Zerkarien: Schlimmer Hautausschlag nach einem Tag am See

Sommer, Sonne, Badezeit: Ein Tag am See ist bei hitzigen Temperaturen die perfekte Abkühlung. Doch viele Badegäste kommen mit einem fiesen Andenken von Weihern und Seen zurück: ein böser Hautausschlag. Woher die Hautirritationen kommen und was Sie beim nächsten Badeausflug beachten sollten.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
Eine Horror-Vorstellung: Kleine Würmer bohren sich in die menschliche Haut. Das Resultat: Am ganzen Körper juckt es, es machen sich unangenehme Quaddeln breit. Ursache dafür sind kleinen Wurmlarven, Zerkarien genannt, die eine sogenannte Bade-Dermatitis bzw. Zerkarien-Dermatitis verursachen.


Zerkarien: Im Badesee lauert die Gefahr

Zerkarien sind übrigens kein neues Phänomen, 2013 gab es zum Beispiel besonders viele von den Biestern


© iStock
Zerkarien: Kleine Larven, die es in sich haben


Die fiesen Auslöser der Bade-Dermatitis, die Zerkarien, sind mikroskopisch kleine Larven von Saugwürmern. Mit dem bloßen Auge sind die kleinen Larven nicht zu erkennen. Die Parasiten brauchen andere Lebewesen als Zwischen- oder Endwirte, um sich entwickeln und vermehren zu können. Normalerweise besiedeln Zerkarien am liebsten Wasservögel wie Enten. Manchmal kann es aber vorkommen, dass sich die Larven etwas vertun und sich irrtümlich den Menschen als Wirt aussuchen. Die kleinen Fieslinge bohren sich dann in die Haut der Badenden. Dort endet ihre Eroberung dann allerdings schon, denn durch die Abwehrreaktionen des menschlichen Körpers sterben die kleinen Tierchen ab. Als Abschiedsgeschenk hinterlassen sie jedoch juckende Quaddeln, ähnlich wie bei einem Mückenstich.

 Das könnte Sie interessieren: Nesselsucht beim Kind

Plötzlich sind sie da, diese brennenden und juckenden Quaddeln. Wie es zur Nesselsucht kommt, woran Sie sie erkennen und was Sie tun können.


Bade-Dermatitis: Symptome und Auswirkungen

Die Stärke der Zerkarien-Dermatitis hängt davon ab, wie viele Biester sich über den Menschen hermachen. Meist tritt schon wenige Minuten nach dem Befall mit Zerkarien ein Juckreiz auf, der – je nach Stärke des Befalls - gute sieben bis zehn Tage benötigt, um wieder abzuklingen. Kinder und Allergiker sind besonders gefährdet, eine Bade-Dermatitis zu erleiden.

Innerhalb der nächsten 24 Stunden nach dem Badebesuch können rote Flecken entstehen, die sich im Laufe von zwei bis drei Tagen zu mückenstichartigen Quaddeln entwickeln und jucken. Dieser Hautausschlag ist die Reaktion des Immunsystems unseres Körpers auf den Angriff der Zerkarien. Mit der Zeit beruhigt sich die Haut wieder und der Ausschlag nimmt ab. Nach spätestens 18 Tagen sollte er vollständig verschwunden sein. Bei Bedarf können kühlende Gele aufgetragen werden, um den Juckreiz zu mildern.

Normalerweise ist die Bade-Dermatitis zwar unangenehm, aber harmlos. Trotzdem ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn nach dem Baden Beschwerden auftreten und ggf. auch das Gesundheitsamt zu informieren. In seltenen Fällen, bei besonders empfindlichen Personen, können auch schwerwiegendere Folgen wie Fieber, Übelkeit oder gar Schockzustände auftreten. Hier sollte sofort ein Notarzt verständigt werden.

Übrigens: Das Verschlucken der Zerkarien ist völlig harmlos und löst keine Erkrankung aus. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

 Das könnte Sie interessieren: Tipps für sicheres Baden

Urlaubszeit ist Badezeit. Die DLRG rät aber zur Vorsicht, besonders in natürlichen Gewässern. Die wichtigsten Baderegeln für Badesee und Meer.


So schützen Sie sich vor Zerkarien
Erst einmal vorweg: Zerkarien können, unabhängig von der Hygiene oder Wasserqualität, in allen Badegewässern vorkommen. Im Hochsommer, wenn die Wassertemperatur bei über 20 Grad liegt, treten die Parasiten besonders häufig auf. Außerdem bevorzugen sie flaches Gewässer, weil die Temperaturen dort noch einmal etwas höher sind. Das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg empfiehlt daher, Uferzonen und schilfreiche Bereiche, in denen Wasserschnecken auftreten, zu meiden. Wasserschnecken sind nämlich ebenfalls ein beliebter Wirt für die Larven.

Des Weiteren sollten Sie auf Informationstafeln achten und Wasservögel – die der Ausgangspunkt für die Parasiten sind – nicht füttern. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber lassen Sie auch keinen Müll am Badesee zurück. Denn Nahrungsreste und anderer Abfall können Enten, Krähen, Raben und andere (Wasser-)Vögel anlocken. Nehmen Sie Ihren Müll also lieber wieder mit nach Hause und entsorgen Sie ihn dort.

Nach dem Badebesuch sollten Sie immer gleich duschen, den Körper kräftig abrubbeln und die Kleidung wechseln. So können Zekarien, die noch nicht oder nur teilweise in die Haut eingedrungen sind, beseitigt werden.

Sollte im Sommer eh nie fehlen: Auch wasserabweisende Sonnencreme kann vor einem Befall mit den Parasiten schützen, da sie den Zerkarien das Eindringen in die Haut erschwert.

Warnungen für bestimmte Seen gibt es bis jetzt nicht. Das wäre aber auch schwierig, da Zerkarien generell überall auftreten könnten. Kommt ein See allerdings häufiger als Verursacher der Bade-Dermatitis in Betracht, werden meist Schilder um das Gewässer herum angebracht, die vor einem starken Befall mit Zerkarien warnen. Halten Sie beim nächsten Tag am See also am besten die Augen offen.

 Das könnte Sie interessieren: Schwimmen lernen

Tipps und Infos rund ums Thema Schwimmen lernen: Welches ist das richtige Alter? Woran erkenne ich einen guten Schwimmkurs? Die Antworten gibt's hier.



von Nicole Metz




mehr zum Thema
Gesundheitstipps
Artikel kommentieren
Login