Kinder sollten mehr Popel essen

Lasst eure Kinder mehr Popel essen! Wissenschaftler aus zwei der renommiertesten Universitäten Amerikas behaupten, dass das grüne Nasensekret besonders für Kinder sehr gesund sei.


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Mädchen popelt in der Nase


© iStock
Gedankenversunken puhlt es in der Nase. Der kleine Finger rutscht auf seiner Suche immer tiefer. Dann hält es inne – es hat etwas gefunden. Es grinst zufrieden!

Sind wir ehrlich, Kinder bohren gerne in der Nase. Und ja, sie essen oft auch das, was sie dort gefunden haben: dicke, grüne Popel. Für uns ist das irgendwie eklig und unhygienisch. Doch die Popel-Skepsis ist absolut unberechtigt, wie amerikanische Wissenschaftler jetzt behaupten. Sie sagen dem getrockneten Nasenschleim sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung nach.

Popeln für bessere Zähne


Wissenschaftler der Harvard Universität und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben den Popel genauer untersucht. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das grüne Nasensekret vor allem für Kinder sehr gesund sei. Er enthalte sogenannte Speichel-Mucine, welche unsere Zähne vor schädlichen Bakterien schützen. Das bedeutet, wenn Kinder regelmäßig ihr Erpopeltes essen, schützen sie so ihre Zähne vor Karies.

Mit dieser Ansage ist es den Forschern auch wirklich ernst. Sie können sich nämlich vorstellen, als nächsten Schritt künstlichen Nasenschleim herzustellen. In Form von Zahnpasta oder Kaugummi soll der uns zu besserer Mundhygiene verhelfen. Ob die Popel-Produkte dann auch den originalen Geschmack haben?

Dass Popel leicht süßlich schmecken ist für Scott Napper, Biochemie-Professor an der University of Saskatchewan im kanadischen Saskatoon nur logisch. Das sei ein eindeutiges Signal unseres Körpers, dass wir diese ohne Bedenken essen können, meint er. Laut seiner Theorie, sei der Popel-Verzehr eine Art Mini-Schluckimpfung für unseren Körper, die das Immunsystem trainieren. Allerdings hätten wir beim Erwachsenwerden den positiven Bezug zu unseren Popeln irgendwie verlernt.
Kein Stigma mehr fürs Nasenbohren

Unsere Kinder haben aber definitiv noch ein entspanntes Verhältnis zu ihren Nasenausscheidungen: Rotz wird einfach weggeleckt und der Schnodder eben gegessen. Das sei laut der amerikanischen Wissenschatler auch das einzig richtige Verhalten. Sie sind der Meinung, eine soziale Stigmatisierung des Nasenbohrens dürfe es nicht mehr geben. Na dann: A Popel a day keeps the Zahnarzt away!




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