Pünktlichkeit ist was für Spießer!

Lucia, 12, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Aus dem Kind ist ein kratzbürstiges, launisches Pubertätsmonster geworden, das sich nicht mehr an Vereinbarungen hält.


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Lucias Mutter ist am verzweifeln. Was ist bloß aus ihrer süßen, anschmiegsamen 12-jährigen Tochter geworden? Seit ein paar Wochen ist es, als wäre ihr Kind durch ein kratzbürstiges, launisches und zickiges Monster ersetzt worden, das sich an keine Vereinbarungen und Regeln mehr hält und bei jeder Gelegenheit Türen schlagend verschwindet. Früher war Lucia immer pünktlich zu Hause, wenn sie bei Freundinnen war. Jetzt kommt sie eine halbe Stunde zu spät und verschwindet ohne Entschuldigung sofort in ihr Zimmer. Wenn ihre Mutter sie darauf anspricht, schmollt Lucia sie nur schweigend an. Im Haushalt zu helfen, den kleinen Bruder vom Kindergarten abzuholen, Einkaufen zu gehen: Eine Zumutung, wie kann ihre Mutter nur so etwas von ihr verlangen?


Pünktlichkeit Pubertät


© Thinkstock

Lösungsvorschlag

Die Grenzen auszuloten scheint währen der Pubertät das Hobby aller Jugendlichen zu sein. Und dabei die Eltern möglichst schnell zur Weißglut zu treiben. Dabei sind Regeln und Abkommen gerade in dieser Zeit ein Muss, um das Zusammenleben für beide Seiten erträglich zu halten. Gehen Sie als Eltern, so unmöglich und energieraubend das klingt, den Konflikten nicht aus dem Weg. Geben Sie eine klare Linie vor: Für jede eingehaltene Vereinbarung, für jede Mithilfe, Kooperation und übernommene Verantwortung gibt es als Belohnung ein bisschen mehr Freiheit. Länger bei Freundinnen bleiben zum Beispiel oder selbst eine Pyjamaparty veranstalten. Nehmen Sie es generell mit der Einhaltung der Regeln nicht allzu genau, geben Sie Spielraum. Damit gehen Sie unnötigen Diskussionen bei kleinen Provokationen und minimalen Verstößen aus dem Weg.

Die Faustregel ist: Soviel Regeln wie nötig, soviel Spielraum wie möglich. Konzentrieren Sie sich in Erziehungsgesprächen auf das Wesentliche, lieber klare Ansagen in kurzen Sätzen als lange Wortkaskaden. Aufsässigkeit und Rebellion gegen die bestehenden Verhältnisse sind in der Pubertät völlig normal. Wichtig ist, den Jugendlichen mit der eigenen Konfliktbereitschaft zu signalisieren: Ich bin für Dich da, wenn Du mich brauchst!