Kinder lernen durch Hören

Wie Kinder durch Hören lernen und warum Hören, Sprechen und Lesen so eng miteinander verbunden sind.


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Kinder lernen durch Hören: Sprechen und Lesen


Hören und Hörverstehen

Ob in Gesprächen, beim Vorlesen oder Singen, auf dem Spielplatz, beim Einkaufen, beim Radiohören oder Fernsehen: Kinder verarbeiten ständig Gehörtes. Sie müssen lernen, das, was sie hören, auch zu verstehen und zu interpretieren. Und das ist bei der Menge der gehörten Informationen gar nicht so einfach. Vom ersten Lebensjahr an üben Kinder das Hörverstehen. Anfangs geht es „nur“ darum, sich Gegenstände aus ihrer direkten Umwelt auch über gehörte Begriffe zu erschließen. Dann werden Dinge und Handlungen in einen Zusammenhang gebracht. Später
können Kinder einfachen Geschichten und Gesprächen folgen und sich wichtige Details merken. Bei Schuleintritt sollten Kinder in der Lage sein, selbst Geschichten zu erzählen sowie Vorgänge und Erlebnisse zu beschreiben. Es gibt unzählig viele Gelegenheiten im Alltag, um gemeinsam mit den Kindern das Hören und Zuhören zu „trainieren“. Wie leicht man beim Zuhören weghören kann, erleben wir Erwachsenen ständig. Machen Sie doch einfach die Probe aufs Exempel: Lauschen Sie den Rundfunk- oder Fernsehnachrichten und geben Sie sich fünf Minuten später die ehrliche Antwort, was davon hängen geblieben ist. Kinder lernen, dass sich Sprache aus einzelnen Lauten zusammensetzt Wie eng Hören, Sprechen und Lesen miteinander verbunden sind, macht der Begriff "phonologisches Bewusstheit" deutlich. Denn bevor Kinder überhaupt lesen und schreiben lernen können, müssen sie durch Hören erkannt haben, dass sich Sprache aus einzelnen Lauten (den Phonemen) zusammensetzt. Experten unter- scheiden zwischen der phonologischen Bewusstheit im weiteren und im engeren Sinn. Im Kindergartenalter werden die Grundlagen für phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn gelegt. Dann nämlich, wenn die Kinder - etwa durch Klatschen - lernen, Silben zu erkennen und sich Reime zu merken.

Bei der phonologischen Bewusstheit im engeren Sinne geht es ums Detail. Jetzt müssen Anlaute erkannt, aus Lauten ein Wort gebildet oder ein Wort in seine Laute zerlegt werden. Das können einzelne Buchstaben sein, wie a, u oder r, aber auch mehrere, die zu einem Laut verschmelzen, wie eu, ei oder sch. Die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne wird meist erst in der Grundschule konsequent geübt, wenn es um das Lesen- und Schreibenlernen geht; aber auch schon Vorschulkinder können in den Wörtern einzelne Laute erkennen. Üben lässt sich die phonologische Bewusstheit zum Beispiel mit Sprachspielen.
Quelle: Duden Elternratgeber Sprache- und Leseförderung. 48 Seiten.
Download unter www.duden.de/schule




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