Leseförderung spielerisch gestalten

Schaffen Sie ganz spielerisch wichtige Voraussetzungen zum Lesen- und Schreibenlernen. Wir zeigen Ihnen einfache Spielideen zur Leseförderung, mit denen Sie Ihr Kind unterstützen können ohne es zu beschulen.


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Asiatischer Junge mit Megaphon


© iStock
Mit der Einschulung wachsen Sprache und Schrift immer mehr zu einer Einheit zusammen. Auf einmal bekommen geschriebene Worte eine Bedeutung und sind mehr als nur eine Aneinanderreihung von Buchstaben. Doch der Weg zum Lesen- und Schreibenlernen ist nicht einfach. Es vergehen oft viele Wochen und Monate, bis Kinder flüssig lesen können und den Sinn des Gelesenen auch erkennen. Ganz klar, dass auch die Leseförderung eines der großen Themen in der ersten Klasse ist.

Wichtigste Voraussetzung um das Lesen und Schreiben zu lernen, ist die so genannte phonologische Bewusstheit. Unter dem wissenschaftlichen Begriff sind die Fähigkeiten zusammengefasst, dass Kinder Laute erkennen können, ein Gefühl für Silben haben und reimen können. Um das zu fördern, wird schon im Kindergarten viel zur allgemeinen Sprachförderung gemacht, im Vorschulalter liegt der Fokus dann mehr auf der Leseförderung. Letztendlich sollte das Kind zur Einschulung also schon ein gutes Gespür für Sprache entwickelt haben. In der Schule wird das im Unterricht weiter gefördert und gezielt geübt.

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Aber auch Sie als Eltern können Ihren Beitrag zur „phonologischen Entwicklung“ Ihrer Kinder leisten. Spielerisch geht das besonders gut. Wir zeigen Ihnen hier ein paar einfache Spielideen für zu Hause und unterwegs. Auch als Vorbereitung auf die Einschulung eignen sich diese Spiele gut. Damit die Spiele  ihren Reiz nicht verlieren und länger Spaß machen, sollten Sie es damit nicht übertreiben. Testen Sie selbst aus, welcher unserer Vorschläge bei Ihrem Kind besonders gut ankommt. Stößt ein Spiel dagegen nur auf Ablehnung, dann erzwingen Sie es bitte auch nicht.
Laute lernen: Spielideen

Ein ganz wichtiger Punkt bei der Leseförderung sind Laute. Um später besser Lesen zu können, müssen Kinder ein Gehör für verschiedene Laute entwicklen und diese voneinander unterscheiden können. Folgende Spiele sollen eben das trainieren.

„Ich sehe was, das du nicht siehst…“ Den Klassiker unter den Reisespielen kennt jeder. Sicher haben Sie das auch schon einmal gemeinsam gespielt. Diese Version ist quasi eine Erweiterung des Spielprinzips. Und zwar nennen Sie bei der Eingangsphrase auch noch den ersten Buchstaben des zu erratenden Gegenstandes. Also: „Ich sehe was, das du nicht siehst und das beginnt mit M“. Jetzt darf wie gewohnt geraten werden. Wichtig ist dabei, dass Sie die Buchstaben nicht mit ihrem Namen nennen. Das heißt, M ist nicht em, N nicht en, P nicht pe usw. Sprechen Sie tatsächlich nur den Laut aus. Achten Sie bitte auch darauf AU, EI, EU, SCH, SP, ST, CH, PF als jeweils einen Laut auszusprechen. So wird es den Kindern auch in der Schule beigebracht. Ziel des Spieles ist es, dass Ihr Kind ein besseres Gehör für Laute entwickelt und sie besser mit Buchstaben verknüpfen kann.

Mehr Action kommt in das Spiel, wenn man es etwas abwandelt. Statt nur etwas zu sehen muss bei diesem Ratespiel wirklich etwas gefunden werden. Ein Beispiel: „Ich suche einen Gegenstand aus dem Wohnzimmer und der beginnt mit K“. Die Herausforderung besteht darin, den Laut zu erkennen und ihn richtig mit einem Wort zu verknüpfen. Denken Sie auch hier wieder an die Lautsprache.

Etwas anspruchsvoller ist dieses Spiel. Auch hier stehen nach wie vor die Laute im Vordergrund. Zusätzlich wird das Kurzzeitgedächtnis gefordert. Sammeln Sie verschiedene Gegenstände zusammen und legen sie auf den Tisch. Jetzt hat jeder Spieler ein paar Minuten Zeit, sich so viele Gegenstände wie möglich zu merken. Dann wird alles unter einem Tuch versteckt. Alle Mitspieler dürfen nun abwechselnd einen Gegenstand nennen und beschreiben. Die Krux: Legen Sie immer einen Laut fest, mit dem der Gegenstand beschrieben werden soll, etwa „n“ oder „sch“. Dann wird aus der Uhr eine „neue Uhr“ oder eine „schöne Uhr“. Hier ist also auch etwas Kreativität gefragt.
Die Version für unterwegs: Schlagen Sie in einem Bilderbuch oder einer Zeitschrift eine Seite mit möglichst vielen abgebildeten Gegenständen auf. Gucken Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind das Bild etwa eine Minute lang an, schließen Sie Buch oder Zeitschrift. Wer von Ihnen kann jetzt die meisten der abgebildeten Gegenstände nennen?
Silben laufen: Das weckt das Kind in uns
Neben Lauten sind auch Silben für das Lesenlernen ganz wichtig. Häufig werden schon im Kindergarten einfache Klatschspiele dazu gemacht. Zum Beispiel, dass in der Morgenrunde jeder Name geklatscht wird: Pro Silbe wird einmal geklatscht. Damit sollen Kinder ein besseres Gefühl für Wortlängen entwickeln. Silben kann man aber nicht nur klatschen, man kann sie auch gehen. „Ein Hut, ein Stock, ein Regenschim“: Erinnern Sie sich noch, wie Sie als Kind mit Ihren Freunden die Straße entlang gingen und eben diesen Spruch aufgesagt haben? Auch das ist ein schönes Spiel zum Silben lernen. Beim nächsten Spaziergang sollten Sie das also unbedingt mal wieder machen, natürlich gemeinsam mit Ihren Kindern.
Für diejenigen, die das Spiel nicht kennen, hier eine kurze Anleitung. Pro Silbe geht es einen Schritt nach vorne: ein = 1, Hut = 1, Stock = 1, Regenschirm = 3. Der Spruch geht so weiter: vorwärts, rückwärts, seitwärts, ein. Hacke, Spitze, hoch das Bein!“. Gemäß der Anweisungen wird das rechte Bein erst vorne aufgetippt, dann hinten, dann zur Seite und dann die Beine wieder schließen. Am Ende das Bein mit Schwung in die Luft heben. Und dann geht das Ganze wieder von vorne los.
Maus, Haus, Klaus
Wie am Anfang erwähnt, gehört auch das Reimen zur phonologischen Bewusstheit. Also können Sie gerne zusammen mit Ihren Kindern reinem. Spielen Sie zum Beispiel so: Sie beginnen mit einem Wort und Ihr Kind sucht einen Reim dazu. Darauf müssen dann wiederum Sie einen Reim finden usw. Dabei darf auch gerne Quatsch herauskommen. Hauptsache es reimt sich und macht Spaß. Eine sinnvolle Ergänzung dazu sind einfache Kinderreime. Die sind lustig anzuhören und Kinder haben oft Spaß dabei, sie selbst auswendig zu lernen. Auch viele Kinderlieder setzen auf Reime. Gemeinsam Singen und Rumalbern ist also auch eine sinnvolle Schulvorbereitung – zumindest irgendwie.

Wir möchten auch immer wieder dazu ermuntern, mehr Bücher mit Ihren Kindern zu lesen beziehungsweise ihnen Bücher vorzulesen. Nicht nur, dass Sie damit die Fantasie Ihrer Kinder anregen, Sie fördern auch die Leselust Ihrer Kinder. Zudem wird Ihr Kind einen größeren Wortschatz entwickeln. Auch das sind alles wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Lesestart in der Schule.

Regelmäßig durchforsten wir daher für Sie den Bücherwald und stellen eine Auswahl an empfehlenswerten Büchern zusammen. Hier unsere Tipps für Kindergartenkinder und Vorschulkinder sowie für Leseanfänger.

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Quelle: Duden Elternratgeber Sprache- und Leseförderung. 48 Seiten. Download unter www.duden.de/schule
"100 Dinge, die ein Vorschulkind können sollte", von Dr. Birgit Ebbert, erschienen im GU Verlag, 1. Auflage 2010





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