dem Abflug mit den Kindern zur Toilette gehen.

  • 4 / 6
    Wasser gratis

    Leere Flasche(n) mit durch die Sicherheitskontrolle nehmen. Danach mit Leitungswasser füllen. Spart Geld!

  • 5 / 6
    Vorabend-Check-In

    Schon am Vorabend online einchecken. Spart Zeit!

  • 6 / 6
    Eigener Sitzplatz

    Für Kleinkinder kann es lohnen, einen eigenen Sitzplatz zu buchen – das ist bequemer und sicherer. Wichtig: Kindersitz-Mitnahme für den Flug vorher mit Airline klären!



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Im Reisebus auf Tour
Ganz vorne steht hier der Kostenfaktor: Auf etlichen Strecken bieten Fernbusse günstigere Tickets an als Bahn oder Billigflieger. Praktisch ist auch, dass Mama und Papa sich während der Fahrt um die Kinder kümmern können. Oft ist eine Toilette an Bord, regelmäßig gibt es Pausen. Dennoch ist das lange Stillsitzen für Kinder wenig attraktiv – auch deshalb, weil sie leiser sein müssen als im eigenen Auto, damit die Eltern keine genervten Blicke von Mitreisenden ernten.
Womit also reisen?

Wo also sollten Familien einsteigen, wenn’s in den Urlaub geht? Das lapidare Fazit: Es kommt ganz drauf an! Auf das Reiseziel, aber auch darauf, was jedem selbst am Wichtigsten ist. Allgemein lässt sich nur sagen: Für Familienurlaube in Deutschland sind Auto, Zug oder auch Reisebus meist sinnvoller als das Flugzeug. Und Familienurlaube im Ausland sind mit dem Zug meist deutlich teurer als mit dem Auto. Gerade mit Kleinkindern empfiehlt es sich also, das Reiseziel nach guter Erreichbarkeit auszuwählen. Im Zweifel gilt: Nordsee statt Pazifik. Für die Kinder ist jeder Urlaubsort das Paradies!

Umweltfreundlich in den Urlaub: Welches Verkehrsmittel hat die Nase vorn im CO2-Vergleich?
  • Die Bahn ist grundsätzlich eine umweltfreundliche Art des Reisens.
  • Das Auto gilt als Umweltsünder. Aber: Für Familien ist Autofahren unter Öko-Aspekten nicht so schlecht, wie die Statistik nahelegt. Statistisch rechnet man pro Auto mit nur 1,5 Insassen – als Familie teilt sich die CO2-Belastung jedoch auf mindestens drei Personen auf. Mit kleinem Motor und spritsparender Fahrweise übertrifft Autofahren dann in puncto Umweltfreundlichkeit manchmal sogar die Bahn.
  • Der Reisebus steht ähnlich da wie das Auto: Mit emissionsarmen Motoren und bei guter Buchungslage erreichen moderne Busse niedrigere CO2-Werte pro Fahrgast als die Bahn.
  • Das Flugzeug lässt sich ökologisch leider nicht schönreden: Es hat die schlechteste Ökobilanz von allen Verkehrsmitteln.


(von Almut Wenge / erschienen in der familie&co 06/2016)

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