Krabbelgruppe & Co.: Spieltreffen für Babys und Eltern

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Krabbelgruppe & Co.: Spieltreffen für Babys und Eltern

In Eltern-Kind-Gruppen lernen nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. Wie beide von diesen Spieltreffen profitieren können.

Kinder brauchen Anregung und Bewegung, Eltern brauchen den Austausch mit Gleichgesinnten. Und was eignet sich besser dafür, als regelmäßige Treffen in Krabbel- und Spielgruppen? Wie gut, dass es auf lokaler Ebene in der Regel eine bunte Vielfalt von Krabbelgruppen, betreuten Spielgruppen, PEKiP-Gruppen und Sportgruppen gibt. Angeboten werden diese Gruppen von privaten Institutionen, Vereinen, Kirchen oder den Kommunen. Da stellt sich die Frage: Welche Gruppe ist für mich und mein Kind die richtige? Wir stellen die verschiedenen Gruppen vor.

Krabbelgruppe

Gerade Ersteltern kennen das Gefühl, nur noch im eigenen Saft zu schmoren – viele private Kontakte brechen weg, einfach weil die Pflege des Babys so viel Zeit und Energie braucht. Und gleichzeitig plagt sie die Sorge, sie würden dabei nicht alles richtig machen. In der Krabbelgruppe trifft man auf Leute mit genau denselben Sorgen. Als Forum für den Austausch und zum Knüpfen neuer Kontakte sind solche Gruppen für die Eltern daher sogar fast noch wichtiger als für die Kinder. Obwohl auch die Kleinen schon versuchen, Kontakte zu knüpfen.
Verschiedene Modelle, Ablauf und Kosten einer Krabbelgruppe
Es gibt zwei Modelle von Krabbelgruppen: Die betreute und die freie Gruppe. In der betreuten Krabbelgruppe gibt es einen Leiter oder eine Leiterin, die den Ablauf bestimmt. Meistens wird zur Begrüßung und Verabschiedung gemeinsam gesungen und es wird gemeinsam gespielt, insbesondere Fingerspiele und Bewegungsspiele. Dazu werden bestimmte Themen besprochen, zum Beispiel werden Tipps für das Durchschlafen oder zur Babyerziehung gegeben. In den Gruppenleitern, die meist eine pädagogische Ausbildung haben, haben die Eltern einen kompetenten Ansprechpartner für Ihre Fragen. Nach den festen Ritualen und dem geplanten Aktivitäten gibt es dann meist noch eine freie Spielzeit, in der sich die Mütter und Kinder ohne Anleitung beschäftigen und mit anderen austauschen können.

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In der freien Krabbelgruppe treffen sich die Eltern ganz ungezwungen in einem großen Spielraum. Während die Kinder spielen, tauscht man sich aus und trinkt einen Kaffee. Oftmals wird dabei auch das eine oder andere Ritual begangen, wie zum Beispiel das gemeinsame Singen.
Eine Krabbelstunde kann zwischen anderthalb und zwei Stunden dauern und kostet je nach Einrichtung zwischen 10 und 20 Euro. Geht die Krabbelgruppe auf eine private Initiative zurück, können die Kosten aber auch höher sein.
Was Babys in Krabbelgruppe lernen
Die meisten Krabbelgruppen richten sich an Eltern mit Babys ab ca. sechs Monaten (bis ca. zwei Jahre), denn in diesem Alter beginnen die Kinder, mobil zu werden, also zu robben und zu krabbeln. Das erweitert ihren Aktionsradius enorm und weckt in ihnen eine große Neugier auf ihre Umgebung und auf andere Kinder. Zwar können sie in dem Alter noch nicht wirklich mit anderen Kindern spielen, aber sie beobachten sie fasziniert und ahmen früher oder später ihre Handlungen nach. Ziehen sich Gleichaltrige oder etwas ältere Kinder zum Beispiel schon zum Stehen an Möbel hoch, werden sie dieses Verhalten wohl bald nachmachen.

Zudem lernen Babys in Krabbelgruppen die ersten Regeln im Umgang mit anderen. Ihr Sozialverhalten wird also geschult. Und es scheint, als würden Babys und Kleinkinder, die schon früh und häufig mit anderen Kindern zusammen sind, schneller die Bedeutung von "dein" und "mein" erlernen als Kinder, die erst in der Kita regelmäßig auf andere Kinder treffen.
Der regelmäßige Kontakt mit anderen Kindern stärkt auch das Immunsystem der Babys, da es häufig mit Bakterien und Erregern in Kontakt kommt und so trainiert wird. Zuletzt regen die Abwechslung vom Alltag zu Hause, die anderen Kinder und die vielen neuen Reize die geistige Entwicklung des Babys an.
Wie Eltern von Krabbelgruppen profitieren
Entwickelt sich mein Kind richtig? Sollte es jetzt nicht schon langsam laufen können? Und ist es normal, dass es nicht auf allen Vieren krabbelt, sondern stattdessen auf dem Po vorwärts rutscht? Das sind einige beispielhafte Fragen, die vielen (Erst-)Eltern durch den Kopf gehen. Und das regelmäßige Treffen mit anderen Eltern bietet die Möglichkeit zum Austausch. Da bespricht man Sorgen und Fragen, gibt Erfahrungen und Tipps weiter. Da sieht man zum Beispiel auch mit eigenen Augen, dass viele Kinder ihre ganz eigenen Fortbewegungsarten haben oder trotz gleichen Alters auf unterschiedlichen Entwicklungsständen sind. Eine solche Erkenntnis kann gerade für nervöse Erst-Eltern eine wahre Erleichterung sein.
Zudem werden Eltern in Krabbelgruppen sensibilisiert, sich Zeit für ihr Kind zu nehmen, seine Signale richtig zu deuten und viel mit ihm zu sprechen.
Nicht zuletzt bieten Krabbelgruppen auch für Eltern, insbesondere für die Mütter eine willkommene Abwechslung vom alleinigen Alltag mit Baby. Sie lernen andere Mütter kennen, die die gleichen Sorgen und Ängste haben und so beginnen in Krabbelgruppen nicht selten richtig gute Freundschaften.

PEKiP: Vorteile und Konzepte des Kurses

PEKiP ist das Kurzwort für Prager-Eltern-Kind-Programm. Was einen PEKiP-Kurs auszeichnet und welche Ziele dieses Konzept hat.

Wie gut eine Krabbelgruppe wirklich ist, hängt größtenteils davon ab, wie engagiert die Gruppenleiterin ist. So zahlreich die Angebote, so unterschiedlich ist auch das professionelle Niveau. Nicht jede Krabbelgruppe wird von einer Diplom-Pädagogin geleitet – und das ist auch nicht erforderlich.

Wem es aber lieber ist, dass die Gruppenaktivitäten Teil eines übergreifenden Konzepts sind, der mag sich eher für eine PEKiP-Gruppe entscheiden, ob als Alternative oder als Ergänzung zur „herkömmlichen“ Krabbelgruppe: Das Prager-Eltern-Kind-Programm hat sich als Bestandteil der Frühförderung während des ersten Lebensjahres bewährt.

PEKiP verbessert das Körpergefühl

Diplom-Sozialpädagogin Reni Kindermann-Wille, die als Leiterin von PEKiP-Kursen in Berlin arbeitet, stellt aber gleich klar: „Wir fördern nicht, wir unterstützen die Entwicklung, die ohnehin gerade da ist.“ Indem sich die Kinder frei, ohne Kleidung und ohne festes Programm im gut geheizten Raum bewegen, erhalten sie vielerlei Anregungen. „Sie entdecken den Spaß an der Bewegung, und so verbessert sich ihr Körpergefühl“, erklärt Kindermann-Wille. Und derweil ihre Kinder windellos und glücklich in der Mitte herumkrabbeln, sitzen die Eltern am Rand und tauschen sich aus. „Die Eltern sehen, dass sie mit ihren Fragen nicht allein sind“, sagt Reni Kindermann-Wille.

Im PEKiP-Kurs das Baby besser kennenlernen

Aber mehr noch als Austausch zwischen den Eltern und der altersgerechten Förderung des Babys steht das Zueinanderfinden von Eltern und Kind im Mittelpunkt eines PEKiP-Kurses. Die Gruppenleiter unterstützen diesen Prozess durch entsprechende Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen. Es geht darum, dass sich Eltern ganz ihrem Baby widmen und es bewusst erleben. Indem sie sich ganz auf ihr Kind einlassen, werden sie nach und nach feinfühliger für seine Bedürfnisse, was der Eltern-Kind-Kommunikation zu Gute kommt. Und je besser sich Baby und Eltern verstehen, desto stärker wird die Bindung zwischen ihnen und desto besser die Beziehung zueinander.

Das erwartet dich in einem PEKiP-Kurs:

Gruppenleiter informieren über die Entwicklung

Einen PEKiP-Kurs leiten darf nur, wer nach seiner pädagogischen Ausbildung eine berufliche Fortbildung zum PEKiP-Gruppenleiter gemacht hat. Das heißt, die Gruppenleiter haben alle eine fundierte Ausbildung und stehen den Eltern daher mit Fachwissen und Erfahrung zur Seite.

Mehr Informationen zum PEKiP-Konzept und eine Gruppensuche für deine Region findest du hier.

Spielgruppe und Sportgruppe

Eine Spielgruppe kann als eine Art Bindeglied zwischen Krabbelgruppe und Kita wirken – Kinder ab ca. anderthalb Jahren lernen hier das erste Mal ohne Mama und Papa zu sein. Und weil Kinder Bewegung brauchen, können Sie auch darüber nachdenken, es in einer Sportgruppe anzumelden.

Was ist eine Spielgruppe?

Sind Babys ersten Schritte geschafft, erweitert sich der Aktionsradius der Kleinen. Reichte vorher eine Krabbeldecke, muss nun Platz zum Toben sein. Den bieten Spielgruppen - und noch mehr: Durch die Struktur der Stunden können sich die Kleinen an Rituale gewöhnen und kurzzeitige Trennung von Mama und Papa üben.In Spielgruppen können Kinder ab ca. 30 Monaten in einer Gruppe von ca. fünf bis zwölf Gleichaltrigen ihre sozialen und sprachlichen Kompetenzen weiterentwickeln. Wie in betreuten Krabbelgruppen geschieht dies im Rahmen von gemeinsamen Aktivitäten, festen Ritualen und Zeiten für freies, individuelles Spielen. Das Besondere dabei: Anfangs sind die Eltern noch anwesend. Nach einer Eingewöhnungsphase werden aber dann erste Trennungsphasen von den Eltern geübt. Diese bereiten auf die spätere Zeit in der Kita vor und sollen den Übergang dorthin erleichtern.
Geleitet werden die Spielgruppen durch mindestens eine Fachkraft, d.h. jemanden mit pädagogischer Ausbildung, und mindestens einer weiteren Person, oftmals einem Elternteil.

Sportgruppen zum Austoben

Vom Spiel zum Sport ist es nur ein kleiner Schritt. Aber ein entscheidender: Wenn in Eltern-Kind-Turngruppen schon Anderthalbjährige von Kästen hüpfen, auf Bänke klettern, durch Krabbeltunnel rasen und auf Turnmatten herumtoben, trainieren sie dabei ihre körperlichen und geistigen Möglichkeiten.
„In eine Sportgruppe können Kinder kommen, sobald sie sicher laufen. Hier üben sie dann motorische Grundfertigkeiten wie Steigen, Rutschen und Schaukeln“, sagt Constanze Grüger, die unter anderem beim schleswig-holsteinischen Kreisturnverband Nord für das Kleinkindturnen zuständig ist.
Sportgruppen fördern die Entwicklung

In ihrer langjährigen Erfahrung als Ausbilderin für den Deutschen Turnerbund hat Grüger erlebt, wie stark Sportgruppen zur Entwicklungsförderung beitragen – in verschiedenen Bereichen: „Kognitiv, etwa wenn Kinder in Rollenspielen als Pferd herumgaloppieren oder als Auto herumrasen. Emotional, indem sie die Möglichkeit bekommen, sich auszuprobieren, und so lernen, Erfolge zu verarbeiten und auch mit Misserfolgen umzugehen. Und sozial, indem die Kinder über die Bewegung kommunizieren und feststellen, dass man auch mal abgeben muss, wenn zwei partout denselben Ball haben wollen.“
Vor allem aber vermittelt die Sportgruppe Freude an der Bewegung und legt den soliden Grundstein dafür, dass die Kinder auch später gern weiter körperlich aktiv sind.

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