Milchschorf und Kopfgneis richtig unterscheiden

Milchschorf, das hat doch fast jedes Baby! Nein, das stimmt eben nicht. Denn diese Hautkrankheit wird gerne mit dem harmlosen Kopfgneis verwechselt. Das sind die wichtigsten Unterschiede.


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Kopfgneis ist nicht gleich Milchschorf

Harmloser Kopfgneis auf Babys Köpfchen


© iStock
Es ist schon ein bisschen verwirrend. Wenn wir über Milchschorf beim Baby sprechen, ist in der Regel eigentlich der harmlose Kopfgneis gemeint. Jene weißlich-gelben Schuppen auf Babys Köpfchen, die bei den meisten Neugeborenen in den ersten Lebenswochen auftreten. Auch wenn sich beide Hautveränderungen sehr ähneln, gibt es zwischen Kopfgneis und Milchschorf wesentliche Unterschiede, die alle Eltern wissen sollten. Vor allem, weil der Milchschorf eine Vorstufe von Neurodermitis sein kann. Im Folgenden haben wir daher die wichtigsten Infos für Sie zusammengefasst.

Kopfgneis oder Milchschorf?

Der Kopfgneis ist für das Baby absolut harmlos und beschränkt sich eigentlich nur auf die behaarte Kopfhaut. Er tritt vor allem bei sehr jungen Säuglingen auf. In der Regel zeigt sich der Kopfgneis um die dritte Lebenswoche und verschwindet von ganz alleine wieder. Daher ist auch keine Behandlung notwendig. Woher genau diese Überproduktion der Talgdrüsen kommt, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht einig. Allerdings geht man inzwischen davon aus, dass die hormonelle Umstellung nach der Geburt die Ursache ist – ähnlich wie bei der Neugeborenenakne. Sobald sich die Hormone ausbalanciert haben, wird sich der Kopfgneis zurückbilden: meist innerhalb weniger Wochen, spätestens aber zum Ende des ersten Lebensjahres.

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Auch der Milchschorf äußert sich in weißlich-gelben Schuppen auf der Kopfhaut, tritt aber viel später auf: meist erst um den dritten Lebensmonat. Der Name bezieht sich übrigens auf das Aussehen des Ekzems, welches flächig angebrannter Milch ähnelt. Im Gegensatz zum Kopfgneis kann sich der Milchschorf bis ins Gesicht ausbreiten und auch auf anderen Hautpartien wie Armen und Beinen ausbrechen. Die betroffenen Stellen können nässen. Ein wesentlicher Unterschied. Außerdem juckt Milchschorf stark, was Babys ziemlich quälen kann. Problematisch wird es dann, wenn sich aufgekratzte Stellen entzünden. Daher ist es wichtig, vor allem etwas gegen den Juckreiz zu unternehmen.

Diese wesentlichen Unterschiede sollten Eltern klar sein. Dennoch sind Kopfgneis und Milchschorf schwer voneinander zu unterscheiden. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einfach bei Ihrem Kinderarzt nach.

Grafik: Milschschorf oder Kopfgneis

Unterschiede: Kopfgneis oder Milchschorf


© iStock/ vision net ag

Kopfgneis und Milchschorf entfernen
Die Haut von Babys ist sehr empfindlich. Sie sollten daher nur zu äußerst sanften Methoden und Produkten greifen. Versuchen Sie bitte nicht, die Schuppen mit dem Fingernagel abzukratzen oder in irgendeiner Weise grob zu entfernen! Gerade beim Kopfgneis sollten Sie ohnehin abwägen, ob eine Behandlung der Kopfhaut notwendig ist. Das Baby hat ja keine Beschwerden und wird sich daher nicht über die Hautschüppchen beschweren. Möchten Sie den Kopfgneis dennoch entfernen, können Sie Babys Köpfchen mit Babyöl behandeln. Reiben Sie das Öl ein und lassen Sie es über Nacht einwirken. Waschen Sie das Öl am nächsten Tag wieder aus. Sind die Hautschuppen nach dem Baden aufgeweicht, können Sie diese mit einer Babybürste oder dem Handtuch sanft ablösen. Aber bitte vorsichtig und nur mit der Haarwuchsrichtung kämmen!

Hat Ihr Kind Milchschorf, dann sollten Sie die Behandlung zunächst mit Ihrem Kinderarzt abklären. Fettende Cremes können helfen, den Juckreiz zu lindern. Von Cremes mit Cortison ist zunächst abzuraten, diese sollten wirklich nur im Extremfall verwendet werden. Außerdem sollten Sie darauf achten, Ihr Kleines nicht häufiger als nötig zu baden, das kann nämlich die Haut zusätzlich austrocknen. Damit sich das Baby nachts nicht selbst aufkratzt, können Sie ihm Handschühchen anziehen. Ebenfalls sollten Sie vorbeugend die Fingernägel immer schön kurz halten.

Doch auch echter Milchschorf sollte Sie nicht allzu sehr verunsichern. Es handelt sich zwar, wie gesagt, um eine erste Ausprägung der Neurodermitis, bedeutet aber nicht unbedingt, dass Ihr Kind ein Leben lang damit Probleme haben muss. Die meisten Kinder mit Neurodermitis sind bis zum Schulalter wieder beschwerdefrei. Bei rund 60 Prozent heilt die Hautkrankheit von selbst und spontan wieder ab. Wie Sie Neurodermitis beim Baby richtig behandeln, das können Sie in nachfolgendem Ratgeber nachlesen.

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