Pflege des Babys in den ersten Lebensmonaten

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Pflege des Babys in den ersten Lebensmonaten

Gerade in den ersten Lebensmonaten gibt es bei der Pflege der empfindlichen Babyhaut einiges zu beachten. Was genau, das verraten wir Ihnen hier.

• Hier lesen Sie: Hintergrundwissen über die Babyhaut
• Seite 2: Tipps zum Baden und Waschen des Babys
• Seite 3: Tipps zur Pflege des Köpfchens und des Pos
• Seite 4: Tipps zur Nagelpflege beim Baby

Hintergrundwissen: Babyhaut

Ein gewisses Maß an Pflege muss sein, denn nur so bleibt die Babyhaut gesund und hält äußeren Einflüssen wie der Witterung und Krankheitserregern stand. Allerdings kann man bei der täglichen Körperpflege auch zu viel des Guten tun, denn die Babyhaut ist bis zu fünfmal dünner als die von Erwachsenen und sie trocknet schneller aus, weil ihr der schützende Fettfilm fehlt. Außerdem dringen Bakterien und Schadstoffe leichter durch den noch unreifen Säureschutzmantel in die Haut ein.

In puncto Babypflege geht es also zunächst darum, bei aller Reinlichkeit die noch unzureichend ausgebildete Barrierefunktion zu unterstützen.
In der ersten Zeit wird Ihr Baby überwiegend behütet in seinem Bettchen oder in Ihrem Arm liegen. Da kann es gar nicht schmutzig werden, höchstens ein wenig schwitzen. Spezielle Baby-Pflege-Produkte sind in den ersten sechs Wochen also unnötig. Wenn Sie Ihr Baby dennoch mit Shampoos, Cremes und Lotionen verwöhnen wollen, sollten Sie Folgendes beachten:
➤ Weil körperfremde Substanzen die empfindliche Haut des Babys belasten, sollten die ausgewählten Pflege-Produkte grundsätzlich dermatologisch getestet sein und möglichst wenig Inhaltsstoffe enthalten.
➤ Das Pflege-Produkt sollte frei von Konservierungs-, Farb- und Parfümstoffen, Weichmachern, Mineralöl und ätherischen Ölen sein. Jeder Zusatz erhöht das Allergierisiko und kann außerdem unangenehm für die empfindliche Baby-Nase sein.

Grundausstattung Babypflegeprodukte

Für die Pflege der empfindlichen Babyhaut in den ersten Monaten brauchen Sie folgendes Zubehör:
Dünne Wasch- oder Mulltücher: zum Waschen und Trockentupfen
Reines Pflanzenöl: als Badezusatz bei trockener, leicht schuppender Haut;
zum Entfernen hartnäckiger Creme- und Schmutzreste
Heilsalbe: Wundschutzcreme auf Basis von Zinkoxid für entzündete Windelpopos
Baby-Fettcreme: zum Schutz des Gesichts bei Minusgraden
Wattestäbchen: nur zum vorsichtigen Reinigen des Bauchnabels; für die Ohren
sind sie wegen der Verletzungsgefahr nicht geeignet

Tipps für die Nagelpflege

Vor der Nagelpflege des Babys fürchten sich viele frischgebackene Eltern. Wann die erste Nagelpflege notwendig ist und wie Sie Ihrem Baby sicher die Näglen schneiden, erfahren Sie hier.

Wann müssen die Nägel geschnitten werden?

Auch wenn sie eine beträchtliche Länge erreichen können - die Nägel an Füßen und Händen müssen Sie erst einmal nicht schneiden, weil sie in den ersten sechs Lebenswochen noch sehr weich sind und von selbst abfallen. Erst dann werden sie härter.
Überstehende Nägel, die sich abzulösen beginnen, werden vorsichtig abgezupft. Später können spitze Nägel mit einer Baby-Nagelschere halbrund und nicht zu kurz geschnitten werden. Am besten dann, wenn Ihr Kind schläft und seine Fingerchen ruhig hält.

So schneiden Sie Babys Nägel richtig

Der ideale Zeitpunkt für das Nägelschneiden ist nach dem Baden, wenn das Baby müde ist, oder während es schläft. Legen Sie die Schere auf der Fingerkuppe an, drücken Sie sie vom Nagel weg und schneiden Sie entlang der natürlichen Biegung.
An den Füßen schneiden Sie die Nägel gerade ab, das verhindert ein Einwachsen.
Und wenn Sie bei all dem noch ein Lied singen, wird das Pflegeprogramm garantiert zu einem entspannten Ritual, an dem Sie beide Gefallen finden werden.

Pflege für den Babykopf und Babypo

Auch Kopf und Po des Babys wollen regelmäßig und richtig gepflegt werden. Wie Sie zum Beispile die Windelregion richtig pflegen, lesen Sie hier.

Pflege für den Kopf des Babys

Was für die Körperhaut gilt, gilt auch für den noch spärlichen Babyschopf: Eine Haarwäsche mit klarem Wasser pro Woche reicht aus. Zumal Babys es überhaupt nicht mögen, wenn sich ein riesiger Schwall Wasser über ihren Kopf ergießt. Wer beim Waschen nicht auf ein duftendes Ergebnis verzichten möchte, sollte zu speziellen Babypflege-Shampoos mit extramilden Waschsubstanzen greifen. Wichtig: Neigen Sie beim Waschen den Kopf Ihres Babys sanft zurück, damit Schaum und Wasser nicht über sein Gesicht laufen.
Haarewaschen ist zunächst unnötig: In den ersten Wochen reicht es, mit einem nassen Waschlappen das Haar von der Stirn über den Hinterkopf auszustreichen.

Pflege bei Milchschorf

Sollte sich nach den ersten zwei, drei Lebensmonaten nach und nach ein bräunlicher Belag auf dem Köpfchen bilden, versuchen Sie nicht, diesen abzukratzen. Der sogenannte Milchschorf zeigt sich bei über der Hälfte aller Kinder. In der Regel veschwindet er aber bis zum 1. Geburtstag von selbst. Für ein sanftes Entfernen des Milchschorfs massieren Sie die Kopfhaut mit Babyöl ein und lassen es über Nacht einwirken. Dann lässt sich der Milchschorf mit einer weichen Bürste ausstreichen oder beim nächsten Baden auswaschen.
Pflege für Augen und Ohren
Neben der täglichen Hautpflege bedürfen aber noch andere Partien einer regelmäßigen Inspektion bei der Baby-Pflege. Gerade in den ersten Lebenswochen sind bei manchen Babys die Augen gereizt, oder es bildet sich ein gelbliches Sekret, das die Lidränder verklebt. Ursache dafür können Zugluft, aber auch leichte Verunreinigungen sein. Diese entfernen Sie mit einem feuchten Waschlappen oder mit einem Mulltupfer und lauwarmem, abgekochtem Wasser, indem Sie vorsichtig von außen zur Nase hin wischen.
Nase und Ohren hingegen „putzen“ sich eigentlich von selbst. Jedoch sollten Sie immer mal wieder einen Blick hinter die Ohren Ihres Babys werfen, da sich hier gern mal Verschorfungen und Verkrustungen bilden. Sammelt sich in der Nase doch einmal Sekret, entfernen Sie es einfach mit einem zusammengedrehten Tuchzipfel. Verkrustungen lassen sich leicht mit einem feuchten Wattebausch oder Waschlappen aufweichen und abwischen.
Im Video sehen Sie, wie Sie die Augen und Ohren Ihres Babys richtig säubern:

Pflege für den Babypo

Die anfälligste Körperpartie Ihres Babys ist die Windelregion. Hier ist die Haut sozsagen unter Verschluss, zudem begünstigt das feuchtwarme Klima die Ausbreitung von Bakterien und die Ansiedlung von Pilzen. Gleichwohl reicht es, die Haut beim Windelwechsel mit warmem Wasser und einem Tuch zu säubern.
Bei Mädchen sollten immer zuerst die äußeren Schamlippen vorsichtig abgetupft werden. Bei Jungs dürfen Sie die Vorhaut nicht zurückschieben, da diese noch mit der Eichel verklebt ist.
Lassen Sie Ihr Baby immer mal wieder eine Weile nackt strampeln - die frische Luft tut der Haut im Windelbereich gut.

Das Baby baden und waschen

Gerade in den ersten Lebenswochen reicht eine „Katzenwäsche“ mit dem Waschlappen für Ihr Baby aus. Lesen Sie hier Tipps dafür, wie Sie Ihr Baby richtig waschen und ab welchem Alter Sie es baden können.

"Katzenwäsche" für Neugeborene, baden erst später

Eine „Katzenwäsche“ auf dem Wickeltisch ist völlig ausreichend, um die Haut von Neugeborenen zu säubern. Waschen Sie Ihr Baby lediglich mit einem weichen, feuchten Waschlappen und lauwarmem Wasser, am besten bei einer Raumtemperatur von 23 bis 25 Grad. Da fühlen sich auch kleine Nackedeis noch wohl - und die Schutzschicht der Haut bleibt erhalten.

6 Tipps zum Waschen des Babys:

• Lassen Sie sich beim Waschen Zeit und genießen Sie den Hautkontakt mit Ihrem Baby.
• Erklären Sie Ihrem Baby ruhig, was Sie vorhaben, welches Körperteil als nächstes dran ist.
• Singen Sie Ihrem Baby ein Lied vor, während Hände und Waschlappen über seinen Körper gleiten. Auch wenn es den Sinn Ihrer Worte noch nicht versteht, Ihre fröhliche Stimme wirkt unglaublich beruhigend!
• Beginnen Sie im Gesicht und wandern Sie nach dem Ausspülen des Waschlappens weiter nach unten bis hin zu den Füßen.
• Vergessen Sie die Ohrmuscheln und die Hautfalten an Hals und Beinchen nicht! Hier sammeln sich oft Schweiß und abgestorbene Hautreste.
• Ist ein Bereich sauber, trocknen Sie ihn mit einem vorgewärmten Frotteetuch ab.
Ab einem Alter von drei Wochen spricht nichts dagegen, Ihr Baby zu baden. Bei der Babypflege sollten Sie folgendes beachten:
5 Tipps zum Baden des Babys:

• Das Wasser sollte 37 Grad warm sein.
• Das Baden sollte nicht länger als fünf bis zehn Minuten dauern.
• Das Baby nur ein- bis zweimal pro Woche baden, denn jedes Bad entzieht der Babyhaut zusätzlich Fett und Feuchtigkeit.
• Verzichten Sie auf schäumende Badezusätze - sie laugen die Babyhaut förmlich aus. Nur bei trockener Haut sollten Sie rückfettende, seifenfreie Zusätze verwenden.
• Das Abtrocknen ist besonders wichtig, weil Feuchtigkeit, die sich in den Hautfalten hinter den Ohren, in den Achselhöhlen, zwischen den Fingern und Zehen, in den Leistenbeugen und den Kniekehlen sammelt, leicht zu Entzündungen führen kann.
Unser Video zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Baby richtig waschen und baden:

Der Nabel braucht Extra-Pflege

Im Gegensatz zu früheren Annahmen stört der Rest Nabelschnur, den Neugeborene in den ersten 2 Wochen ihres Lebens am Nabel haben, beim Baden nicht. „Im Prinzip kann man Kinder sofort zu Hause baden“, weiß Baby-Expertin Laue. Ein paar Minuten Badezeit gelten als angemessen. Danach die Nabelschnur mit der Nabelklemme richtig trocknen lassen, bevor die Windel angelegt wird. Die Windel vorne umschlagen, damit sie nicht am Nabel reibt. Sauberkeit ist bei der Nabelpflege oberstes Gebot: Zuerst die eigenen Hände waschen, dann die spezielle Tinktur aus der Klinik auftröpfeln und etwas Mull darum wickeln. Zum Schluss kommt der Verband. Diese Handgriffe wird man Ihnen in der Klinik oder im Geburtshaus ausführlich zeigen. Und spätestens nach 2 Wochen fällt der Rest Nabelschnur von alleine ab.Die meisten Babys lieben das.

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