Brustkrebs: Diagnose, Behandlung und Nachsorge

Der Weg vom Verdacht über die Diagnose Brustkrebs bis hin zur Therapie und Nachsorge ist kein einfacher. Deswegen sollten Betroffene sich selbst Zeit schenken, um alle nötigen Informationen zu sammeln und die Diagnose zu verarbeiten. Wie der Weg von der Diagnose bis zur Nachsorge aussehen kann, haben wir hier für Sie zusammengefasst.


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Brustkrebs Therapie

Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei etwa zehn Prozent.


© iStock
Entdecken Sie beim Abtasten einen Knoten, sollte Ihr erster Weg zu Ihrem Gynäkologen führen. Dieser wird Ihre Brust sowie die Achselhöhlen und die Schlüsselbeingruben erneut genau abtasten.

Ergibt sich ein Verdacht, wird bei Frauen unter 40 Jahren meist als erste Maßnahme eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Bei Frauen ab 40 Jahren erfolgt in der Regel sofort eine Mammographie und unter Umständen zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Brust.

Zur endgültigen Diagnose entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie), um festzustellen, ob die Veränderung gut- oder bösartig ist. Liegt ein Mammakarzinom vor, erhält der Arzt bei der Biopsie gleichzeitig auch Aufschluss über den Tumortyp und den Grad der Aggressivität.

Die sogenannten Tumormarker, also die körpereigenen Stoffe CEA und CA 15-3, spielen für die eigentliche Diagnose von Brustkrebs keine Rolle. Sie eignen sich eher für die Nachsorge, wenn es darum geht, Rückfälle frühzeitig festzustellen.

Behandlung bei Brustkrebs


Wenn die Diagnose zweifelsfrei ergeben hat, dass Brustkrebs bei Ihnen vorliegt, wird Ihr Arzt zusammen mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten besprechen und die Therapie individuell auf Sie und Ihre Erkrankung ausrichten. Welche Behandlungskombinationen eingesetzt werden können, hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, wie zum Beispiel der Tumorgröße oder damit, ob sich bereits Metastasen gebildet haben.

In den meisten Fällen ist ein operativer Eingriff nötig, um das Tumorgewebe zu entfernen. Heutzutage ist es Chirurgen häufig möglich, bei Frühstadien von Brustkrebs eine brusterhaltende Operation durchzuführen, bei welcher der Tumor, aber nicht die Brust entfernt wird. In manchen Fällen, wenn beispielsweise mehrere Krebsherde in einer Brust vorhanden sind oder die Patientin jünger als 45 Jahre ist, empfehlen Ärzte allerdings auch eine sogenannte Radikaloperation, bei der die gesamte Brust entfernt wird (Mastektomie).

Im Anschluss an den chirurgischen Eingriff erfolgt in den meisten Fällen eine Strahlentherapie. Auch die Chemotherapie sowie eine Antihormontherapie haben sich als weitere Möglichkeiten der Anschluss-Therapie etabliert.

Wiederaufbau der Brust, Nachsorge und Rehabilitation


Sowohl nach einer Mastektomie als auch nach einer brusterhaltenden Operation ist ein Wiederaufbau der Brust – eine Brustrekonstruktion – möglich. Dieses lässt sich in der Regel sowohl direkt im Anschluss an die Operation als auch Monate oder Jahre später durchführen. Es gibt zwei Varianten der Brustrekonstruktion:

• Wiederaufbau mit körpereigenem Gewebe, zum Beispiel mit Muskelgewebe oder Gewebe aus der Bauchdecke.
• Rekonstruktion mit Implantaten oder mit Brustprothesen, die man zum Beispiel in den BH legen kann.

Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind nach der Brustkrebs-Therapie sehr wichtig und finden meist alle drei Monate statt. Mit der Zeit werden die Abstände größer. Einmal im Jahr sollten Betroffene auch eine Mammographie durchführen lassen. Physiotherapie und krankengymnastische Übungen helfen, Kraft und Bewegungsfreiheit für Arm und Schulter wieder herzustellen.

Die schon erwähnten sogenannten Tumormarker werden nach einer Brustkrebserkrankung regelmäßig durch eine Blutuntersuchung bestimmt, da sie Hinweise darauf geben können, ob der Brustkrebs wieder zurückgekehrt ist.

Vergessen werden sollte neben der medizinischen Betreuung auch nicht die psychische Unterstützung der Betroffenen. Gespräche mit Ärzten, Angehörigen und Freunden sind hilfreich, genauso wie gegebenenfalls Beratung bei einem Psychologen oder der Besuch bei einer Selbsthilfegruppe.

Auch Männer können an Brustkrebs erkranken


Auch bei Männern kann Brustkrebs auftreten
. Sie sind allerdings viel seltener betroffen als Frauen. Pro Jahr kommt es bei Männern zu ungefähr 620 Neuerkrankungen. Das heißt, dass etwa eine von hundert Brustkrebs-Erkrankungen einen Mann betrifft. Die Therapiemaßnahmen bei erkrankten Männern unterscheiden sich dabei nicht wesentlich von der bei Frauen.
Quellen und weiterführende Informationen zum Thema Brustkrebs

Deutsches Krebsinformationszentrum, Krebsinformationsdienst:
Kostenlose Hotline: 0800 - 420 30 40: www.krebsinformationsdienst.de
➤ Deutsche Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de
➤ radprax-Gruppe, ein Verbund von Medizinischen Versorgungszentren und Praxen für Radiologie, Nuklearmedizin sowie Strahlentherapie: www.radprax.de

Organisationen und Initiativen:

➤ Pink Ribbon Deutschland: www.pinkribbon-deutschland.de
➤ Herzkissen Hamburg e.V.: www.herzkissen-hamburg.de
➤ Frauenselbsthilfe nach Krebs: www.frauenselbsthilfe.de
➤ Brustkrebs Deutschland e.V.: http://brustkrebsdeutschland.de
➤ mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.: www.mamazone.de/mamazone


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