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Sehende Hände: Wieso diese Frauen die Brustkrebsvorsorge revolutionieren

Sehende Hände: Wieso diese Frauen die Brustkrebsvorsorge revolutionieren

Die positive Nachricht

Brustkrebs ist eine Erkrankung die Angst macht und zu den häufigsten Krebsformen unter Frauen zählt. Jährlich erkranken um die 70.000 Frauen in Deutschland daran. Umso wichtiger, sich rechtzeitig um die Brustkrebsvorsorge zu kümmern. Die kann mithilfe von blinden und sehbehinderten Frauen revolutioniert werden.

Vom 30. bis zum 50. Lebensjahr gibt es eine jährliche Brusttastuntersuchung durch euren Gynäkologen oder eure Gynäkologin. Die geschieht, das kennen wohl die Allermeisten von uns, eher hektisch. Und auch wenn wir alle wissen, wir sollten uns mehr Zeit für die heimische monatliche Tastuntersuchung nehmen, wir tun es (viel) zu selten.

Neue Form der Brustkrebsvorsorge

Discovering Hands, ein Sozialunternehmen aus Duisburg, möchte die Krebsvorsorge revolutionieren. Sehbehinderte und blinde Frauen werden zu Medizinisch Taktilen Untersucherinnen (kurz MTU) ausgebildet und tun das, wofür Ärzte und Ärztinnen zu wenig Zeit haben. Sie tasten die Brust sehr gründlich ab.

Krebsvorsorge mit Zeit

Eine Vorsorgebrustuntersuchung dauert zwischen 30 bis 60 Minuten. Die MTUs können nach einer Schulung bereits kleine Abnormalitäten im Brustgewebe erspüren. Durch ihren ausgeprägten Tastsinn finden sie, laut Discovering Hands, drei mal mehr bösartige Veränderungen im Gewebe als sehende Ärzte und Ärztinnen.

Neue Perspektiven für Frauen

Nicht nur diese neue Art der Brustkrebsvorsorge ist eine positive Nachricht, inzwischen haben auch die Krankenkrassen den Wert dieser Vorsorgeleistung erkannt. Immer mehr private und gesetzliche Kassen übernehmen die Vorsorge durch "Discovering Hands". Es lohnt sich also, bei eurem Versicherer nachzufragen.

Für die sehbehinderten und blinden Frauen bietet die Arbeit als MTU eine neue berufliche Perspektive. Ihre Rolle in der Gesellschaft wird durch diese extrem wichtige Vorsorge gestärkt, so "Discovering Hands".

Die meisten Auffälligkeiten sind kein Krebs

Noch eine positive Nachricht am Schluss: Die meisten von der Norm abweichenden Veränderungen des Brustdrüsengewebes, die von den MTUs erkannt werden, sind kein Krebs. Es handelt sich um gutartige Veränderungen wie Zysten oder gutartige Bindegewebstumore. Nach der Untersuchung wird in einem Gespräch mit eurer Ärztin oder eurem Arzt das weitere Vorgehen besprochen. Nicht jedes Ergebnis bedeutet also sofort Brustkrebs.

Auf der Website von "Discovering Hands" könnt ihr nachschauen, wo in eurer Nähe diese besondere Art der Brustkrebsvorsorge angeboten wird.

Meine Meinung

Ich habe schon öfter über Brustkrebs(vorsorge) hier geschrieben. Und ich erinnere mich an das sehr bewegende Interview mit Anja Caspary über ihre Mastektomie. Ich weiß, wie wichtig Brustkrebsvorsorge ist. Und trotzdem, auch wenn ich immer wieder Besserung gelobe, beschäftige ich mich viel zu wenig damit.

Ich finde die Idee von Discovering Hands wirklich gut und habe direkt geschaut, ob meine Krankenkasse die Kosten dafür übernimmt. Tut sie nicht. Aber ich werde mich trotzdem um einen Termin bemühen. Und ihr?

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus / Staras

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